Alles zum Thema Instant Messenger

Einfache Textnachrichten, das Versenden von Bildern und Sprachnachrichten, oder doch lieber Videotelefonie mit den Liebsten am anderen Ende der Welt? Instant Messenger prägen unsere Kommunikation und sind für viele aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Deshalb widmen wir uns diesem Thema, klären, welche Messenger es gibt, schauen auf die Funktionen und wagen einen Blick in die Zukunft.

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Was sind Messenger und welchen Einfluss haben sie auf uns?

Während die Zahl der täglich aktiven WhatsApp-Nutzer immer weiter steigt und das Versenden von kurzen Text- oder Sprachnachrichten für einen Großteil der Weltbevölkerung kaum noch wegzudenken ist, verliert die klassische SMS immer mehr an Bedeutung. Messenger (oder auch: Instant Messenger) haben dem guten alten 'Short Message Service' den Rang abgelaufen - und das bereits seit einigen Jahren.

Dabei ist die moderne Textnachricht im Grunde nichts anderes als der funktionsreichere, günstigere Nachfolger dieser ehemals sehr beliebten Kommunikationsmethode, bei der sich mindestens zwei Kontakte über ein Chat-Fenster austauschen. Instant Messenger greifen in der Regel auf das Internet zu, um in ihrer Grundfunktion Textnachrichten zu verschicken. Ganz im Gegensatz zur SMS, die bis zu einem gewissen Punkt den gleichen Weg nimmt, wie der Mobilfunkanruf.

Darüber hinaus sind Instant Messenger App-basierte Dienste, die sowohl für Smartphones als auch für Desktop-PCs, Tablets oder portable Computersysteme zur Verfügung stehen und in den meisten Fällen eine systemübergreifende Kommunikation ermöglichen. Im Gegensatz zur klassischen SMS haben Anbieter wie WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram oder Skype zahlreiche weitere Funktionen entwickelt, um unterschiedliche Nutzergruppen und Bedürfnisse anzusprechen. Darunter fallen unter anderem Gruppen-Chats, das Übermitteln von Audio-, Video- oder Bilddateien sowie Emojis, Sticker, Animationen oder GIFs, um Textnachrichten emotional aufzupeppen.

Statistik zu Whatsapp

(whatsapp.blog.com)

Hinter WhatsApp und Facebook tummeln sich zahlreiche Messenger

Begibt man sich auf die Suche nach dem Anfang von Instant-Messenger-Diensten, stößt man zumindest im europäischen Raum auf 'ICQ', das seit Mitte der 1990er Nutzer durch seine Chat-Funktionen miteinander verbindet. Was sich zu diesem Zeitpunkt ausschließlich am PC abspielte, findet heute durch die flächendeckende Nutzung von Smartphones und die zahlreichen App-Dienste vor allem mobil statt.

Obwohl die Nutzung von Messenger-Diensten im Vergleich zu damals deutlich zugenommen hat, nimmt ICQ momentan eine eher untergeordnete Rolle im Messaging-Kosmos ein. Das liegt unter anderem auch daran, dass die Auswahl an Apps deutlich gestiegen ist.

Beliebtester Messenger ist demnach der von Facebook übernommene Dienst WhatsApp, der in 2017 mit über 1,3 Milliarden aktiven monatlichen Nutzern einen neuen Rekord* aufstellte. Bereits im Juli dieses Jahres legte WhatsApp beeindruckende Zahlen vor, unter anderem 55 Milliarden versendete Nachrichten pro Tag. Der in 2009 gegründete Dienst wurde zunächst durch seine Statusmeldungen bekannt, bevor sich die Gründer dazu entschlossen, einen Kurznachrichtendienst in die App zu integrieren. Danach folgten Textnachrichten, Push-Benachrichtigungen, Emojis und das Versenden von Datei-, Bild- und Sprachdateien - zunächst an Einzelpersonen, dann an immer größer werdende Gruppen-Chats.

Facebook selbst hat mit seinem 'Messenger' einen eigenen Kurznachrichtendienst in sein Social Network integriert und anschließend als App-Auskopplung mit Anmeldezwang bereitgestellt. Den Erfolg von WhatsApp konnte der Messenger allerdings nie erreichen, weshalb man sich wohl auch kurzerhand entschloss, den Marktführer zu kaufen.

Hinter WhatsApp und Messenger tummeln sich Dienste, die sich vor allem durch ihre Funktionen unterscheiden. Skype beispielsweise ist ebenso VoIP-Dienst wie Instant Messenger - ermöglicht neben dem Versenden von Kurznachrichten vor allem die Video-Telefonie via Internet. Im Zuge der immer weiter wachsenden Vernetzung im Businessbereich setzt der Dienst von Microsoft darüber hinaus auf Tools, die das Zusammenarbeiten – beispielsweise durch umfangreiche Meeting-Funktionen - im Team erleichtern.

Gegenüber den geräteübergreifenden Apps, die für ihre Unterstützung auf unterschiedlichen Betriebssystemen bekannt sind, positioniert Apple mit 'iMessage' hingegen eine App-Variante, die ausschließlich unter iOS und OS X Nachrichten versendet.

Einen weiteren Ansatz verfolgt der instant Messenger 'Threema': Der Kurznachrichtendienst, der unter Datenschützern äußerst beliebt ist, profitierte von den letzten größeren Skandalen rund um WhatsApp, die beispielsweise zu Werbezwecken Nutzerdaten an ihre Muttergesellschaft Facebook verkauften. Deshalb setzt der Dienst vor allem auf den Schutz des Anwenders beim Versenden von Kurznachrichten, indem Threema eine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbietet.

Dies sind nur einige der bekanntesten Vertreter unter den Instant Messengern, doch bereits diese Auswahl macht es Nutzern schwer, ausschließlich auf einen Kommunikationskanal zu setzen. Schließlich ist aufgrund der jeweiligen Prämissen nicht gewährleistet, dass sich eure Freunde im selben Messenger bewegen wie ihr. Diesen Ansatz machen sich unter anderem die Multi-Messenger-Dienste 'Franz' und 'Rambox' zu Nutze, welche die wichtigsten Accounts unter ihrer Haube bündeln. Mit ihnen verwaltet ihr Skype, WhatsApp, Slack, den Facebook Messenger und zahlreiche weitere Dienste – unter anderem auch Mail-Programme – unter einem Dach.

Die wesentlichen Funktionen von Messengern

Vordergründig stellen Instant Messenger ein einfaches Mittel dar, um mithilfe von Textnachrichten mit seinen Kontakten zu kommunizieren. Darüber hinaus steht die Funktion des Gruppen-Chats in so gut wie jeder Applikation zur Verfügung. Durch die Funktion als Nachrichtensammelbecken entsteht somit eine übergreifende Konversation und die Möglichkeit für gezielte Absprachen zwischen Mitgliedern – beispielsweise für Freundesgruppen, Sportvereine oder Arbeitskollegen, die sich innerhalb dieses Chats organisieren können.

Die stetige Weiterentwicklung der Messenger brachte über die letzten Jahre zahlreiche Funktionen hervor, mit denen sich die jeweiligen Vertreter ein Alleinstellungsmerkmal aneigneten. Jedoch zogen viele der anderen Instant Messenger oft nach und kupferten viele erfolgreiche Funktionen einfach ab, weshalb es nicht mehr ausschließlich um die Funktionsauswahl geht, wenn man sich für WhatsApp, FB-Messenger oder Threema entscheidet.

Als Beispiele gelten hierfür unter anderem das Versenden von Bildern, Sprachnachrichten oder Dateianhängen, die standardmäßig von so gut wie jedem Dienst angeboten werden. Gleiches gilt für Emojis oder Sticker-Sets, die Textnachrichten emotional aufladen sollen.

Auch das damalige Alleinstellungsmerkmal von Voice-over-IP-Diensten wie Skype oder aktuellen Tools wie Discord wurde mit der Zeit übernommen, sodass man auch beispielsweise mit WhatsApp oder dem Facebook Messenger Sprach- und Bildanrufe tätigen kann.

Messenger, die Wert auf Privatsphäre legen

Das Thema Datenschutz und Sicherheit ist nicht nur ein Problem, dem sich Software-Hersteller oder Webseiten stellen müssen. Auch Instant Messenger stehen häufig in der Kritik, nicht sachgerecht mit Privaten Textnachrichten und den Anmeldedaten der Nutzer umzugehen. Im Zuge der letzten Rechtsstreitigkeiten zwischen Messengern und Datenschutzbeauftragen taten sich vor allem Kurznachrichtendienste hervor, die gesteigerten Wert auf die Privatsphäre legen.

Apps wie Threema, Signal oder Wire setzen vor allem auf eine sichere Verschlüsselung und den Datenschutz und sind in IT-Sicherheitskreisen durchaus angesehen. Zum einen, weil sie die Nutzerdaten und Chat-Verläufe hinter der relativ sicheren Ende-zu-Ende-Verschlüsselung oder Kryptosperren verbergen. Zum anderen, weil sich die Server von beispielsweise Threema in Ländern wie der Schweiz befinden, die das Thema Datenschutz deutlich ernster nehmen, als die US-amerikanischen Vertreter.

Doch auch hier ziehen Anbieter wie WhatsApp nach, die durch den stetigen Ärger mit der EU an ihren Nutzungsbedingungen schrauben und ebenfalls-Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbieten, um ihren Dienst weiterhin in Europa anbieten zu können.

Schmaler Grad zwischen Messengern und sozialen Netzwerken

Seit dem Erfolg der "neuen" sozialen Kanäle wie Instagram oder Snapchat haben auch einige Funktionen Einzug in Instant Messenger gehalten, die man dort in erster Linie nicht erwartet hätte. Ein Beispiel dafür sind die Story-Funktionen von WhatsApp oder Messenger, die es – ähnlich wie 'Snaps' auf Snapchat - ermöglichen, Bilder in einem Verlauf für Freunde sichbar zu posten. Diese Posts lassen sich mit Text oder Emojis aufhübschen und stehen einen begrenzten Zeitraum für die Kontakte zur Verfügung, bevor sie sich selbst löschen.

Insgesamt fühlt es sich an, als ob der Unterschied zwischen Instant Messengern und Social-Media-Netzwerken – vor allem bei den Platzhirschen – nur noch in der allgemeinen Bezeichnung steckt. Snapchat selbst ist ein sehr populärer Messenger, der ganz auf das Versenden von Bildern setzt. Auch Instagram – einstmals als eine Art Microblog für Bilder und Videos gestartet – setzt vollumfänglich auf audiovisuelle Inhalte, die sich teilen, liken und kommentieren lassen.

Wo ist der Unterschied zu herkömmlichen Messengern? Noch scheint er zu bestehen, denn soziale Netzwerke setzen auch immer Beteiligung voraus – im Fall von Instagram oder Snapchat gibt es dann Belohnungen wie Follower, Reichweite oder Anerkennung. In Zukunft wird diese Grenze wohl immer weiter aufweichen. Es stellt sich heraus, das viele der aktuellen Dienste auf ähnliche Funktionen setzen, weshalb es früher oder später wohl auf die Fanbase und den längeren Atem der Hersteller ankommt. Denn auch hier gilt: Was nützen mir die tollsten Funktionen und Alleinstellungsmerkmale, wenn meine Freunde und Bekannte sich auf ganz anderen Diensten tummeln?

Allerdings wird es nach unserer Auffassung auch weiterhin Anbieter von simplen Instant-Messenger-Anwendungen geben, die sich rein auf das Versenden von Textnachrichten konzentrieren. Schlicht und ergreifend deshalb, weil nicht jede technische Weiterentwicklung – getreu dem Motto: Höher, schneller, weiter! – mitgetragen wird.

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