Künstliche Umgebung

Noch lange nicht am Ziel? – Augmented Reality und Virtual Reality

Foto von Sandra Spönemann

von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

In 3D-Welten eintauchen und Games noch realer wirken lassen – das war das große Thema auf der CES in Las Vegas. Nicht nur im Entertainment-Bereich, sondern auch in der Medizin, der Architektur und beim Maschinenbau sind die künstlichen Realitäten heiß begehrt. Noch ist die Nutzung der Technologien in der Mitte der Gesellschaft nicht weit verbreitet – worauf warten wir?

Was unterscheidet AR und VR?

In der Virtual Reality tauchen User komplett in eine dreidimensionale Welt ein. Je ausgereifter Hard- und Software ineinander greifen umso realer wirkt diese künstlich erschaffene Umgebung. Häufig wird ein Bereich/Raum (in der „wirklichen“ Welt) abgegrenzt, damit sich User nicht verletzen können. Zu den bekanntesten VR-Produkten zählt z.B. Oculus Rift und HTCs Vive Pre. Bei der Augmented Reality sieht man dagegen nach wie vor das physische Umfeld, erhält aber zu den Dingen, die man betrachtet zusätzliche Informationen. In diesem Zusammenhang sei die von Microsoft entwickelte HoloLens, Google Glass oder der DAQRI Smart Helmet erwähnt. Überschneidungen beider Technologien sind durchaus möglich.

Zukunftstechnologien für künstliche Realitäten

Zukunftstechnologien in den Kinderschuhen  

Quelle: (Red monkey)  Shutterstock.com Lizenz: CC BY

Zukunftstechnologien für künstliche Realitäten

Zukunftstechnologien in den Kinderschuhen  

Quelle: (Red monkey)  Shutterstock.com Lizenz: CC BY

Alles andere als neu

Die Idee von künstlichen Realitäten ist dabei alles andere als neu: Neben diversen technischen Wegbereitern lief bei der NASA bereits 1985 ein großes VR-Projekt an, welches das Ziel hatte Astronauten bei der arbeitsintensiven Kontrolle der Raumfahrzeuge zu unterstützen und telerobotische Systeme zu erforschen, um den Mars zu erkunden. Gleiches gilt fürs Gaming: 1994 wurde auf der CES bereit die Forte VFX1 Headgeare vorgestellt – ein System mit Head Mounted Display sowie Headtrackingfunktion und Mikrofon. Die niedrige Auflösung von nur 320x200 Pixeln und der Preis von 1.800 DM dürften die wesentlichen Gründe für das schwindend geringe Interesse an dieser Technologie gewesen sein.

Automobilbranche erkennt zahlreiche Möglichkeiten in der AR-Nutzung

Großes Potenzial bietet AR unter anderem für die Werbung bzw. Produktpräsentation. BMW ist hier bereits einer der Vorreiter im Bereich der Automobilbranche Mithilfe der BMW Individual 7er Augmented Reality App lässt sich das Fahrzeug der Begierde in der eigenen Einfahrt oder Garage auf dem Smartphone- oder Tablet-Display visualisieren. Das Modell kann von allen Seiten begutachtet und nach persönlichen Vorlieben im Hinblick auf Lackierung und Innenausstattung modifiziert werden – eine Methode die das Einkaufen wesentlich erlebbarer gestaltet. Für die App, die sowohl für iOS als auch für Android zur Verfügung steht, hat BMW den Red Dot Award, einen der weltweit bekanntesten Design-Auszeichnungen erhalten.

Geo-Location und Augmented Reality

Ein weiteres Beispiel für die Anwendung von AR ist der Einsatz für location-basierte Services. So ist es möglich, durch die Smartphone-Kamera und GPS-Tracking den Standort des Users und die Orientierung des Endgerätes zu ermitteln. Unter anderem für den Tourismus-Bereich eine sinnvolle Überlegung – so könnte eine entsprechende Augmented-Reality-App während des nächsten Berlin-Trips Informationen über das Brandenburger Tor oder Checkpoint-Charlie anzeigen - nur dadurch, dass man die Kamera auf die Sehenswürdigkeit richtet.

Realistische Simulationen statt trockenen Lehrbuchfakten – in der Lehre bildet AR ebenfalls eine sinnvolle Ergänzung zu „herkömmlichen“ Lernmitteln. Mit einem technischen Bauteil direkt vor Augen, das sich drehen, betrachten und untersuchen lässt, erfahren angehende Ingenieure eine praxisnähere Ausbildung. Auch in der Medizin können angehende Ärzte OP-Situationen mithilfe von AR-Technologie trainieren und ihre Fähigkeiten verbessern, bevor es ans „lebende Objekt“ geht.

Goldgräberstimmung in der Gaming-Branche

Gaming in einer virtuellen Umgebung

Eintauchen in eine andere Welt: VR Gaming  

Quelle: (- / - / Julia Tim)  Shutterstock.com 

Gaming in einer virtuellen Umgebung

Eintauchen in eine andere Welt: VR Gaming  

Quelle: (- / - / Julia Tim)  Shutterstock.com 

Gamescom und CES demonstrieren deutlich, wie sehr sich Gaming-Fans für die virtuelle Realität begeistern. Noch ist allerdings kein Konzept Reif für den Markt, es hat sich bisher kein technischer Standard etablieren können, was besonders für die Kompatibilität von Hard- und Software eine gewichtige Rolle spielt. Alain Corre, Europa-Chef des Spieleherstellers Ubisoft, erklärt gegenüber der Welt: „Virtual Reality markiert einen Meilenstein für die Computerspiel-Branche – die Immersion des Spielers wird völlig neue Spielkonzepte ermöglichen. Aktuell sehen wir erst die Anfänge von dem, was Virtual Reality bringen wird. Wir müssen erst herausfinden, was überhaupt möglich ist, und was nicht funktioniert.“

Technische Hürden warten an jeder Ecke

Schwindel, Übelkeit, Desorientierung – all das sind Nebeneffekte, die bei VR-Systemen auftreten können und ungehemmtes Spiel-Vergnügen verhindern. Laut Aussage des leitenden Wissenschaftlers Michael Abrash (Entwickler der Oculus Rift) gehören zu den technischen Mindestanforderungen: Ein Sichtfeld von mindestens 80 Grad, eine Auflösung von wenigstens 1080p, Refresh-Rates zwischen 60-95 Hz sowie „pixel persistence“ (die Geschwindigkeit, in der Pixel sich ändern können) unter oder gleich 3ms. Des Weiteren stellt die optische Kalibrierung und das korrekte Tracking von Bewegungen eine Herausforderung für Entwickler dar. Werden diese Punkte nicht ausreichend berücksichtigt (Motion Blur, etc.) wird die 3D-Illusion schnell kompromittiert.

Siehe auch: „Zukunftsträger: YouTube setzt auf virtuelle Realität und echte Inhalte“, „Google Imperium: Neue Highlights in 2016“

Sag uns deine Meinung!

Um einen Kommentar zu verfassen, melde Dich an oder registriere Dich jetzt auf Netz.de!

Das könnte dich auch interessieren!
Werbung
Ab ins Netz mit dir