Alles zum Thema Google

Google ist die am meisten genutzte Internet-Suchmaschine und nach vielen Rankings gleichzeitig auch die am häufigsten besuchte Webseite der Welt. Ende der 1990er Jahre startete Google als eine Suchmaschine unter vielen – heute gehört Google zu den wertvollsten Marken weltweit. Google (beziehungsweise seit 2015 das Mutterunternehmen Alphabet) mischt an allen Fronten des technologischen Fortschritts mit: Es entwickelt das beliebteste Smartphone-Betriebssystem, treibt Künstliche Intelligenz in immer neue Höhen und unterhält die größte Videoplattform der Welt. Ein Internet ohne Google-Produkte können wir uns kaum noch vorstellen – und das hat nicht nur Vorteile.

mehr erfahren

Unsere letzten News und Artikel zum Thema Google

Wer im Internet etwas sucht, der googelt es. Einfacher lässt sich Googles Bedeutung nicht verbildlichen: Die Nutzung der Suchmaschine ist so selbstverständlich alltäglich geworden, dass sie es als eigenes Verb in unseren Sprachschatz geschafft hat. Weltweit werden 80 Prozent aller Suchanfragen über die Webseite des US-Unternehmens abgewickelt, in Deutschland sogar 90 Prozent. Ursprünglich spuckte Google nur Textlinks aus, heute findet es auch Bilder, Videos, Nachrichten oder Shopping-Angebote zu beliebigen Stichwörtern.

Mittlerweile ist Google weit mehr als ein simpler Suchdienst, der das Netz nach Stichworten durchforstet. Google ist in den Jahren zu einem Unternehmen von globaler Bedeutung gewachsen. Es hat maßgeblichen Einfluss darauf, wie Milliarden von Menschen das Internet nutzen, egal ob mobil oder am Desktop. Allein die zahlreichen, kostenlosen Webanwendungen werden täglich millionenfach genutzt.

Google: Zwischen Büro und Weltall

Google Mail, Google Docs und Google Drive liefern die grundlegenden Tools für die Büroarbeit am Computer – und sie sind völlig kostenlos und jederzeit online abrufbar. Dokumente werden automatisch in der Cloud gespeichert und können bei Bedarf von mehreren Teilnehmern bearbeitet werden. Dateien lassen sich via Google Drive aufbewahren: Früher konnten wichtige Dokumente beim Crash des eigenen Computers verloren gehen – heute liegt alles sicher in der Cloud. Wofür man einst eigene Software und vielleicht sogar Netzwerkexperten brauchte, das erledigt heute Google: Jeder, der sich einen Account bei Google erstellt, hat Zugriff auf diesen virtuellen Arbeitsplatz.

Google vereinfacht nicht nur die Arbeit am Computer, sondern erleichtert auch die Orientierung in der Welt. Mit Google Maps sind detaillierte Karten, die einst einzeln und in Druckversion gekauft werden mussten, nur einen Klick entfernt. Ständig wird der Karten-Dienst durch neue Features erweitert: Einzelne Gebäude und Geschäfte sind samt Kontaktdaten, Öffnungszeiten und Kundenbewertungen verzeichnet. Via Street View lassen sich ganze Städte virtuell durchschlendern, Satellitenaufnahmen gibt es bei Google Earth. Sogar freie Parkplätze spürt Google Maps mittlerweile auf – und weil die Erde nicht genug ist, zeigt Google uns nun auch das Weltall.

Welterfolge unter Googles Dach: Chrome, YouTube und Android

Damit die breite Palette an Webanwendungen auf den Computern der Nutzer reibungslos funktioniert, hat Google außerdem seinen eigenen Browser in den Ring geschickt: Google Chrome gilt als blitzschnell, überaus sicher und stabil. In nur wenigen Jahren hat es Chrome geschafft, etablierte Browser wie Mozilla Firefox oder Microsoft Edge (und seinen Vorgänger, den Internet Explorer) auf die hinteren Plätze zu verweisen. Google Chrome ist heute der am meisten genutzte Browser weltweit. Eine Ende ist nicht in Sicht, im Gegenteil: Die Marktanteile des Google-Browsers wachsen kontinuierlich.

Auch die weltgrößte Videoplattform YouTube befindet sich seit dem Jahre 2006 unter Googles Dach. Google findet also nicht nur die Dinge, die wir im Netz suchen, stellt uns nicht nur Online-Speicher zur Verfügung, gibt uns nicht nur einen Hightech-Browser, sondern zeigt uns auch die neuesten viralen Hits und Videoclips. YouTube erlaubt es seinen Usern, eigene Videos zu teilen, die Aufnahmen anderer Nutzer zu kommentieren und neue Filme zu entdecken. Besonders bei Jugendlichen ist YouTube die Anlaufstelle Nummer eins, wenn es um Video-Content geht – der Fernseher hat für diese Generation ausgedient.

Egal ob Suche, Datenverarbeitung, Browser oder Video: Google hat mit seinen Produkten und Plattformen fast alle Winkel des Internets in Beschlag genommen. Und seitdem es Smartphones gibt, nutzen wir das Netz im Regelfall nicht mehr vom Schreibtisch aus, sondern unterwegs. Google scheint das geahnt zu haben, denn schon 2005 kaufte man mit Android das Smartphone-Betriebssystem, das heute den globalen Markt dominiert: Rund 90 Prozent aller Smartphones weltweit nutzen das quelloffene Betriebssystem aus dem Hause Google.

Google: Von "mobile first" zu "AI first"

Viele Jahre galt in der Webentwicklung das Credo "mobile first": Weil die Zahl der Smartphone-Surfer kontinuierlich stieg, während die Desktop-Surfer immer weniger wurden, richteten Designer und Entwickler ihre Projekte primär für eine Nutzung auf mobilen Geräten aus. Auch Google folgte diesem Ansatz – bevor es dieses Jahr ein neues Motto ausgab: "AI first", also erst 'artifical intelligence' (Künstliche Intelligenz), dann alles andere.

Google erwartet, dass die allgegenwärtige Integration von Künstlicher Intelligenz einen ähnlichen disruptiven Effekt haben wird wie die weltweite Verbreitung von Smartphones. Wo immer es möglich ist, macht Google seine Produkte deshalb mit Künstlicher Intelligenz Stück für Stück ein wenig schlauer: Der Google Assistant etwa unterstützt Android-User bei alltäglichen Aufgaben. Er hält Termine fest und beantwortet E-Mails. Weil er Daten und Nutzungsverhalten analysiert, kann er Prognosen abgeben und Antworten auf Fragen finden, noch bevor der User sie überhaupt stellt. Die Kommunikation mit dem digitalen Assistenten erfolgt per Sprachsteuerung, bei der Google mittlerweile Erkennungsraten von fast 100 Prozent erreicht.

Google setzt voll auf Künstliche Intelligenz

Google Home bringt Künstliche Intelligenz als Lautsprecher in die eigenen vier Wände, Google Lens macht die Smartphone-Kamera clever und Google Fotos katalogisiert die eigene Foto-Sammlung – automatisch und (natürlich) smart. Google Brain nutzt Machine Learning, um aus wenigen Pixeln menschliche Gesichter zu konstruieren, und die Google Buds liefern Übersetzungen in Echtzeit. Viele Dinge, die vor wenigen Jahren noch als Science-Fiction galten, sind heute dank Künstlicher Intelligenz Realität.

Hinter all diesen Tools und Vorstößen steckt einer riesiger Forschungsapparat. Wie in vielen anderen Feldern auch mischt Google in puncto Künstliche Intelligenz ganz vorne in der Weltspitze mit. DeepMind, ein in diesem Feld tätiges Unternehmen, das Google 2014 übernommen hat, produziert immer wieder spektakuläre Schlagzeilen. Egal, ob es um die Erkennung von Krebszellen geht oder um die meisterhafte Beherrschung des Brettspiels 'Go': Die von DeepMind entwickelten Künstlichen Intelligenzen werden in Riesenschritten besser. Bis sie dem Menschen auch in komplexen Umgebungen wie dem Strategiespiel 'StarCraft 2' überlegen sind, scheint es nur eine Frage der Zeit.

Google probiert viel – nicht alles klappt

Es gibt kaum einen kulturell bedeutenden Bereich, in dem sich Google nicht engagiert. Mit den mittlerweile legendären 'Doodles' erinnert Google an berühmte Forscher, Autoren, Künstler, Ereignisse und Erfindungen: Immer unterschiedlich gestaltete Grafiken zieren dann für einen Tag anstatt des Firmenlogos die Startseite der Suchmaschine. Zahlreiche Google-Projekte kümmern sich außerdem um die Digitalisierung von Kunst und Literatur – im Regelfall werden die Ergebnisse kostenlos online zugänglich gemacht. Der alljährige Google-Weihnachtskalender vermischt Spaß mit Bildung und richtet sich eher an ein jüngeres Publikum.

Wer viel versucht, muss auch Rückschläge einstecken. Zwar hat Google eine ganze Palette an Welterfolgen produziert, doch längst nicht alle Dinge, die das Unternehmen anfasst, werden zu Gold. Schwierigkeiten hat Google etwa dabei, im Segment der Instant Messenger Fuß zu fassen: Von Hangouts über Duo zu Allo – keine der von Google entwickelten Messenger-Plattformen hat je wirklich Fahrt aufgenommen.

Ganz ähnlich sieht es bei den sozialen Netzwerken aus. Obwohl Google mit seinem riesigen Serviceangebot ein globales Publikum bedient, ließ sich diese Reichweite offenbar nicht für das hauseigene Netzwerk Google+ nutzen. Die Plattform bleibt hinter den Erwartungen zurück und konnte Facebook nie gefährlich werden. Nischen-Projekte wie Google Sites werden nur behäbig aktualisiert und sind kaum bekannt. Wieder andere Ideen bleiben vage und werden der Öffentlichkeit vielleicht nie präsentiert. Auch Google ist nicht unfehlbar.

Google und der Datenschutz: Ein ewiger Kampf

Immer wieder steht Google außerdem wegen seinem Umgang mit dem Datenschutz in der Kritik. Google kann deshalb so feingeschliffene Produkte liefern, weil es auf so viele Daten und Nutzungsinformationen zurückgreifen kann wie vielleicht kein zweites Unternehmen der Welt. Wer Anwendungen und Apps von Google benutzt, muss sich im Klaren darüber sein, dass das Unternehmen seine Nutzer analysiert und Informationen sammelt, wann immer und wo immer es kann. In den meisten Fällen ist diese Sammelei standardmäßig aktiviert, oft lässt sie sich nur bedingt einschränken.

Google nutzt diese Daten, um seine Produkte zu verbessern. Google nutzt diese Daten aber auch, um seine Nutzer mehr oder weniger zielsicher mit Werbung konfrontieren zu können. Denn Google ist kein Wohlfahrtsverein, sondern ein Milliarden-Unternehmen, das den Großteil seines Gewinns mit Werbung erwirtschaftet. Die meisten Google-Produkte lassen sich nutzen, ohne dass man Geld dafür bezahlen muss. Wirklich kostenlos sind sie deshalb nicht: Statt mit Geld bezahlt der Nutzer mit seinen Daten. Die von der EU verhängte Rekordstrafe erinnert daran, dass Google in erster Linie im Sinne seiner ökonomischen Interessen handelt. Bei aller Begeisterung für die vielen Tools, Apps und Bequemlichkeiten, die Google uns beschert, sollte diese simple Wahrheit nicht in Vergessenheit geraten.

Verwandte Themen
Unsere beliebtesten Artikel