Alles zum Thema Windows

Microsoft Windows hat uns nicht nur von der deprimierenden schwarzen Eingabeoberfläche von MS DOS erlöst, sondern eine komplett neue Ära von Betriebssystemen eingeläutet. Zwischen Windows 1.0 und Windows 10 hat sich so viel getan, dass Microsofts Flaggschiff mittlerweile knapp 90 Prozent Marktanteil unter allen Betriebssystemen hat. Zum Vergleich: Apples OS X kommt dagegen gerade einmal auf 4 Prozent. Fakt ist also: Windows ist aus dem Alltag gar nicht mehr wegzudenken.

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Von Windows 3.1 bis Windows 10 – ein Überblick

Was waren das noch für Zeiten, als man Spiele wie das erste 'Doom' von 84 Disketten installieren und jede Eingabe über die Kommandozeile von MS DOS machen musste. Windows räumte damit auf, indem es in den ersten Versionen von 1.0 über 3.1 bis ME einfach als grafische Oberfläche für DOS diente. Ein altbewährtes System in hübscherem und zugänglicherem Gewand. Nach ME, das auf 95 und 98 folgte, wurde die NT-Linie immer populärer, die mit Windows XP einen gefeierten Nachfolger für Windows 2000 fand und sich bis heute auf ca. 9 Prozent aller Rechner weltweit befindet. Es folgte das Vista-Debakel: Sicherheitslücken, Komfortmangel, Kompatibilitäts- und Performanceprobleme waren nur einige Stolpersteine, die für Aufregung sorgten.

Den größten Marktanteil hat mit fast 50 Prozent noch immer Windows 7

Die Entschädigung folgte nicht einmal zwei Jahre später mit Windows 7, das deutlich fertiger und durchdachter auf den Markt kam und ihn bis heute mit fast 50 Prozent dominiert. Die Seriennummer 8 galt erneut als Problemsystem und wurde von den Nutzern abgelehnt, da die neue Benutzeroberfläche als Kompromiss zwischen Desktop- und Mobilgeräten nicht gut angenommen wurde. Mit dem neuesten Produkt, Windows 10, gaben sich die meisten Nutzer wieder versöhnlich, da es Sicherheitsmängel beseitigte, kostenlos für Besitzer aller Vorgängerversionen war und deutlich mehr individuelle Anpassungen zuließ.

Risiken und Nebenwirkungen von Windows

Microsoft ist immer wieder in die Kritik geraten, weil Windows besonders anfällig für Cyberattacken sei. Diese Meinung wird auch gerne von Apple kundgetan und das hat gleich mehrere Gründe: Zum einen ist Windows als gefährdetes Betriebssystem am wahrscheinlichsten, weil es eben 90 Prozent Marktanteil hat und Hacker damit den meisten Schaden anrichten können. Zum anderen sind viele Nutzer genervt von ständigen Sicherheitsupdates, die Microsoft veröffentlicht. Es werden so viele Lecks geflickt, dass sich viele Nutzer nicht über den laufenden Support freuen, sondern stattdessen auf die zu lösenden Probleme schauen.

Der Windows 8 Bluescreen

Ein häufig mit Windows assoziierter Anblick: Der Blue Screen  

Quelle:

Der Windows 8 Bluescreen

Ein häufig mit Windows assoziierter Anblick: Der Blue Screen  

Quelle:

Sauer aufstoßen dürfte einigen auch die Vertriebspolitik des Software-Giganten aus Redmond: Windows 10 wurde mit solcher Macht in den Markt gezwungen, dass man unvermittelt den Support für Vorgängerversionen zurückfuhr, oder kurzerhand komplett einstellte – unter anderem auch für das beliebte Windows 7. Ärgerlich ist für viele Anwender auch Microsofts Datenhunger, die Update-Pflicht und eine verwirrende Lizenzpolitik: Home, Business, Student, Professional, Enterprise – da kann man schon mal den Überblick verlieren. Ein weiterer Haken bleibt die Bloatware: Die meisten Hersteller verkaufen ihre PCs und Notebooks mit einer großen Ladung vorinstallierter Software, die sich nicht ohne Weiteres entfernen lässt und sich negativ auf die Performance und Stabilität des Systems auswirkt.

Die Stärken von Windows

Die erste Stärke ist natürlich die Kompatibilität der vielen Dateiformate. Der Marktanteil von 90 Prozent macht's. Die meisten Computernutzer kennen sich mit Windows aus, ein Datenaustausch ist leicht, Hilfe schnell in zig Foren oder der engagierten Microsoft Community gefunden. Windows kommt außerdem mit dem bewährten Explorer und einer intuitiven Benutzeroberfläche daher, die sich einfach anpassen lässt. Weitere Vorteile sind die schnelle Implementierung technischer Neuheiten und die schnelle Reaktion auf Sicherheitslücken, die Tatsache, dass es sich um dasselbe Betriebssystem für alle Geräte handelt, die ausgereifte Sprachsteuerung 'Cortana' und die Möglichkeit, Profi-Einstellungen vorzunehmen. Anders als bei Apples OS X, haben Nutzer Zugriff auf so ziemlich jeden Bereich des Betriebssystems.

Microsoft vs. Apple vs. Linux

Der Kampf um Kunden und die öffentliche Meinung zwischen Microsoft und Apple ist in den letzten Jahren etwas abgeflaut, besteht im Grunde aber seit den 90er Jahren. Damals ging es noch um die einfache Frage "wer ist besser?" – besonders, welches Betriebssystem besser ist. Heute wird immer deutlicher, dass Apple im Grunde genommen eine Hardware- und Microsoft eine Software-Firma ist. Es handelt sich nicht mehr um eine Lifestyle-Entscheidung, ob wir den Apfel oder die vier Kacheln auf den Schreibtisch stellen sollten.

Linux-Pinguin träumt von Windows

Linux? Microsoft stieg einfach mit ein!  

Quelle: (Rose Carson / Marco Nottmeier) Shutterstock.com / Pixabay / Netz.de

Linux-Pinguin träumt von Windows

Linux? Microsoft stieg einfach mit ein!  

Quelle: (Rose Carson / Marco Nottmeier) Shutterstock.com / Pixabay / Netz.de

Hinzu kommt die Tatsache, dass mit Google ein dritter Player in den (mobilen) Konkurrenzkampf eingestiegen ist. Android dominiert immerhin mit knapp 87 Prozent den Markt für Smartphone-Betriebssysteme, während Apple die größten Gewinnmargen einfährt und Windows 10 mobile weit abgeschlagen liegt. Und am Rande des ganzen Wirrwarrs steht Linux, das heute zwar deutlich benutzerfreundlicher und noch immer das wohl sicherste Betriebssystem der Welt ist, aber sein Dasein im Schatten der Riesen fristet.

Die Zukunft von Windows

Heute mehr als je zuvor hat Microsoft seine Hände in vielen verschiedenen Töpfen: Da wäre natürlich Windows, PC-Hardware, Augmented Reality, Virtual Reality, Künstliche Intelligenz, Cloud Computing, Xbox und Spieleentwicklung – um nur ein paar zu nennen. Vier Pläne für die Zukunft stechen dabei aber hervor.

  1. Die Verbesserung des Windows Stores und seiner Apps. Bisher wird Windows als Betriebssystem für Smartphones noch weitgehend vom Markt ignoriert, was an dem Fehlen guter Apps und ganz allgemein der Tatsache liegt, dass es viel zu wenige davon gibt, um mit iOS oder Android mithalten zu können. Um das zu ändern, will Microsoft in Zukunft auch Apps der beiden Konkurrenten in den hauseigenen Store integrieren.
  2. Eng mit Plan 1 hängt auch Plan Nummer 2 zusammen, nämlich, das Windows Betriebssystem über einzelne Apps auch auf iOS- und Android-Geräte zu verfrachten.
  3. Die Entwicklung von günstigen VR-Geräten. Während sich die HoloLens eher im Unternehmensbereich für den Einsatz in Arbeitsabläufen durchsetzt und viel Geld kostet, will Microsoft mit Partner Acer weiter an günstigen VR-Brillen und Controllern arbeiten.
  4. Cortana soll zur vollwertigen digitalen Assistentin ausgebaut werden. Man hat in Redmond zähneknirschend zur Kenntnis genommen, dass man von Amazons 'Echo' mit der Assistentin 'Alexa' überholt wurde, weshalb es bis Ende des Jahres eine eigene "Cortana mit Lautsprecher" als Gegenmodell geben soll. Das Problem ist, dass Amazon bereits viele Kooperationspartner an Bord hat und Microsoft noch nicht. Dafür ist Cortana bereits auf Millionen Geräten installiert. Ob die Lücke zur Konkurrenz geschlossen werden kann, wird sich also zeigen.
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