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Besser als ein Arzt?

Diagnose von Doktor KI: LYNA erkennt Brustkrebs zu 99 Prozent

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Eine künstliche Intelligenz könnte bald einen entscheidenden Beitrag zu der so wichtigen Früherkennung von metastasierendem Brustkrebs leisten. LYNA, so der Name der Software, erkennt kleine Metastasen auf Ultraschallbildern jetzt schon weitaus zuverlässiger als menschliche Ärzte. Das volle Potenzial entfaltet LYNA aber erst in Zusammenarbeit mit den Pathologen.

Aus nahezu keinem Bereich des täglichen Lebens ist künstliche Intelligenz heute noch wegzudenken. Sie sortiert automatisch unsere Bilder in digitalen Alben, schlägt uns Musik vor, will uns zum Lachen und selbst gestandene Starcraft-Profis ins Schwitzen bringen. Doch wie es scheint, könnte in naher Zukunft kaum eine Disziplin derartig von der schlauen Technologie profitieren, wie die moderne Medizin. Erst Anfang des Jahres berichteten wir unter anderem über eine KI von 'Nvidia', die Ärzten bei der Diagnose von Lungenkrebs die entscheidenden Hinweise gibt. Jetzt meldet Google einen erneuten Durchbruch, dieses Mal in der KI-gestützten Diagnose von Brustkrebs.

LYNA übertrifft Trefferquote von menschlichen Ärzten deutlich

'LYNA' (LYmph Node Assistant), so der Name der von Google ins Leben gerufenen KI, soll insbesondere bei der so wichtigen Diagnose von Metastasen, also sich auf naheliegende Bereiche ausbreitenden Brustkrebs, wahre Wunder wirken: Auch kleinste Anomalien entdecke die Software auf Ultraschallbildern mit einer beeindruckenden Trefferquote von 99 Prozent. Gerade bei winzigen Metastasen sei das ein enormer Fortschritt, denn die seien auch für das geschulte Auge kaum zu erkennen. Unter Berufung auf eine Studie vom Dezember 2017 schreibt Google in einer Meldung, dass menschliche Ärzte unter Zeitdruck auf einen Wert von nicht einmal 40 Prozent kommen.

Ein möglicher Anwendungsbereich von LYNA könnte sein, Pathologen auf besorgniserregende Bereiche aufmerksam zu machen, damit diese dann über die weiteren Schritte entscheiden können.

Google AI Blog

Wird die künstliche Intelligenz Ärzten also künftig die Diagnose vollständig abnehmen? Gehen wir bald alle in die 'Praxis Dr. KI'? Glücklicherweise nicht, zumindest nicht in absehbarer Zeit. Das sehen selbst die LYNA-Erfinder von 'Google AI Healthcare' so. Denn besonders im Zusammenspiel mit erfahrenen Ärtzen habe LYNA erstaunliche Ergebnisse erzielt. "Es ist ermutigend, dass Pathologen mit der Hilfe von LYNA akkurater waren, als sowohl Ärzte und LYNA, wenn sie auf sich alleine gestellt sind", sagte der am Projekt beteiligte Martin Stumpe.

In einem ersten Test äußersten sich auch Mediziner mehr als positiv über eine Zusammenarbeit mit der KI. Die Entdeckung von Mikrometastasen auf Ultraschallbildern sei mit der Hilfe von LYNA "einfacher", urteilten sie. Trotz allem: Es scheint noch jede Menge Arbeit nötig zu sein, bis die KI großflächig sinnvoll eingesetzt werden kann. Bei einer herkömmlichen Diagose würden beispielsweise immer mehrere Ultraschallbilder pro Patient untersucht, LYNA aber wertet derzeit nur eine pro Fall aus, so die Forscher. Für die fast 70.000 Menschen, die allein in Deutschland jährlich mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert werden, sicher dennoch eine gute Nachricht.

Quelle: Google AI Blog

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