Kryptowährungen werden salonfähig

Bitcoins bei der Post kaufen? In Österreich geht das

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Auch wer nicht besonders online-affin ist, kann in Österreich problemlos Bargeld in Kryptowährungen wie Litecoin, Etherum, Bitcoin oder Dash umtauschen. Möglich macht es eine Kooperation zwischen Post und Bitpanda. Ziel ist es, digitale Zahlungsmittel für eine größere Zielgruppe schmackhaft zu machen.

Was ist eine "Wallet"?

Unter "Wallet" (auch Cyberwallet oder E-Wallet genannt) versteht man ein Programm, indem virtuelle Objekte gespeichert werden können. Der Begriff ist nicht auf Kryptowährungen beschränkt, sondern wird von anderen Anbietern zum Beispiel für die digitale Aufbewahrung von Eintrittskarten oder Kundenkarten genutzt.

"Bitpanda to go" - unter diesem Motto ist das österreichische Startup 'Cinimal GmbH', das Unternehmen hinter Bitpanda, eine Vertriebspartnerschaft mit der Post eingegangen. Seit dem 10. Juli 2017 können Kryptowährungen nun auch in 1800 Filialen der österreichischen Post AG schnell und einfach erworben werden. Dabei wird Bargeld in Coins im Wert von wahlweise 50, 100 oder 500 Euro eingetauscht. Kunden erhalten einen Code, den sie bequem im Internet auf der Bitpanda-Webseite eingeben können, um zu schauen, welcher Wert sich in ihrer "Wallet" befindet, nachdem sie den Voucher eingelöst haben.

Überschwänglich optimistisch ist man bei Bitpanda allerdings nicht. "Die Leute haben hohe Erwartungen, aber man darf nicht vergessen, dass wir noch immer technologisch in den Kinderschuhen stecken", meinte Gründer Eric Demuth im Interview mit den Kollegen von derbrutkasten.com. Der Bitcoin-Trend ist noch nicht in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Wohl auch deshalb, weil viele User sich dabei auf unsicherem Terrain wägen: Teilweise steigen die Kurse enorm und es lockt das schnelle Geld, dann gibt es wieder heftige Kurseinbrüche. Befürworter von Kryptowährungen gefällt vor allem die Unabhängigkeit von traditionellen Banken, die niedrigen Transaktionsgebühren und die globale Zugänglichkeit zu den Blockchain-Systemen.

The cooperation between Europe’s leading digital currency platform and the traditional ‘Österreichische Post AG’ which has the best distribution network, proves the fact, that Bitcoin is no longer only a topic of a small community, (...).

Bitpanda.com

Diverse Online-Anbieter testen mittlerweile die neue Zahlungsmöglichkeit. Beispielsweise könnt ihr bei dem deutschen Essens-Lieferdienst 'Lieferando' mit Bitcoins blechen. Für eine mittlere Pizza liegt ihr preislich ungefähr bei 0,004 BTC. Auch der deutsch-österreichische Stromanbieter 'Switch' führt in diesem Monat die Zahlung per Kryptomünze ein.

In den USA wagen zwei Montessori Privatschulen im New Yorker Stadtteil Manhattan den digitalen Vorstoß und erlauben das Begleichen der Schulgebühren per Litecoin, Ether oder Bitcoin. Da diese Gebühren schon mal über 30.000 US-Dollar betragen, ist eine komfortable Überweisungsmethode vielleicht auch eine nette Idee. In der traditionellen Finanz-Branche ist man indes von den Möglichkeiten der dezentralen Geldspeicherung weniger überzeugt.

Europäische Zentralbank arbeitet an eigenem System für 24/7 Sofort-Zahlungen

In einer Pressemitteilung vom 22. Juni 2017 gab die EZB bekannt, dass ihr selbst entwickeltes System namens 'TARGET Instant Payment Settlement' (TIPS) im November 2018 nutzbar sein wird. Sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen soll damit eine Option zur Verfügung stehen, um Geldsummen innerhalb des Euro-Währungsgebiets in Echtzeit zu transferieren - rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. "Durch die Schaffung von TIPS stellt die EZB sicher, dass der Nachfrage nach Instant-Payments auf europäischer Ebene Rechnung getragen und die Integration des Euroraums weiter vorangetrieben wird."

Motivation zu dieser technologischen Entwicklung wird unter anderem der Unmut der EZB über Kryptowährungen gewesen sein, da sie diese nicht selbst kontrollieren können. Daher wurde schon im vergangenen Jahr für eine scharfe Regulierung von Bitcoin und Co. plädiert. In einem Statement vom Oktober 2016 gegenüber der EU-Komission wies die EZB nachdrücklich auf die Gefahr anonymer Geldflüsse hin, die unter anderem der Terrorfinanzierung zuträglich sein könne.

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