Sind Zukunftstechnologien zum Greifen nahe?

Dank KI: morgen schon Dinge tun, die gestern noch Science Fiction waren

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Foto von Benjamin Krämer

von Benjamin Krämer -

Steht die Menschheit vor einem Entwicklungssprung? Technologien entwickeln sich rasant, nicht zuletzt die Hardware unserer Computer. Doch obwohl eine jährliche Verdoppelung der Rechenleistung unserer Smartphones normal ist, könnten wir schon bald eine Explosion des Fortschritts zu erleben. Grund sind immer neue Durchbrüche in der KI-Forschung, die Wissenschaftler immer häufiger Sorgen machen.

Einmal in die Zukunft reisen und nachschauen, was für Wunder es dort zu entdecken gibt – ein Tagtraum, nicht nur für Marty McFly in "Zurück in die Zukunft". Wissenschaftler wie Ray Kurzweil, der für Google an künstlicher Intelligenz forscht, sind sich sicher, dass das schon bald möglich sein wird – ganz ohne Zeitmaschine.

Fortschritt läuft anders als wir denken

Um zu verstehen, wie Kurzweil und andere führende KI-Forscher zu dieser Annahme gelangt sind, müssen wir einen Blick auf menschlichen Fortschritt werfen. In unseren Gedanken verläuft er progressiv linear, das heißt er steigt kontinuierlich an. In Wahrheit aber wird menschlicher Fortschritt immer rasanter, steigt exponentiell. Das liegt daran, dass moderne Technologien Prozesse in allen Forschungsbereichen vereinfachen und beschleunigen.

Graphen auf X- und Y-Achse

Exponentiell statt progressiv-linear: Technologischer Fortschritt  

Quelle: (Benjamin Krämer) 

Graphen auf X- und Y-Achse

Exponentiell statt progressiv-linear: Technologischer Fortschritt  

Quelle: (Benjamin Krämer) 

Ein Beispiel: Ginge ein Mensch aus dem 15. Jahrhundert 100 Jahre in die Zukunft, würde er dort einige Unterschiede in der Mode finden, aber noch immer Pferdekarren, Musketen und Männer mit Säbeln sehen. Würde ein Mensch von 1900 ins Jahr 2000 reisen, würde er wahrscheinlich einen Herzinfarkt bekommen. Für ihn wäre alles anders: Autos, Flugzeuge, Drohnen, Smartphones, Spaceshuttles und das Internet. Würden wir heute 100 Jahre in die Zukunft springen, wären die Unterschiede noch weitaus frappierender.

Ändern KIs die Spielregeln?

Möglichweise reicht für ungläubiges Staunen aber auch ein Zeitsprung von nur 20 Jahren. Grund dafür sind Fortschritte in der aktuellen KI-Forschung. Schon heute kontrollieren einfache KIs das Internet, unsere Smartphones, Stromnetze und Autos. Doch in naher Zukunft werden sie noch viel mehr vollbringen. Der Grund? Unternehmen wie Googles "DeepMind" entwickeln mittlerweile monatlich neue Wunder-KIs: Erst Anfang 2016 wurde der amtierende Weltmeister im überaus komplexen "Go"-Spiel von Googles "AlphaGo" geschlagen, was kurz zuvor noch als unmöglich galt. Doch zwei Monate später kam schon die nächste Überraschung, als Google einer KI die vollständige Kontrolle über das Kühlsystem eines seiner Rechenzentren übertrug.

Das Ergebnis: Die künstliche Intelligenz verbesserte die Effizienz des Systems um glatte 40 Prozent, indem sie Wege erdachte, auf die noch kein menschlicher Experte zuvor gekommen war. Heute spart Google dadurch mehrere hundert Millionen Dollar pro Jahr. Doch es gibt auch Schattenseiten. Microsoft brachte beispielsweise seinem KI-Programm 'Tay' bei, über das Internet zu lernen und dort anhand der unendlichen Weiten der Datenwelt realistisch menschliches Verhalten zu simulieren. Tay tat was ihm aufgetragen wurde und was geschah? Das Programm lernte, passte sich an und postete bald rassistische Hetzkommentare, leugnete den Holocaust und beschimpfte andere Nutzer mit wüsten Hasstiraden. Gebraucht hatte es dafür nicht einmal 24 Stunden.

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