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WhatsApp ist für so gut wie jeden Smartphone-Besitzer ein Begriff. Kaum jemand kommt an dem wohl erfolgreichsten Instant Messenger vorbei, wenn man mit seinen Freunden in Einzel- und Gruppen-Chats über Kurz- oder Sprachnachrichten in Kontakt bleiben möchte. Wie ist WhatsApp so erfolgreich geworden und was zeichnet die systemübergreifende App überhaupt aus?

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WhatsApp: Die wesentlichen Infos zum "Volks-Messenger"

Smartphone-Besitzern einen Einstieg in das Thema WhatsApp zu servieren fühlt sich ein bisschen an, als würde man einem Eichhörnchen erzählen wollen, was Nüsse sind. Doch auch, wenn sich täglich rund eine Milliarde Menschen aus 180 Ländern täglich mit dem wohl erfolgreichsten 'Instant Messenger' unserer Zeit verbinden, hat der Dienst einiges auf dem Buckel, was über die reine Benutzung hinaus geht und über das es sich zu berichten lohnt.

WhatsApp ist in erster Linie ein Instant Messenger, mit dem ihr Textnachrichten an alle Kontakte in eurer Liste versenden könnt, die den Dienst ebenfalls auf ihrem Smartphone installiert haben. Darüber hinaus stehen euch noch eine gute Handvoll weiterer Funktionen zur Verfügung, die im Lauf der Zeit dazu gekommen sind: Beispielsweise das Versenden von Sprachnachrichten, Bildern oder Dateianhängen, das Übermitteln von Standorten mithilfe von Google Maps oder die neue Status-Funktion, mit der ihr Freunde 24/7 an eurem Tag teilhaben lassen könnt.

Um sich mit WhatsApp zu verbinden und die Funktionen nutzen zu können, müssen drei Bedingungen gegeben sein:

  1. Die Installation, die mobil sowohl für Android, iOS als auch für das hauseigene Betriebssystem von Blackberry standardmäßig zum Download in den jeweiligen App-Stores bereitsteht.

  2. Die Registrierung mit der weltweit einmaligen Mobilfunknummer, welche die Funktion der Benutzererkennung übernimmt und über die sich der Dienst auch Kontakte zieht, die ebenfalls Nutzer von WhatsApp sind.

  3. Ein Internetzugang – der Dienst nutzt im Gegensatz zur klassischen SMS und wie viele andere Instant Messenger ebenfalls die Übermittlung von Informationen durch das Web.

Allgemein reiht sich der Dienst in die Liste der App-basierten Instant Messenger ein, die darüber hinaus auch systemübergreifend für Smartphones, Tablets und Desktop-Betriebssysteme wie Windows oder 'OS X' zur Verfügung stehen und genutzt werden können. Das bedeutet: Benutzt ihr WhatsApp auf einem Android-Smartphone, könnt ihr auch mit Freunden texten, die den Dienst über ein iPhone benutzen.

Anfang 2015 stellte der Instant Messenger seine Funktionen ebenfalls in einer webbasierten Browser-Variante - knapp ein Jahr später sogar als vollumfängliche Desktop-App für PCs - zur Verfügung. Seit dieser Zeit ist es möglich, in abgespeckter Version über die Browser-Version zu schreiben. Die Desktop-App hingegen muss installiert werden und bietet den kompletten Funktionsumfang von WhatsApp.

Infografik zur Nutzung von Whatsapp von Statista

(statista.com)

Vom reinen Status-Dienst zum konkurrenzlosen Instant Messenger

Während sich WhatsApp immer mehr zu einem systemübergreifendem Instant Messenger mit Social-Media-Funktionen weiterentwickelt, startete der von Jan Koum und Brian Acton gegründete Dienst 2009 zunächst unter ganz anderen Voraussetzungen: Es war eine Applikation für iPhones, die Status-Meldungen einblendete. Diese Meldungen ließen sich schnell und einfach schreiben und informierten die Freunde in der Kontaktliste – vorausgesetzt, sie hatten ebenfalls WhatsApp installiert – über das momentane Befinden.

In einigen seiner Interviews sprach Koum darüber, wie er 2008 auf die Idee kam, einen Statusdienst zu entwickeln. Während eines Auslandsaufenthalts in Argentinien störte sich der ehemalige Yahoo-Entwickler unter anderem daran, dass Telefonate mit Freunden und Bekannten stets auf "gut Glück" abliefen, denn man wusste nie, ob der Gesprächspartner überhaupt Zeit hatte. Durch WhatsApp konnten Nutzer nun angeben, wo sie sich befanden, ob sie Zeit für ein Telefonat finden würden oder ob sie – sei es durch Meetings, Mittagsschlaf oder Sport – momentan nicht ans Smartphone gehen konnten.

Zu einer Art Instant Messenger mutierte WhatsApp erst, als Apple den Entwicklern das Senden von Push-Benachrichtigungen erlaubte – jedes Mal, wenn ein Kontakt auf dem iPhone den eigenen Status veränderte. Obwohl Kurznachrichtendienste zu diesem Zeitpunkt bereits durch Skype oder die jeweiligen Messenger einzelner Smartphone-Hersteller auf den Geräten vertreten waren, konnte WhatsApp das Feld quasi ohne ernsthafte Konkurrenz beackern.

Der Dienst wurde immer erfolgreicher, mehr und mehr Menschen nutzten ihn und neben der Bereitstellung für weitere Betriebssysteme (u.a. Android) folgten Funktionen wie Sprachnachrichten oder das Versenden von Bildern. Doch vor allem die stets wachsende Bedeutung von Smartphones, die 2009 so noch nicht vorausgesehen wurde, machte den Dienst im Nachhinein so erfolgreich. Der Instant Messenger setzte von Anfang an auf die mobilen Kurznachrichten und erarbeitete sich, gerade auch im Hinblick auf seine leichte Bedienbarkeit, eine immer weiter wachsende Fanbase. 2014 benutzten rund 450 Millionen Leute WhatsApp – wohl einer der entscheidenden Gründe, weshalb sich Facebook den Dienst im selben Jahr rund 19 Milliarden US-Dollar kosten ließ.

WhatsApp bündelt die aktuell wichtigsten Funktionen unter einer simplen Benutzeroberfläche

Als Instant Messenger werden Applikationen oder Programme bezeichnet, mit denen eine vereinfachte Kommunikation mithilfe von Kurznachrichten im Textformat zwischen zwei oder mehreren Personen möglich wird. Das gilt für WhatsApp wie für die meisten anderen Dienste, die in der Regel das Internet benutzen, um ihre Daten zu versenden. Im Gegensatz zur klassischen SMS, die mit dem immer weiter verbreiteten Zugang zu mobilem Datenvolumen einfach teuer ist, können WhatsApp-Nutzer somit verhältnismäßig günstig Nachrichten versenden.

Texte lassen sich in WhatsApp zudem mit verschiedenen Formatierungen versehen. Unter anderem entstehen so fette, kursiv geschriebene und durchgestrichene Passagen in Kurznachrichten, um Bedeutungen besser herauszustellen. Auch Gruppen-Chats stellt die App in Aussicht, bei denen bis zu 256 Personen gleichzeitig miteinander in Kontakt treten können. Wichtigste Funktion, wenn man in viele Gruppen eingeladen wird, ist das Stummschalten einzelner Channels, damit die Informationsflut aller Teilnehmer einigermaßen eingedämmt wird.

Einen wesentlichen Anteil an dem sozialen Aspekt haben zudem die Profil-Angaben, die der Instant Messenger anbietet. Neben einem klassischen Profilfoto, das euren Kontakten eine visuelle Bestätigung der Echtheit eures Profils ermöglicht, könnt ihr auch einen Kontaktnamen angeben – so, wie ihr von euren Kontakten erkannt werden möchtet. Darüber hinaus hält der Dienst an seinen Wurzeln fest und stellt Nutzern Status-Meldungen zur Verfügung. Mit der Einführung der an Snapchat angelehnten "neuen" Status-Funktion verschwand der alte Text-Status für rund einen Monat, nur um danach wieder implementiert zu werden. Grund dafür: Die User waren wenig begeistert davon und verlangten das Feature zurück.

Je smarter die Geräte, desto smarter die Funktionen – im Laufe der Zeit führte der Instant Messenger einige Features ein, die über die reine Kommunikation via Textnachrichten hinausgehen. Zum einen wurde das einfache Übermitteln von Dateien und Bildern eingefügt, mit dem der visuelle Aspekt eines Gesprächs Einzug in den Messenger hielt. Später gesellten sich auch Voice-Messages oder Sprachnachrichten hinzu, mit denen man kurze Aufnahmen über das Smartphone-Mikrofon versenden konnte.

WhatsApp integrierte zahlreiche weitere Features in seinen Chat-Verlauf, unter anderem die Suchfunktion für Gifs, einige simple Bildbearbeitungsfunktionen oder einem Direkt-Support von YouTube – direkt im Chatfenster. Außerdem zog der Instant Messenger mit Voice-over-IP-Konkurrenten wie Skype oder Discord gleich und fügte mit der Videotelefonie ein zu diesem Zeitpunkt heiß erwartetes Feature ein. Während iPhone-Besitzer zunächst noch auf die Sprach- und Bildanrufe via Internet verzichten mussten, konnten Android-Nutzer bereits mit ihren Liebsten auf der ganzen Welt "skypen" – allerdings nun via WhatsApp.

In Zeiten von Big Data ist WhatsApp mehr wert als ein Topf voll Gold

Das WhatsApp weit mehr ist als nur ein einfacher Instant Messenger, zeigte auch das Beben im Silicon Valley, als der eine Social-Media-Gigant den anderen schluckte. Mit kolportierten 19 Milliarden US-Dollar sicherte sich Facebook die Rechte an WhatsApp, um mit ihrem Messenger nicht mehr gegen den Marktführer dieses Segments ankämpfen zu müssen.

Schaut man sich die statistischen Zahlen an, die WhatsApp monatlich und täglich durch seine User generiert, wird deutlich, welche Daten-Power durch die Server fließt. Insgesamt 60 Sprachen werden unterstützt, in 180 Ländern ist der Messenger verfügbar und rund 55 Milliarden Nachrichten verschicken die User auf der ganzen Welt – täglich!

Und ein Ende ist momentan nicht in Sicht. Gegenwärtig kämpfen die stärksten Instant Messenger mit immer ähnlicheren Funktionen um die Gunst der Nutzer, binden immer weitere Features ein, die aus einfachen Kurznachrichtendiensten mehr und mehr soziale Netzwerke formen. Mit der Einführung der Status-Funktionen bedienen sich WhatsApp und der Facebook Messenger bereits an sozialen Netzwerken wie Snapchat und gehen mit dem Instagram-Trend, auf Bilder zu setzen – schließlich sagt ein Bild mehr als tausend Worte.

Facebook hat damals den Trend verpasst, auf die Vernetzung durch Kurznachrichtendienste am Smartphone zu setzen. Als dieser nicht mehr von der Hand zu weisen war, korrigierten sie diesen Fehler mit einem Berg voll Geld und machten die Gründer von WhatsApp kurzerhand zu Milliardären. In Zeiten von Big Data, in denen Nutzerzahlen und die Erkenntnisse daraus mehr wert sind als ein Tresor mit Gold, wird sich zeigen, welche Dienste sich schlussendlich durchsetzen und wer die längere Ausdauer zeigt.

Obwohl immer neue Instant Messenger und deren Ausprägungen auf den Markt strömen, hat WhatsApp aus unserer Sicht einige hervorstechende Vorteile - zum einen: Jeder kennt es! Auch wenn soziale Dienste wie Snapchat neue Generationen abholen und über einen Zeitraum mehr Aufmerksamkeit bekommen - WhatsApp bleibt, sitzt Trends entweder aus oder imitiert die Funktionen. Darüber hinaus verschwinden die wechselwilligen User nicht vollkommen, nutzen WhatsApp immer noch für Gruppen-Chats oder Konversationen mit Bekannten, die neue Trends nicht bedingungslos mitgehen.

Ein weiterer, wesentlicher Punkt ergibt sich aus der Vision des Gründers Jan Koum, der bis zum Verkauf jahrelang an seinen Idealen festhielt, sich gegen die großen Player zu behaupten und einen Instant Messenger zu kreieren, mit dem selbst die ältere Generation umgehen kann – ohne Werbung, ohne Schnickschnack. WhatsApp ist trotz der immer neuen Funktionsänderungen weiterhin ein direkter, einfacher Messenger, der großflächig beliebt ist. Auch die zugegebenermaßen immer wiederkehrenden (und angebrachten) Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes haben Wachstum und Beliebtheit keinen Abbruch getan. Doch mit Einführungen wie der Zwei-Faktor-Authentifizierung oder einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Chats nimmt man sich den Vorwürfen zumindest an.

Außerdem ist WhatsApp systemübergreifend und deshalb ungebunden an Endgeräte. In den USA ist Apples hauseigener iMessage-Dienst beispielsweise unglaublich populär. Kein Wunder, denn der Absatz von iPhones in den USA ist gewaltig. Und auch wenn iMessage dort einen großen Marktanteil besitzt – wie kommuniziert man mit dem Kumpel, der sich kein iPhone leisten kann? Selbst wenn man auf Facebooks integrierten Kurznachrichtendienst 'Messenger' zurückgreift, bleibt der User doch irgendwie weiterhin dem WhatsApp (weil Facebook-Tochter)-Kosmos erhalten.

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