Unbedenklich oder gefährlich?

Lebensmittel-Check: Diese Webseiten klären euch auf

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Glykol, Antibiotika-belastetes Fleisch, Keimbelastung - trotz unserer scheinbar hohen Lebensmittelstandards in Deutschland kommt es immer wieder zu Skandalen, die uns beim Einkauf von Gemüse, Obst und Fleisch verunsichern. Seriöse Informationen sind das A und O für eine gesundheitsbewusste Kaufentscheidung.

Erst kürzlich sorgte ein Skandal um Fipronil-verseuchte Eier aus den Niederlanden wieder für Aufsehen: Durch den Einsatz des Insektizids bestand eine akute Gesundheitsgefahr, vom Verzehr der Eier wurde gewarnt. Dies galt insbesondere für Kinder - auch dann, wenn die Eier nur geringfügig belastet waren. Und schon folgt der nächste Aufreger: Ein Erzeuger kaufte verdorbene Bio-Eier ein und lieferte sie unter seiner Marke an Edeka aus. Aber woher weiß man, ob die gerade aus dem Supermarkt mitgebrachten Lebensmittel zu den gefährdeten Produkten zählen? Im Internet gibt einige seriöse Anlaufstellen, bei denen ihr euch informieren und auf dem Laufenden halten könnt:

1. Eiercode prüfen und Herkunft ermitteln

Screenshot der Eiercode-App

Für unterwegs bietet KAT zur Überprüfung von Eiern die App 'Eiercode' an.  

Quelle: (Screenshot) Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (KA

Screenshot der Eiercode-App

Für unterwegs bietet KAT zur Überprüfung von Eiern die App 'Eiercode' an.  

Quelle: (Screenshot) Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (KA

Der Stempel auf Eiern gibt Aufschluss über Haltungsform, Erzeugerland und Legebetriebs-Nummer. Wird ein bestimmtes Herkunftsland oder ein Betrieb als Erzeuger von schädlichen Lebensmitteln genannt, könnt ihr selbst überprüfen, was sich in der Auslage befindet. Auf der Webseite des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (KAT), www.was-steht-auf-dem-ei.de, lässt sich die Stempelnummer direkt auf der Startseite in entsprechende Felder eingeben und überprüfen. Unterwegs bietet sich die Nutzung der App 'Eiercode' an, die kostenlos für iOS, Android und Blackberry in den jeweiligen Stores bereitsteht.

KAT hat bereits im Jahr 2000 ein Rückverfolgbarkeitssystem für die Lebensmittel-Branche entwickelt, seit 2004 wurde der Stempel zur gesetzlichen Pflicht in der EU. In ihrer Datenbank erfasst der Verein alle durch KAT kontrollierten Eier aus ökologischer Erzeugung (Bio-Ei), Boden- sowie Freilandhaltung. Im Fall des Fipronil-Skandals wurde KAT laut eigener Aussage sofort tätig und sperrte die entsprechenden Betriebe für das KAT-System.

"Vor diesem Hintergrund können wir heute sagen, dass wir für deutsche Eier aus KAT-zertifizierten Mitgliedsbetrieben Entwarnung geben können. Diese Eier kann der Verbraucher wieder unbesorgt konsumieren. Ich möchte noch einmal betonen, dass es sich hierbei zum einen nur um ganze Schaleneier handelt und nicht um verarbeitete Eier für Eiprodukte – zum anderen möchte ich betonen, dass ich diese Aussage ausschließlich für KAT-zertifizierte Ware von deutschen Produzenten treffen kann", erklärte Friedrich-Otto Rikpe, Vorstandvorsitzender des Vereins.

2. Inhaltsstoffe in Lebensmitteln und Kosmetik

Kleinste Plastikteilchen, allergene Zusatzstoffe und Inhaltsstoffe, die den empfindlichen Hormonhaushalt beeinflussen - all das befindet sich in dem, was wir essen und in den vielen Shampoos oder Duschgels, mit denen wir unseren Körper reinigen. Wer die ersten Male auf die App 'CodeCheck: Lebensmittel & Kosmetik Scanner' zugreift und den Barcode eines Produkts einscannt, wird überrascht sein, wie viele scheinbar harmlose Dinge krebserregend sein können.

In der CodeCheck-App erhaltet ihr Informationen über die Bedenklichkeit der einzelnen Inhaltsstoffe auf einer Skala von "unbedenklich" bis "sehr bedenklich". Beim Einscannen von Nahrungsmitteln erfahrt ihr außerdem, ob Lebensmittel tatsächlich vegan sind und ob sie Gluten oder Laktose enthalten. Um euch ausschließlich fundierte Informationen zu liefern, greifen die Betreiber von codecheck.info auf seriöse Anlaufstellen und Expertenwissen zurück - unter anderem auf die Europäische Kommission, den Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (kurz: BUND), Verbraucherinitiativen und Gütesiegel-Vergabestellen.

3. Rückrufe: Hersteller warnen vor eigenen Produkten

Rückrufe App Screenshot

Meldungen aus der Produktwarnungs-App können über die Sharing-Funktion an Freunde weitergeleitet werden.  

Quelle: (Screenshot) Oliver Barthel

Rückrufe App Screenshot

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Quelle: (Screenshot) Oliver Barthel

Eine Webseite, die neben gesundheitsbedenklichen Nahrungsmitteln auch auf andere, potenziell gefährliche Produkte hinweist, ist die Seite www.produktwarnung.eu. Das Portal punktet mit einer hohen Aktualität und informiert neben bedenklichen Inhaltsstoffen in Getränken, Süßwaren, Fleisch und Eiern auch über gefährliche Haushaltsgegenstände oder Textilien. Wusstet ihr beispielsweise, dass Bambus-Geschirr aus Versehen erhöhte Werte von Formaldehyd aufweisen kann? Oder das "Trolls Muffinförmchen" Mineralölbestandteile aufgewiesen haben? Produktwarnung.eu bezeichnet sich selbst als das "umfangreichste Informationssystem in Sachen Produktrückrufe und Verbraucherwarnungen" im deutschsprachigen Raum. Nach unseren Recherchen können wir diese Aussage definitiv unterstützen. Zusätzlich zu den Warnungen pflegt Webseitenbetreiber Oliver Barthel, von dem auch das Familienmagazin www.cleankids.de (schadstofffreies Kinderspielzeug) stammt, einen regelmäßig aktualisierten Blog auf der Seite und bietet Usern an, ebenfalls Produktrückrufe zu melden. Auch für diese Seite existiert für iOS und Android eine kostenlose App-Version des Portals.

Hier erfährst du mehr über: AndroidiOS und Gesundheit

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