Alles zum Thema Musik-Streaming

Immer und überall seine Lieblings-Hits hören, geräteunabhängig und flexibel wie noch nie – Musik-Streaming-Dienste stellen eine ernstzunehmende Alternative zu physischen Musiksammlungen oder kostenpflichtigen Downloads dar. Die Musik aus der "Wolke" ist populärer denn je.

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Musik-Streaming-Dienste haben einen Anteil am Abwärtstrend physischer Datenträger

Seit Jahren kennt der Verkauf von CDs und anderen physischen Datenträgern nur noch eine Richtung – abwärts. Während sich Albenverkäufe zu Beginn der 2000er noch in einem dreistelligen Millionenbereich bewegten, setzte die Musikindustrie in 2016 nur noch rund 73 Millionen Tonträger ab. Einen großen Anteil daran haben Musik-Streaming-Dienste wie Spotify, Deezer oder Apple Music, die – ähnlich wie die Video-on-Demand-Anbieter – davon profitieren, dass sich das Internet als Trägermedium für Musik mehr und mehr durchsetzt.

Dabei nehmen Streaming-Anbieter in der Regel eine andere Funktion ein, als die typischen Elektronikmärkte oder Schallplattenläden: Sie verkaufen keine Audiodateien, sondern verleihen sie in der Regel durch den temporären Stream via Datenübertragung. Der Trend geht ganz klar in Richtung Flatrate-Regelungen oder monatlichen Abonnements, die es dem Nutzer erlauben, auf die komplette Online-Musiksammlung des Streaming-Anbieters zuzugreifen.

In kostenfreien Varianten müssen Nutzer hingegen deutlich an Komfort einbüßen – neben der Sound-Qualität sind teilweise Funktionen eingeschränkt oder Playlists werden in regelmäßigen Abständen durch Werbung unterbrochen.

Die zwei Seiten einer Medaille

Auch in deutschen Haushalten geht der Trend zum Streaming von Musiktiteln. Eine kürzlich in Auftrag gegebene Studie von Bitkom ergab, dass bereits rund 44 Prozent der deutschen Internetnutzer auf Angebote aus dem Musik-Streaming-Bereich zugreifen. Ebenfalls steigend ist die Bereitschaft, für werbefreien, qualitativ hochwertigeren Streaming-Genuss in die Tasche zu greifen und Deezer, Spotify und Co. zu bezahlen. Die Vorteile liegen dabei klar auf der Hand:

  • Große Musiksammlung: Im Gegensatz zum Kauf eines einzelnen Albums, das zukünftig die Musiksammlung ziert, haben Nutzer von Musik-Streaming-Diensten Zugriff auf Millionen Titel aus der Online-Bibliothek des Anbieters. Neue Tracks werden regelmäßig aufgenommen.

  • Geräteübergreifend: Viele Dienste stellen ihre Clients zum Abspielen der Songs sowohl auf dem PC als auch auf mobilen Geräten zur Verfügung. Nutzer können Songs somit auch unterwegs abspielen – vorausgesetzt, die Internetverbindung steht.

  • Soziale Funktionen: Dienste wie Spotify ermöglichen in der Regel die Verknüpfung mit Freunden, erlauben das Folgen von Interpreten oder öffentlich geteilter Playlists.

  • Entdeckungsreise: Musik-Streaming ist auch immer ein Stück weit das Entecken neuer Songs, Interpreten oder Genres. Redaktionelle Vorschläge geben neuen Input und auf Basis der eigenen Vorlieben ermitteln Dienste oft Vorschläge, die vergleichbar mit dem eigenen Musikgeschmack sind.

Doch wo die Sonne scheint, da ist auch Schatten nicht weit. Einer der größten Nachteile liegt wohl darin, dass euch die Sammlung nie wirklich gehört – kein Titel geht in euren Besitz über, wie bei einem CD-Kauf oder einem kostenpflichtigen Download. Das bedeutet gleichzeitig: Beendet ihr das (zum Teil) monatlich kündbare Abonnement, ist die Musiksammlung verschwunden oder nur noch eingeschränkt nutzbar – ganz im Gegensatz zum gekauften Album, ob digital oder in physischer Form.

Als durchaus ärgerlich können sich auch die Zugriffsbeschränkungen für Streaming-Dienste herausstellen, die es Nutzern untersagen, auf Ihre bezahlten Inhalte zuzugreifen – beispielsweise, wenn man im Ausland unterwegs ist. Geoblocking nennt sich der Begriff, der hinter dieser Problematik steckt und die Einschränkung beschreibt, urheberrechtlich geschützte Werke nur in den eigenen Ländergrenzen uneingeschränkt zu beziehen. Auch dieses Problem würde euch bei gekauften Musikstücken erspart bleiben.

Temporärer Datenfluss ermöglicht Musik-Streaming

Musik-Streaming ist in seinen Grundlagen zunächst das Abrufen von Songs, kompletten Alben, Playlist oder anderen Audiodateien des jeweiligen On-Demand-Anbieters, der die Inhalte online auf Servern bereitstellt. Um diese Inhalte zu beziehen, benötigen Nutzer in der Regel eine Möglichkeit, Dateien mithilfe eines Clients und einer hinreichenden Datenverbindung in die eigenen Boxen zu streamen. Im Unterschied zum vollumfänglichen Download einer Datei landen die zahlreichen kleinen Datenpakete nur für einen begrenzten Zeitraum als temporärer Datenfluss im (flüchtigen) Arbeitsspeicher – der Anbieter stellt seine Inhalte also nur für den Zeitraum der Wiedergabe bereit.

Das ermöglicht es im Gegensatz zu Downloads beispielsweise, bereits während des Streaming-Vorgangs einen Song anzuhören. Vielen von euch wird dieses Zwischenspeichern auch als "Buffern" ein Begriff sein, wenn zum Beispiel Videos laden. Unterbricht dieser Datenstrom aufgrund von Verbindungsproblemen mit dem Internet, stoppt demnach auch die Wiedergabe und der Song pausiert.

Umgehen kann man diesen temporären Zwischenspeicher, wenn Streaming-Dienste eine Download-Funktion integriert haben. Das Herunterladen von Titeln ist in der Regel an die Bezahlversion eines Anbieters geknüpft und erlaubt es Nutzern, selbst dann Musik abzuspielen, auch wenn sie nicht mit dem Internet verbunden sind.

Diese Streaming-Anbieter streiten sich um die Krone

Spotify ist der wohl größte und bekannteste Ableger der Musik-Streaming-Dienste. Der in Schweden gestartete Dienst ist in mehr als 60 Ländern verfügbar und bereits seit 2006 auf dem Markt. Auch wenn die Zahlen variieren – aktuell stellt Spotify seinen Kunden mit rund 30 Millionen Songs eine umfangreiche Musikbibliothek zur Verfügung, in der ihr nach Herzenslust Playlists erstellen könnt und die sozialen Funktionen nutzt, um mit euren Freunden das Musikerlebnis zu teilen.

Neben der standardmäßigen Suche nach Interpreten, Songs oder Alben verknüpft Spotify eure Vorlieben - je länger ihr über Spotify hört, desto besser kennt euch der Musik-Streaming-Dienst. Vorschläge zu alternativen Künstlern, regelmäßige, personalisierte Playlists und die Vorschläge der Redaktion sind nur drei nennenswerte Attribute, die Spotify zu einer wahren musikalischen Fundgrube machen.

Neben Spotify avanciert Apples Streaming-Dienst 'Apple Music' zu einem ernsthaften Konkurrenten – das Unternehmen aus Cupertino kennt sich schließlich aus, wenn es um das Thema Musik geht. Deutlich jünger, dafür mit einem ebenso umfangreichen Titel-Pool wie Spotify, ist der Streaming-Dienst in 100 Ländern verfügbar und mit einem ähnlichen Funktionsumfang ausgestattet. Abo-Kunden streamen entweder die eigenen Hits, die sich aus der Suche ergeben haben oder greifen auf kuratierte Playlists der Redaktion zurück. Darüber hinaus sind Apple-Produkte miteinander verknüpft, was unter anderem eine Schnittstelle zu iTunes-Match ermöglicht.

Doch auch Anbieter wie Amazon versuchen, im Musik-Streaming-Bereich ein Wörtchen mitzureden. Während Prime-Kunden auf eine eher abgespeckte Musikdatenbank zugreifen, agiert Amazon Music Unlimited unabhängig von der Prime-Mitgliedschaft und stellt einen weit größeren Pool an Musiktiteln in den Schaukasten. Dafür werden zwar erneute Abo-Gebühren fällig, doch Prime-Kunden haben exklusive Vorteile – nicht unwesentlich, bedenkt man, wie viele Nutzer auf Amazons Mitgliedsdienst zugreifen.

Hinter diesen Anbietern stehen noch zahlreiche weitere Konkurrenten, die sich in diesem Sektor um Nutzerzahlen streiten. Napster – früher bekannt als Musiktauschbörse – versucht sich nach dem freien Fall des Unternehmens ebenfalls am Streaming-Modell, genauso wie das durchaus erfolgreiche Deezer.

In Deutschland hat sich mit SoundCloud ebenfalls ein populärer Musik-Streaming-Dienst entwickelt, der vor allem durch seine einzigartige Song-Auswahl bekannt ist. Auf ihm befinden sich kaum kommerzielle Titel – hier lädt die Community Remixe und Eigenproduktionen hoch. Für Nutzer ist SoundCloud kostenlos, während Uploader oder Künstler für den Speicherplatz ihren Anteil zahlen müssen.

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