Alles zum Thema Gesundheit

Wie passen Technik, digitaler Lifestyle und das Thema Gesundheit unter einen Hut? Ziemlich einfach sogar, bedenkt man nur, wie Technik, soziale oder KI-Entwicklung bereits jetzt unsere Gewohnheiten beeinflussen und den Alltag verändern. Neben Fitness-Apps oder Wearables profitieren auch Profis aus dem Gesundheitswesen von dem Voranschreiten des E-Health.

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Auch Gesundheit ist dem digitalen Wandel ausgesetzt

Durch den technischen Fortschritt und die immer weiter voranschreitende Digitalisierung unseres Alltags entstehen nicht nur Vorteile – wir ändern Stück für Stück unsere Gewohnheiten und es entstehen neue Probleme, auf die wir uns einstellen müssen. Auch das Thema Gesundheit spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle: Zahlreiche Studien und Einrichtungen setzen sich mit den Auswirkungen des technischen Einflusses auf den Menschen auseinander.

Während uns zu lange Screen-Time vor dem Monitor beispielsweise die Augen ruiniert oder das andauernde Sitzen zahlreiche Begleiterscheinungen mit sich bringt, die sich auf den gesamten Organismus auswirken, entstehen täglich neue Apps, Gadgets oder Unternehmen, die uns noch länger an die Couch binden wollen. Auch ein übertriebener Konsum sozialer Medien wird unter Ärzten längst nicht mehr beiläufig abgehandelt, wenn Patienten über steigende Belastungen klagen oder Stresssymptome diagnostiziert werden. Es ist manchmal einfach zu viel - zu viele Eindrücke, zu viele Informationen, die auf den Nutzer einprasseln.

Social-Media-Nutzung wird auch ein negativer Zusammenhang mit sozialer Isolation nachgesagt – zumindest, wenn man versucht, den bereits reduzierten Kontakt zu anderen Personen mithilfe von gesteigerter Online-Aktivität abzufedern. Flüchten sich Personen durch fehlende menschliche Nähe in soziale Medien, steigert diese Kompensationshandlung nach Auffassung einiger Experten eher die Einsamkeit, als das es sie bekämpft. Social-Media kann also unter Umständen krank machen, nur eine Folgeerscheinung von Digitalisierung.

Ein anderes Phänomen, das seit dem stetig steigenden Gebrauch von Smartphones um sich greift, sind Phantom-Vibrationen. Fast 90 Prozent der Studienteilnehmer vom 'Georgia Institute of Technology' in Atlanta gaben bei einer Studienteilnahme demnach an, schon einmal enttäuscht auf das Smartphone geschaut zu haben, weil sie eine Nachricht oder einen Anruf vermuteten. Die Forschungsleiter begründeten dieses Ergebnis wegen des Umstands der ständigen Erreichbarkeit, der Nervosität und Angst verursacht – auch, weil man etwas Wichtiges verpassen könnte.

Fitness-Apps schrauben fleißig an eurer Performance und helfen dabei, gesund zu bleiben

Jogger wird digital erfasst

(Shutterstock.com / Rawpixel.com)

Den negativen Aspekten stehen Apps oder Gadgets gegenüber, die sich unter dem weitgefassten Begriff des E-Health der Erhaltung, Wiederherstellung oder der Diagnostik von Personen verschrieben haben. Die wohl bekanntesten Vertreter sind Sport- oder Fitness-Apps wie Runtastic, Freeletics oder Humanoo – Applikationen, die meist in Verbindung mit Wearables oder mobilen Devices zum Einsatz kommen.

Sie versprechen Unterstützung im Kampf gegen Pfunde, werben mit Belohnungen und zeigen mithilfe von Datenerfassung Leistungskurven auf, anhand derer sich Steigerungen im Fitnessbereich einfach überwachen lassen. Neben den schon fast standardmäßigen Laufüberwachungen mithilfe von GPS-Tracking, Höhen- oder Zeitmessung fügen viele Apps ihrem Produktportfolio weitere Funktionen hinzu, um zahlreiche Sportarten abzudecken. Auch Pulsmessungen und Analysen bei Anstrengung helfen dabei, Leistungen zu steigern oder beispielsweise den Schlafrhythmus zu überwachen – hier wird bereits sehr übergreifend an der eigenen Performance geschraubt.

Dass Bewegung gut tut, ist keine neue Erkenntnis – das Bewegung im Beruf und in der Freizeit im Vergleich zu früher eher zu kurz kommt allerdings schon. Zu verlockend scheinen die zahlreichen Angebote der Streaming-Anbieter, Videospiele-Hersteller oder Content-Produzenten im Internet, um Smartphone oder Bildschirm gegen regelmäßige Bewegung einzutauschen. Doch auch in diesen Bereichen entstehen Geschäftsmodelle, wie unter anderem der Aktivitäts-Tracker 'Sweatcoin' beweist. Der Name verrät es schon: Kommt ihr ins Schwitzen, klingelt und klappert es in eurer digitalen Geldbörse. Dieses Belohnungssystem soll die Vitalität und Gesundheit steigern, um "Bewegung wertvoll zu machen".

Selbstkonditionierung mithilfe von smarten Apps und Gadgets

Schlechte Angewohnheiten sind schwer wieder abzulegen und schlagen sich (nicht immer nur) auf den Gesundheitszustand eines jeden Einzelnen nieder. Ob rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum oder schlechte Ernährung – haben sich diese Eigenschaften erstmal verselbstständigt, ist es schwer, sie wieder loszuwerden.

Gerade im Bereich Ernährung helfen uns jedoch zahlreiche kleine Aufpasser und Selbstkontrollhilfen, um wieder an das eigene Wunschgewicht anzuknüpfen oder sich einfach körperlich wieder etwas Gutes zu tun. Esstagebücher und Apps, die uns die Kalorien unserer Menüs noch vor dem Verzehr lauwarm aufs Brot schmieren, sind in Mode und es entwickeln sich kleine Community-Bewegungen, die aktiv Vorteile von Software-Produkten nutzen, um ihrem Ziel ein Stück näher zu kommen.

In Kombination mit smarten Wearables ist es sogar möglich, sich lästiges Fingernägelkauen, Daumenlutschen oder Haarezupfen abzugewöhnen – immer unter der Prämisse natürlich, dass man es aktiv als lästig empfindet und selbst etwas dagegen unternehmen möchte. Der indische Software-Entwickler HabitWare hat sich dieser kleinen Probleme angenommen und in Verbindung mit einem smarten Armband und der gleichnamigen Software eine Methode entwickelt, die zur Selbstkonditionierung beiträgt.

Und selbst aus therapeutischer Sicht gibt es Ansätze, Personen mithilfe von technischen Gesundheits-Apps beiseite zu stehen. Psychologen der Stanford University entwickelten beispielsweise einen Chatbot, der aus regelmäßigen Gesprächen heraus ungesunde Verhaltensmuster diagnostiziert. Auch wenn diese Technik einen Psychiater nicht ersetzen kann, so können in Zukunft doch Digitalisierung und technologischer Fortschritt bei der Bekämpfung der Ursachen effektiv mithelfen.

Auch Ärzte und Patienten profitieren von digitaler Gesundheitsvorsorge

Es sind nicht nur Startups und Technologiekonzerne, die im Sektor Gesundheit von den neuen Möglichkeiten profitieren. Auch das digitale Gesundheitswesen schöpft mehr und mehr aus dem Technologietopf, um beispielsweise mithilfe von 'Deep Learning' und künstlicher Intelligenz medizinische Daten besser auszuwerten. Möglich machen das unter anderem auch sogenannte Biomarker, die bereits dabei helfen, Krebserkrankungen anhand von Röntgenaufnahmen treffsicherer vorherzusagen, als es das bloße Auge eines einzelnen Mediziners könnte.

Das hat einen einfachen Grund: Die schiere Masse an sekundenschneller Datenverarbeitung, die in Relation zu Millionen anderer Krankheitsverläufe simple Prognosen ableiten kann. Automatisierte Prozesse würden somit nicht nur Ärzte entlasten – sie würden Krankheitsverläufe in einem frühen, zum Teil schleichenden Prozess erkennen, was die Chancen auf eine bessere Behandlung deutlich steigern und die Kosten senken würde, denn rechtzeitige oder präventive Maßnahmen bringen all diese Vorteile mit sich.

Präventionsmaßnahmen könnten auch bei einer der weitverbreitetsten Volkskrankheiten in unseren Breitengraden dazu beitragen, Probleme zu minimieren – bei Rückenschmerzen. Aufrechte Haltung, gefördert durch Schultergurte und eine App, die sich mithilfe von Sensoren daran macht, schlechte Gewohnheiten zu bekämpfen. 'Backbone' ist nur eines der vielen Beispiel-Projekte, die mithilfe von Plattformen wie Kickstarter auf den Weg gebracht werden.

Ein weiteres Beispiel, bei dem Gesundheit und Technologie aufeinandertreffen, stellt 'GazeSpeak' dar. Forscher entwickelten eine App, die mithilfe des Smartphones Augenbewegungen scannt und Patienten, die nicht mehr in der Lage sind zu sprechen, eine Stimme verleiht.

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