Rückzieher von Mattel

Abschied von 'Aristotle': Umstrittene Babysitter-KI wird nicht erscheinen

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Seit der Ankündigung von 'Aristotle', einem intelligenten Baby-Überwachungs-Gadget im Stile von Amazon's Echo, ist Hersteller Mattel massive Kritik von Datenschützern und Verbänden entgegengeschlagen. Offenbar zu viel für den Konzern, der das Projekt jetzt offiziell eingestampft hat.

'Aristotle' hätte eine Art Amazon Echo fürs Kinderzimmer werden sollen. Das mit einer HD-Kamera ausgestattete Gerät überwacht den Nachwuchs, Kinderlieder werden bei längeren Weinkrämpfen automatisch abgespielt oder per elterlicher Smartphone-App manuell aktiviert. Auch Interaktionen des Kindes mit dem Gadget waren vorgesehen: Mittels Sprachbefehl würden Kinder Aristotle mit Fragen löchern können, die die KI mithilfe der Suchmaschine Bing beantworten sollte.

Mattel-Manager konnten Bedenken nicht ausräumen

Arsitotle von Mattel

Nach massiver Kritik gestoppt: Mattels Kinderzimmer-KI 'Aristotle'.  

Quelle: (Mattel / Nabi)  Mattel via Bloomberg 

Arsitotle von Mattel

Nach massiver Kritik gestoppt: Mattels Kinderzimmer-KI 'Aristotle'.  

Quelle: (Mattel / Nabi)  Mattel via Bloomberg 

Die damit einhergehenden Fragen in Sachen Entwicklungspädagogik und Ethik hatte seinerzeit nicht einmal Senior-Vizepräsident Robb Fujioka lückenlos klären können: "Um ehrlich zu sein, wir wissen es einfach nicht", sagte er damals gegenüber dem Nachrichtenmagazin Bloomberg. Auch die Datenschutzlage war lange Zeit unklar, weshalb kaum verwundert, dass sich in der Zwischenzeit massive Proteste gegen Mattels neues Produkt zusammenbrauten.

Eine 'Kampagne für eine Kindheit ohne Kommerz' beispielsweise forderte die Einstellung des Projekts aus ethischen sowie datenschutzrechtlichen Gründen und sammelte laut 'The Verge' über 15.000 Stimmen. Auch US-Politiker und Kinderärzte hätten sich in offiziellen Briefen an den Hersteller gewand und gegen einen Verkauf ausgesprochen.

Aristotle nicht die "bestmögliche Produkterfahrung"

Mit einer derartigen Welle der Empörung hatte man bei Mattel offenbar nicht gerechnet. Wie die Washington Post nun berichtet, hat das Unternehmen die Entwicklung von Aristotle abrupt eingestellt. Sven Gerjets, der neue Chief Technology Officer bei Mattel, hatte die Vorwürfe selbst in der offiziellen Meldung nicht direkt kommentiert. Stattdessen ließ er seine Entscheidung mitteilen "das neue Produkt, im Bestreben, den Konsumenten die bestmögliche Produkterfahrung zu bieten, nicht auf den Markt zu bringen."

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