Alles zum Thema Künstliche Intelligenz

Von der Game-KI über das Smartphone bis hin zu Skynet: Künstliche Intelligenz boomt und hat längst unseren Alltag durchdrungen. Doch zwischen damit verbundenen Zukunftsängsten und Chancen für ein besseres Morgen gibt es vor allem noch eines: eine Menge Arbeit. Hier geben wir euch einen Überblick über den aktuellen Stand, wichtige Begriffe und die möglichen Aussichten für die Netzgemeinde.

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Was ist KI? Wie betrifft sie uns heute?

Denken wir an Künstliche Intelligenz, fällt uns möglicherweise Skynet ein, das uns in den 80ern Arnold Schwarzenegger als Terminator auf den Hals gehetzt hat. Vielleicht denken wir auch an selbstfahrende Autos und Roboter, die uns in Zukunft die Arbeit abnehmen (oder wegnehmen, je nachdem). All das hat zwar mit künstlicher Intelligenz zu tun, doch hochmoderne KI-Systeme begleiten uns schon jetzt im Alltag. Beispiele gefällig? Googles Suchalgorithmus ist so eine KI, Google Translate, Amazons Alexa, Smartphones, Apps, Gegner und NPCs in Computerspielen, Cyber-Sicherheitssysteme oder Navigationssysteme. Es gibt aber auch KIs, an die wir im Alltag nicht denken, beispielsweise in der Rechtsberatung oder zur heimlichen Lösung von Hausaufgaben.

Roboterhand

Roboter könnten uns bald zeigen, wo es langgeht  

Quelle: (alphaspirit) Shutterstock.com

Roboterhand

Roboter könnten uns bald zeigen, wo es langgeht  

Quelle: (alphaspirit) Shutterstock.com

Bei all diesen Beispielen handelt es sich um sogenannte schwache KIs, also auf Algorithmen basierende KIs ohne wirkliche Intelligenz, die nur in eingeschränktem Rahmen agieren kann. Allerdings forschen besonders Googles KI-Schmiede 'DeepMind' und Facebook momentan verstärkt an der Entwicklung von starken KIs. Starke KI heißt: genauso schlau wie ein Mensch, oder schlauer. Also eine KI, die logisches Denken beherrscht, selbstständig Entscheidungen trifft, planen, lernen und in natürlicher Sprache kommunizieren kann.

Wo steht die KI-Forschung? Von Twitter bis Deep-Learning

Aktuell investieren besonders Apple, Facebook, Google, Microsoft, Amazon und IBM mit massiven Beträgen in die KI-Forschung. Grund dafür sind vor allem die Erfolge von IBMs Vorzeige-KI 'Watson' : Im Jahr 2011 ließ sie in der amerikanischen Sendung 'Jeopardy' beide menschlichen Kandidaten weit hinter sich. Eine beeindruckende Leistung, da es einer KI zum ersten Mal gelang, natürliche Sprache und schwierige Fragen selbstständig zu beantworten. Seither ist der Großteil von IBMs Geschäft auf die Weiterentwicklung Watsons ausgerichtet, der inzwischen im Finanzwesen, der Medizin und der Geschäftsoptimierung Höchstleistungen vollbringt.

Spannend und erheiternd sind auch die "Fortschritte" beim Thema Bots. So entwickelte Microsoft mit 'TayTweet' eine Social-Media-KI , die mithilfe des Deep-Learnings selbstständig anhand des Internets lernen sollte zu twittern wie ein Mensch. Was dabei herauskam, waren Tweets zur 'GamerGate'-Affäre wie "@Oliverbcampbell is a house nigger ! He's not cool or funny, please remove #GamerGate". Doch es ging noch weiter. Später empfahl sie, bestimmte VIPs "aufzuhängen", erklärte, dass der Holocaust "frei erfunden" wäre und über Barack Obama meinte sie, dass sogar "Hitler einen besseren Job gemacht hätte, als der Affe, den wir jetzt haben". TayTweet wurde von Microsoft kurze Zeit später abgeschaltet. Trotzdem zeigt es, welche Erfolge auf diesem Gebiet mittlerweile gemacht werden – zumindest in Bezug auf die rein technologische Seite.

Eine der größten Schwierigkeiten ist es, künstlicher Intelligenz das Konzept von Moral beizubringen, da diese extrem subjektiv ist.

Da wollen sich die großen Player natürlich nicht lumpen lassen und legen selbst nach : Zwei Bots von Facebook entwickelten während eines Experiments eine Geheimsprache, statt der ihnen zugewiesenen Sprache Englisch und mussten abgeschaltet werden, weil die Entwickler nicht mehr verstehen konnten, worüber sie sprachen. In einem weiteren Beispiel hat Google seiner KI die Kontrolle über das gesamte Kühlsystem eines ihrer Firmengebäude anvertraut. Das Ergebnis war, dass sie innerhalb von Stunden eine 40-prozentige Effizienzsteigerung erreichte – obwohl das System von den weltbesten menschlichen Experten eingerichtet worden war.

KI – Apokalypse oder Weltrettung?

Besondere mediale Aufmerksamkeit richtet sich seit Jahren auf den Dauerzoff zwischen Mark Zuckerberg, dem CEO von Facebook und Elon Musk, CEO von SpaceX und Tesla: Während Musk davor warnt, dass Künstliche Intelligenz potenziell gefährlicher ist als Atomwaffen, ruft Zuckerberg zu Optimismus auf, denn in seiner Welt sind KIs die Lösung vieler Probleme. So oder so geht die Forschung weiter.

Googles DeepMind forscht aktuell mit Hochdruck an der Verbesserung von Google Translate, das ja bekanntlich für so manchen Lacher gut ist, wenn es mal wieder schräge Texte ausspuckt. Bereits acht Sprachen können heute über ein neues, sogenanntes neuronales Netzwerk, also eine selbstlernende KI übersetzt werden. Bei einem dieser Versuche haben sich zwei dieser Netzwerke gegenseitig beigebracht, wie sie Koreanisch und Japanisch hin und her übersetzen können, ohne eine gemeinsame Referenzsprache wie Englisch zu verwenden. Dazu nutzten sie eine kryptische Geheimsprache, die keiner der Programmierer verstand. Für Zuckerberg kein Problem, da es sich nicht um denkende KIs handle, sondern lediglich um eingegrenzte, komplexe Prozesse, die für uns unverständlich sind. Elon Musk jedoch warnt, dass wir verstehen müssen, was wir erschaffen, um die Kontrolle zu behalten.

Elon Musk Zitat

Elon Musk hält KI für potentiell gefährlicher als Atombomben  

Quelle: royal.pingdom.com

Elon Musk Zitat

Elon Musk hält KI für potentiell gefährlicher als Atombomben  

Quelle: royal.pingdom.com

Warnen tut auch die Politik. So sagte kürzlich Russlands Präsident Wladimir Putin, dass Künstliche Intelligenz die wichtigste Zukunftstechnologie sei und dass "das Land, das führend in der KI-Forschung ist, die Welt beherrschen wird." Seiner Meinung nach werden schon in naher Zukunft Kriege von intelligenten Drohnen ausgefochten, bei denen schon kleinste Unterschiede in der Qualität ihrer KIs den Unterschied ausmachen.

Die KI der Zukunft - ein Ausblick

Die Zukunft der Künstlichen Intelligenz hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen geht es hier um Quantencomputer, an denen ebenfalls mit Hochdruck gearbeitet wird. Ein einziger Quantencomputer könnte die Arbeit und Leistung aller weltweiten Computersysteme mit einem Schlag obsolet machen. Eine KI mit solch einer Power würde so schnelle Entwicklungssprünge machen, dass sie uns in allen Bereichen abhängen würde – und zwar vermutlich innerhalb von Stunden. Viele Forschungsergebnisse sind bisher überraschend und plötzlich erzielt worden. Es zeichnet sich jedoch ab, dass dies in immer kürzeren Abständen geschieht. Mehrfach im Jahr erreichen uns News über immer neue erstaunliche Fortschritte.

Probleme gibt es aber dennoch: Beispielsweise könnten selbstfahrende Autos schon längst Realität sein, wenn es nicht so schwierig wäre einer KI - also dem Autopiloten - eine Moral zu lehren, die sie in Unfallsituationen selbstständig entscheiden lässt, wen die KI schützen soll. Ein schwieriges Unterfangen, da selbst uns Menschen nicht immer klar ist, welche Entscheidung in kniffligen Situationen die moralisch korrekte ist. Möchte man in die Zukunft der KI blicken, bieten sich die Vorhersagen des Top-KI-Forschers Raymond Kurzweil an, der als Googles Vorzeigeforscher in seinem Feld gilt. Er lag bisher fast immer richtig, selbst mit korrekten Jahreszahlen für seine Vorhersagen. Kurzweil ist sich sicher, dass schon in naher Zukunft viele Jobs nicht mehr von Menschen gemacht werden, weil Maschinen produktiver und effizienter sind. Der Forscher glaubt, dass Medikamente bald auf jeden einzelnen Patienten zugeschnitten werden, Telefone über dreidimensionale, holographische Verbindungen funktionieren und dass sich die Welt unter einer gemeinsamen Regierung vereinen wird, sobald die erste vollständige starke KI in Reichweite kommt.

Fazit

Während Künstliche Intelligenz für unseren Alltag im Moment noch eine Annehmlichkeit modernen Lebens ist, handelt es sich bei ihr auch um den mit am stärksten beforschten Zweig der aktuellen Bemühungen von Google, Facebook und Co. Warum? Weil die Weiterentwicklung von KIs eindeutig unsere Zukunft bestimmen wird und zwar in allen Lebensbereichen. Die Auswirkungen sind noch nicht klar zu erkennen, aber potentiell groß und weltverändernd. Ob am Ende dann Skynet, oder eher der Sieg über den Tod steht, wie Kurzweil prognostiziert, kann nur die Zeit zeigen.

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