Alles zum Thema FinTech

Der ehemals allein von Tradtionsunternehmen dominierte Bankensektor sieht sich einem Umbruch durch Innovation gegenüber: Fintechs schießen wie Pilze aus dem Boden und bieten den Kunden Finanzdienstleistungen an, die oft komfortabler sowie transparenter sind, als der gewohnte Service durch die Großbank.

mehr erfahren

Unsere letzten News und Artikel zum Thema FinTech

Startups in Deutschland und im Ausland arbeiten dabei mit unterschiedlichsten Geschäftsmodellen. Alternative Möglichkeiten für den Geldtransfer, Girokonten ohne Kontoführungsgebühren, Robo Adviser und moderne Anlageoptionen wie das Crowdfunding von innovativen Projekten zählen dazu, um nur ein paar zu nennen.

Besonders heiß werden zudem Blockchain-Technologien diskutiert, welche die digitale Erschaffung von Kryptowährungen wie Bitcoin, Litecoin oder Ethereum erlauben. Durch fehlende staatliche Regulierung sind diese virtuellen Münzen den Vertretern der Europäischen Zentralbank ein Dorn im Auge. Die dahinterstehende Technologie möchte man jedoch nutzen: Zunehmend experimentieren traditionelle Banken selbst mit Blockchain, um den eigenen Service zu verbessern.

Besser spät als nie: Fintechs in Deutschland

Diese Einsicht kommt jedoch recht spät. Frankfurt, die deutsche "Bankenstadt" schlechthin, ist gerade erst dabei Fintech für sich zu entdecken und Dienstleistungen rund ums liebe Geld, insbesondere dessen Verwaltung und Vermehrung, ins digitale Zeitalter zu überführen. Weltweit existiert mittlerweile eine fünfstellige Anzahl an Startups – bisher nur wenige davon in Frankfurt. Um der Szene auf die Sprünge zu helfen, investieren Bund und Länder in Fördermittel, die die Fintech-Szene vorantreiben sollen.

Aus der nebenstehenden Grafik von 2016 ist das vielfältige Angebot der Fintech-Branche ersichtlich: 'Smava' als Online-Kreditvermittler, getsafe als papierlose Versicherungsalternative, Cringle für kleinere Geldtransfers unter Freunden und viele weitere Anbieter, die nützliche Services anbieten, ohne dass ein Gang zur örtlichen Bankfiliale erforderlich wäre. Und selbst diese Übersicht repräsentiert wiederum nur einen Teil des Fintech-Marktes, der noch um Lösungen für leichteres Sparen, Geldspenden und das Geschäft mit Kryptowährungen ergänzt werden könnte.

Sparen leicht gemacht: Savedroid

Sehen wir uns eins von vielen Beispielen genauer an: Dem Geschäftsmodell von 'Savedroid', einer kostenlosen App für intelligentes Sparen liegt ein nachvollziehbares Prinzip zugrunde. Sparen fällt vielen von uns schwer, weil wir es mit Verzicht gleichsetzen. In der Savedroid-App können User daher verschiedene Sparregeln festlegen, die den Prozess vereinfachen sollen. Diese Regeln heißen 'smooves'. Seid ihr heute schon im Fitnessstudio oder an der frischen Luft gewesen? Habt ihr Online-Einkäufe getätigt oder viel länger auf Facebook gesurft als ihr eigentlich vorhattet? All diese Aktivitäten können einen smoove darstellen, der einen kleinen Geldbetrag von eurem Konto abzieht und anspart. So legt ihr komplett automatisiert Geld beiseite und fördert außerdem ein vernünftiges Verhalten. Für welche Anschaffung ihr spart, könnt ihr in der App selbst festlegen.

Schauen wir uns noch ein zweites Beispiel an: Tabbt. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine kostenlose App, die für Android und iOS zur Verfügung steht und dabei hilft gemeinsam im Freundeskreis ausgegebenes Geld im Auge zu behalten. Hat einer beispielsweise die Kinokarten bezahlt, ein anderer aber die Pizza die Woche zuvor und ein Dritter die Drinks auf der letzten Party, dann verliert man schnell die Übersicht, wer wem noch ein paar Euro schuldig ist. Um solche Situationen möglichst komfortabel ohne große Diskussion abzuwickeln, lassen sich Zahlungen in Tabbt festhalten und die App wertet automatisch aus, wo Schulden offen geblieben sind. Durch den Messenger-ähnlichen Aufbau der Anwendung, ist die Nutzung weitestgehend intuitiv möglich.

Die zwei Beispiele zeigen einen wichtigen Punkt: Es geht den Kunden beziehungsweise Usern selten darum, dass das Rad komplett neu erfunden wird. Sie möchten einfach die alltäglich anfallenden Finanztransaktionen komfortabler abwickeln – und wenn es dabei nur um den Transfer von Kleinstbeträgen geht. Genau dafür haben traditionelle Banken bisher nur selten elegante Lösungen. Die Sparkasse hat in dieser Hinsicht einen Vorstoß gewagt und mit 'Kwitt' eine Cringle-ähnliche App released.

Wie sicher sind Mobile Banking und Home Banking?

Digitale Alternativen zu Geldscheinen und Münzen werden weltweit betrachtet immer populärer. Wie schnell diese antizipiert werden, ist jedoch von Land zu Land unterschiedlich. In den USA und im asiatischen Raum ist man eher dazu geneigt, Zahlungen elektronisch abzuwickeln, während sich die Europäer tendenziell zögerlicher geben. Eine Möglichkeit, den Hang zur Bargeld-Verwendung zu messen, besteht darin, sich anzuschauen, wieviel davon noch in Umlauf ist.

Laut Handelsblatt beläuft sich die gesamte Wirtschaftsleistung der 19 Staaten innerhalb der Europäischen Union auf 10,7 Billionen Euro, von denen 10,3 Prozent in Form von Bargeld in Portemonnaies, Kassen, Safes oder unter der Matratze lagern. In den Regionen Südafrika, Namibia und Lesotho sind hingegen 326,5 Milliarden Euro (29,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts) in Bargeldform unterwegs. Ein Grund mag hier die fehlende Infrastruktur sein.

Während der Diebstahl von Portemonnaies nicht allzu schwierig ist – ein unbeobachteter Moment und ein Griff in eine Handtasche reichen Taschendieben aus – versuchen sowohl Banken als auch Fintechs, Geldtransfers so sicher wie möglich zu gestalten. Laut André Holdschick, dem Gründungsmitglied und CIO der CASHBOARD GmbH, ist die 2-Faktor-Authentifizierung aktuell ein besonders weitverbreitetes Mittel zur Absicherung von Kundendaten zum Schutz vor Dritten. Darüber hinaus werden Verschlüsselungstechniken wie SSL bei der Datenübertragung verwendet und Apps lassen sich mit PINs und dem eigenen Fingerabdruck zusätzlich vor ungewollten Zugriff sichern.

Kriminelle Versuche, sich illegal Bankdaten anzueignen, werden jedoch auch durch geschickte Phishing-Webseiten/E-Mails oder mithilfe von Trojanern unternommen. Im Fall des Phishing geben User ihre Daten freiwillig heraus, weil sie glauben sich auf den Online-Seiten ihres Bankinstituts zu befinden. In Wirklichkeit übertragen sie Kontonummern und Passwörter jedoch direkt an die Cyberverbrecher. Wem die Risiken beim Online-Banking zu hoch sind, der kann auf Home-Banking-Software zurückgreifen, denn dabei kommt kein Browser zum Einsatz.

Verwandte Themen
Unsere beliebtesten Artikel