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Technik aus Berlin

Das shoutr-System: Wenn Gebäude smart werden

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von Michael Springer -

Interaktive Gebäudepläne live auf dem Smartphone und standortabhängige Informationen nach Maß, garniert mit Augmented Reality und sozialen Funktionen fast in Echtzeit – das 'shoutr-System' befördert Museen, öffentliche Gebäude oder Verkaufsräume in die Zukunft.

Die junge Berliner Firma 'shoutr labs' bietet seinen Kunden mit dem sogenannten 'shoutr-System' eine Daten-Infrastruktur an, die Besucher von Museen oder öffentlichen Gebäuden in Höchstgeschwindigkeit mit ortsbezogenen Informationen und multimedialen Inhalten versorgt. Alles, was der Endnutzer dazu benötigt, ist ein Smartphone. Die Technologie dahinter wurde schon 2014 mit dem CeBIT Innovation Award ausgezeichnet. Auch dieses Jahr sind die Berliner wieder auf der CeBIT vertreten – ihr Produkt hat sich unterdessen in großen Schritten entwickelt.

Smarte Gebäude und Museen: Das 'shoutr-System' liefert Informationen da, wo sie gebraucht werden

Wer schon mal in einer großen Bibliothek eine einzelne Signaturgruppe oder am Frankfurter Flughafen ein bestimmtes Terminal gesucht hat, der weiß: das ist nicht immer einfach. Hier könnte das 'shoutr-System' einspringen und interaktive Karten des gesamten Gebäudekomplexes bereitstellen, euch metergenau darauf verorten und euch an allen wichtigen Orten maßgeschneiderte Informationen liefern – alles direkt auf euer Smartphone. Mercedes Benz, das Museum für Naturkunde in Berlin und die Universitätsbibliothek Leipzig nutzen die Technik bereits.

Interaktive Gebäudekarten im 'shoutr-System'

Erleichtern die Orientierung in Echtzeit: Interaktive Gebäudekarten im 'shoutr-System'.  

Quelle: (Screenshot)  shoutr labs 

Interaktive Gebäudekarten im 'shoutr-System'

Erleichtern die Orientierung in Echtzeit: Interaktive Gebäudekarten im 'shoutr-System'.  

Quelle: (Screenshot)  shoutr labs 

Der Ansatz bleibt nicht auf eine bessere Orientierung beschränkt, sondern kann auf die verschiedensten Anwendungsbereiche umgemünzt werden: Im Museum bietet das 'shoutr-System' umfassendes Hintergrundwissen und tiefgreifende multimediale Inhalte zu den Exponaten. In Verkaufsräumen rufen die Anwender mit 'shoutr' detaillierte Hintergrundinformationen ab oder lassen sich dank Augmented Reality verschiedene Varianten der vorgestellten Produkte virtuell vorführen.

Die Daten werden dabei ausschließlich in Höchstgeschwindigkeit über ein lokales WLAN-Netzwerk zur Verfügung gestellt – Anwender müssen kein eigenes Datenvolumen aufbringen. Möglich macht es das flexible 'shoutr-System', welches mit verschiedenen Sender- und Empfängerboxen ein leistungsfähiges Datennetz über den gewünschten Gebäudeteilen aufspannt. Der vielleicht größte Vorteil: Die User können alle Inhalte über ihr eigenes Smartphone abrufen. Zusatz- oder Leihgeräte sind möglich, aber nicht nötig.

Darüber hinaus ist es vorstellbar, dass solche Systeme zukünftig Kommunikation und Feedback sozusagen "im Vorbeigehen" erlauben. Ein Exponat hat euch besonders gut gefallen oder die Beschilderung im Treppenaufgang war alles andere als hilfreich? Ihr könntet eure Meinung ganz einfach im lokalen Datennetz hinterlassen und damit sogar helfen, die Infrastruktur besser zu gestalten. Noch geht das nicht, aber ein solcher Schritt scheint logisch.

So stelle ich mir smarte Technik vor

Das 'shoutr-System' wertet bestehende Strukturen auf, macht uns das Leben leichter und angenehmer. Es liefert Informationen genau da, wo wir sie brauchen. Ausstellungen können so ohne Probleme in 20 Sprachen angeboten werden, inklusive Audioführung, ganz ohne Gedränge vor den Infotafeln. Wahrscheinlich werden wir Systeme dieser Art in Zukunft an immer mehr Orten nutzen – ich freu mich drauf.

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