Tim Cook äußert sich persönlich

Apple-Chef: Darum verkaufen sich die neuen iPhones schlechter als erwartet

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von Michael Springer -

Die Verkaufszahlen der neuesten iPhones bleiben hinter den Erwartungen zurück, die Apple-Aktie rauscht abwärts. Nun wendet sich Apple-Chef Tim Cook in einem offenen Brief persönlich an die Investoren und nennt Gründe für die Misere. Aber ist das die ganze Wahrheit?

Die Apple-Aktie am 04.01.2019

Die Apple-Aktie: Deutlich unter das Niveau des Vorjahres gefallen.  

Quelle: (Screenshot)  Google 

Die Apple-Aktie am 04.01.2019

Die Apple-Aktie: Deutlich unter das Niveau des Vorjahres gefallen.  

Quelle: (Screenshot)  Google 

Jedes Vierteljahr veröffentlicht Apple (wie viele andere börsennotierte Unternehmen auch) eine Prognose darüber, mit welchem Umsatz man in den nächsten Monaten rechnet. Das Unternehmen schätzt also ein, wie gut sich die eigenen Produkte in verschiedenen Regionen verkaufen werden, und gibt diese Zahlen bekannt. Die Vorhersage für das Weihnachtsgeschäft 2018 und die vorangegangenen Monate hat Apple nun nachträglich um knapp zehn Prozent nach unten korrigiert, denn besonders die neuen iPhones verkauften sich schlechter als erwartet.

Gleichzeitig befindet sich die Apple-Aktie seit Wochen auf dem Weg abwärts – das US-Unternehmen muss also zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt zurückrudern. In einem untypisch offenen Brief hat Apple-Chef Tim Cook nun versucht, diese Entwicklung zu erklären.

Apple-CEO Tim Cook: Weniger iPhone-Umsatz als gedacht

Weil das iPhone fast zwei Drittel von Apples Gesamtumsatz ausmacht, steht und fällt alles mit den Verkäufen des Smartphones – und genau da lag das Problem. Besonders in China sei das iPhone deutlich hinter den zu hohen Erwartungen zurückgeblieben, so Cook. Dieser Umstand allein habe die Korrektur nach unten maßgeblich beeinflusst. Zurückzuführen sei das auf ein generell maues Wirtschaftswachstum des bevölkerungsreichsten Landes der Welt und natürlich auf den Handelskonflikt zwischen den USA und China, der das Geschäft insgesamt hemme.

Besonders in China blieb das iPhone deutlich hinter den Erwartungen zurück

Auch in den westlichen Märkten verkauften sich die neuen iPhones schlechter als angenommen. Einen Grund dafür sieht Apples Chef im nun preiswerteren Akku-Tausch bei iPhones. Die Nutzer würden sich daher häufiger für eine Reparatur entscheiden, anstatt neue Geräte zu kaufen. Bemerkenswert, dass diese Entwicklung sich offenbar erst jetzt einstellt und Apple-Kunden die vorherigen Konditionen so lange akzeptierten. Die Instandhaltung eines so teuren Smartphones sollte nicht an den Kosten eines Akku-Tausches scheitern. Aber vielleicht ist das auch nur die halbe Wahrheit.

Momentaufnahme oder größerer Trend?

Denn obwohl Tim Cooks Aussagen nahelegen, dass es sich bei der Korrektur um eine Momentaufnahme handelt, leuchtet die Entwicklung etwas besser ein, wenn man sie als Teil eines größeren Trends begreift. Die Spitzenmodelle der großen Hersteller Apple, Samsung und Co. kosten heute mehr als je zuvor – gleichzeitig fallen die Verbesserungen gegenüber den Vorgängermodellen immer spärlicher aus. Und mittlerweile punkten schon Mittelklasse-Smartphones der aufstrebenden Konkurrenz mit riesigen Displays, brillanten Farben, mehr als genug Rechenpower und scharfen Kameraaufnahmen.

Toll für die Kunden, fürchterlich für die Hersteller: Wer kauft jetzt die neuen Highend-Modelle? Im Falle von Apple jedenfalls weniger Chinesen als erwartet.

Quelle: Apple

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