Alles zum Thema Netflix

Der einst als Filmverleih gestartete Streaming-Dienst 'Netflix' hat die Sehgewohnheiten von Millionen von Menschen nachhaltig verändert. Serien, seien es Polit-Thriller wie 'House of Cards', Science Fiction à la 'Stranger Things' oder Knast-Dramen wie 'Orange is The New Black', haben die Welt in kürzester Zeit im Sturm erobert und gehören - nicht zuletzt dank dem VoD-Anbieter mit den roten Buchstaben - fest zur Popkultur.

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Video-on-Demand, also das meist werbefreie Abrufen von Serien oder Filmen über das Internet, ist aus der Freizeitgestaltung der meisten Menschen heute kaum noch wegzudenken. VoD-Dienste wie Amazon Video, HBO oder Netflix sind derart beliebt, dass Video-Streaming in vielen Teilen der Welt heute längst zur Pop-Kultur gehört.

Gerade der Erfolg des VoD-Dienstes 'Neflix' hatte maßgeblichen Anteil daran – was nicht zuletzt durch Wortschöpfungen wie 'Binge Watching', 'Binge Racing' oder eben 'Netflix and Chill' verdeutlicht wird, die maßgeblich durch den Service mit den markanten roten Buchstaben geprägt wurden.

Über 100 Millionen Abonnenten konnte Netflix Mitte 2017 weltweit verbuchen, fast 3 Milliarden US Dollar Umsatz erwirtschaftete das Unternehmen aus Los Gatos allein im dritten Quartal. Auch in Deutschland steht Netflix bei Film- und Serienfreunden hoch im Kurs und dem schärfsten Konkurrenten Amazon Video in kaum etwas nach.

Netflix setzt auf hochwertige Serien

Netflix wird bei seinen Fans allerdings weniger wegen Blockbustern aus dem Popcorn-Kino eingeschaltet. Diese finden Nutzer zwar vereinzelt auch im Programm des Streaming-Anbieters, sie sind aber bei Weitem weder so zahlreich vorhanden noch so aktuell wie bei anderen VoD-Anbietern. Um sich von der durchaus hochkarätigen Konkurrenz auf dem Streaming-Markt abzuheben, haben sich die Netflix-Macher daher eine andere Nische gesucht, mit der sie ihre Abonnenten vor die Bildschirme fesseln wollen: Ein umfassendes Serien-Angebot.

Von 'Friends' bis 'How I Met Your Mother': Freunde klassischer Shows werden bei Netflix schnell fündig und wählen aus einem riesigen Katalog von Serien, viele davon mit einer bis zu dreistelligen Anzahl an Episoden. Besonders die regelmäßig erscheinenden Eigenproduktionen sind für viele Nutzer aber der Grund schlechthin, Abend für Abend vor dem heimischen TV-Gerät zu versacken. Seit 2013 setzt Netflix auf dieses Zugpferd, das fast durch die Bank hochwertig produziert wird und mit hervorragender Qualität punktet.

Schon die erste Netflix-Eigenproduktion aus dem Jahr 2013, das Polit-Drama 'House of Cards' mit Kevin Spacey in der Hauptrolle, konnte Kritiker und Fans gleichermaßen begeistern. Auch die Frauenknast-Serie 'Orange Is the New Black' oder der Drogen-Krimi 'Narcos' stehen nach wie vor hoch in der Gunst von Serien-Freunden. Auf dem Erfolg allerdings will sich Netflix anscheinend nicht ausruhen, selbst mit interaktiven Serien hat der Streaming-Anbieter bereits experimentiert. Auch die Rechte für einige fremdproduzierte Serien hat sich Netflix gesichert, unter denen besonders die Marvel-Produktionen 'Daredevil' , 'Luke Cage' und 'Jessica Jones' ein großes Publikum erreichen.

Hohe Kompatibilität und Benutzerfreundlichkeit

Vom Film- und Serienangebot abgesehen gibt sich der VoD-Dienst größte Mühe, seine Kunden auch über die intuitive Benutzeroberfläche bei der Stange zu halten. So werden Serien und Filme in einer übersichtlichen Darstellung minutiös in Genres und Subgenres unterteilt. Anhand der Sehgewohnheiten schlägt der Dienst dem Nutzer zudem Titel vor, die vermeintlich zu dessen Geschmack passen.

Darüber hinaus punktet der Dienst in Sachen Kompatibilität: Wer nicht jedes Mal zur Webanwendung navigieren möchte, nutzt die als komfortabel geltende Smart-TV-App, die bereits auf vielen Smart-TV-Modellen vorinstalliert ist. Auch auf Windows-, iOS-, Android-Geräten und Spiele-Konsolen lässt sich eine App installieren, über die Inhalte sogar für begrenzte Zeit heruntergeladen und offline angeschaut werden können.

Preisklassen mit eingebautem Spartrick

Preislich bewegt sich Netflix auf einem erträglichen Niveau. Zwar kommt es auch bei Netflix gelegentlich zu Preiserhöhungen, diese fallen in der Regel aber moderat aus. Angeboten werden derzeit drei Preis-Staffelungen, die zum einen Unterschiede hinsichtlich der maximal möglichen Bildauflösung aufweisen: Die günstigste Variante bietet nicht einmal HD-Streaming, während Premium-Abonnenten Filme und Serien sogar in Ultra-HD schauen können. Ist die Gebühr einmal bezahlt, lässt sich das gesamte Angebot, im Gegensatz zu einigen Wettbewerbern, stets ohne Zusatzkosten abrufen.

Zum anderen dürfen je nach gebuchter Preisklasse zusätzliche Profile angelegt werden, mit denen das Netflix-Angebot zeitgleich und unabhängig voneinander auf verschiedenen Geräten abgerufen werden kann. Auch wenn dies eigentlich als zusätzlicher Service für Familien eingeführt wurde, teilen sich viele Netflix-Nutzer heute ihre monatlichen Kosten mit Freunden und Bekannten. Bei der derzeitigen Preiskonstellation lässt sich das Premium-Paket so für nicht einmal 4 Euro pro Person im Monat buchen – allerdings ist diese Vorgehensweise rechtlich umstritten. Bislang wird diese durchaus gängige Praxis von Netflix aber stillschweigend geduldet.

Netflix: Schwächen bei Umfang und Aktualität

Dulden müssen Netflix-Kunden auch einige deutliche Schwächen, die der VoD-Service gegenüber einigen Konkurrenten aufweist. Neben der bereits erwähnten, eher dürftigen Auswahl von Blockbuster-Filmen ärgern sich viele User über die mangelnde Aktualität – und das auch bei der Netflix-Paradedisziplin. Denn viele Serienhits laufen mit deutlicher Verspätung bei Netflix an oder werden erst nach erheblicher Verzögerung fortgeführt.

'The Walking Dead' oder 'Rick and Morty' sind nur zwei Beispiele für Kassenschlager, die Netflix-Abonnenten erst viele Monate nach Erstausstrahlung auf anderen VoD-Portalen zu Gesicht bekommen. Besonders frustrierend ist dieser Umstand bei neuen Staffeln von Eigenproduktionen wie der eingangs erwähnten Serie 'House of Cards', die hierzulande zuerst beim Pay-TV-Sender 'Sky' zu sehen ist.

Netflix mit spätem Start in Deutschland

Trotz genannter Schwachpunkte gehört Netflix für viele deutsche Nutzer heute zum zentralen Bestandteil der Freizeitgestaltung. Lange gibt es den Dienst hierzulande aber noch nicht: Erst im seit September 2014 ist Netflix in Deutschland mit seinem Streaming-Dienst an den Start gegangen, nachdem er 2012 über den großen Teich nach Europa geschwappt war und erste Gehversuche in Großbritannien, Irland und Skandinavien unternommen hatte.

Zu diesem Zeitpunkt war Netflix in den USA aber längst ein alter Hut. Bereits 1997 startete das Unternehmen als mehr oder weniger klassischer Filmverleih, der bis zu seinem Börsengang fünf Jahre später nicht einmal rentabel wirtschaftete. Erst zehn Jahre nach Gründung, als Netflix bereits eine Milliarde DVDs verschickt hatte, änderte das Unternehmen seine Strategie und begann, Filme auch über das Internet als Stream verfügbar zu machen.

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