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Earbuds im Vergleich

Echtzeit-Übersetzung: Sind die Google Pixel Buds die beste Wahl?

Geschätzte Lesezeit: ca. 3 Minuten

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Durch verbesserte Rahmenbedingungen in puncto Verarbeitung von Big Data und Machine Learning werden die Translation-Skills von Programmen stetig besser. In Kombination mit dem hauseigenen Pixel Smartphone präsentiert Google nun die passenden Pixel Buds, die Konversationen in Echtzeit für uns übersetzen sollen. Neu ist die Idee allerdings nicht, es gibt mächtig Konkurrenz.

Wer sich beruflich oder privat in einem internationalen und daher mehrsprachigen Umfeld bewegt, für den stellt das herausragende Feature der Google Pixel Buds – die Übersetzung von Sprache in Echtzeit – sicher ein Verkaufsargument dar. Seit gestern könnt ihr die In-Ear-Kopfhörer, von denen ihr immer ein Set bestehend aus einem linken und rechten benötigt, für 159 US-Dollar vorbestellen. Im November kommen die intelligenten Ohrstücke allerdings schon regulär für 180 Euro auf den Markt.

Wie funktionieren die Google Pixel Buds?

Während die Buds untereinander mit einem Kabel verbunden sind, findet die Verknüpfung mit dem Smartphone und damit auch zum Service Google Translate beziehungsweise dem Google Assistant via Bluethooth statt. Obwohl der Tech-Konzern sicherlich eine Nutzung in Kombination mit eigenen Pixel Smartphone bevorzugt, könnt ihr die Buds auch mit anderen Smartphones benutzen, sofern sie unter Android 7.0 (Nougat) oder aufwärts laufen.

Eine Sensortaste am rechten Earbud schaltet das Gadget ein und ermöglicht euch eine Nutzungsdauer von maximal fünf Stunden, bis ihr wieder laden müsst. Um das so angenehm wie möglich zu gestalten, liefert euch Google eine mobile Ladeschale mit, über deren integrierten Akku ihr die Pixel Buds bis zu viermal aufladen könnt. In Bezug auf die optische Gestaltung haben die Google-Designer unauffällige Farben gewählt: Die Pixel Buds wird es in weiss, grau und schwarz geben.

Neben der grundsätzlichen Funktionalität und dem Design spielt aber selbstverständlich auch die Klangqualität eine Rolle. Die Gadget-Experten von The Verge haben einen Protoypen der Pixel Buds testen dürfen (siehe Video) und waren mit dem Ton recht zufrieden.

Konkurrenzprodukte: Apples AirPods und Pilot von Waverly Labs

Der Preis der Pixel Buds dürfte nicht zufällig circa 180 Euro betragen, denn das unmittelbare Apple-Pendant, dem man Konkurrenz machen will, ist für 179 Euro zu haben. Die kabellosen AirPods, die ebenfalls mit einem Ladecase ausgeliefert werden, können mit anderen Apple Produkten wie dem iPhone, Mac, iPad oder der Apple Watch verbunden werden und sind durch Siri ebenfalls in der Lage, verschiedenste Funktionen zu erfüllen. Im KI-Vergleich schneidet Siri, erstmals Marktführer in diesem Bereich, allerdings am schlechtesten ab.

Technisch hat das Apple-Produkt allerdings einen Vorteil: Nach 15 Minuten im Ladecase könnt ihr mit den AirPods bis zu drei Stunden Musik hören. Laut Google ergibt eine Ladezeit der Pixel Buds von zehn Minuten nur eine knappe Stunde Nutzungsdauer.

Es muss jedoch nicht zwangsläufig eine Entscheidung zwischen Google und Apple getroffen werden. Auf dem Markt für intelligente Earbuds tummeln sich noch weitere Anbieter mit interessanten Lösungen. Dazu zählt Waverly Labs, die mit 'Pilot' ergonomische Ohrstücke für 249 US-Dollar auf den Markt bringen wollen. Über unzureichendes Interesse kann sich das Unternehmen sicher nicht beklagen: Auf der Crowdfunding-Plattform IndieGogo konnten bereits vier Millionen US-Dollar eingesammelt werden, um Pilot in Serie herzustellen.

Ein wichtiger Grund, diesen Anbieter auf dem Schirm zu behalten, ist der, dass Waverly Labs eine Akkulaufzeit von 24 Stunden verspricht und einen Filter zur Unterdrückung der Umgebungsgeräusche integriert hat. Diese Laufzeit wird von Apple und Google nur bei Verwendung des Ladecase gewährt. Die Google Pixel Buds sitzen außerdem nicht direkt im Gehörgang, sondern darüber und dementsprechend können die Geräusche im Umfeld schlechter ausgeblendet werden.

Während die Pixel Buds also eher dafür geeignet sind, sie im Alltag am Ohr zu tragen – auch dann, wenn man sie gerade nicht benutzt – ist Pilot eher dazu bestimmt, nur dann ins Ohr gesteckt zu werden, wenn ihr Lust habt, Musik zu streamen oder das gesprochene Wort eures Gegenübers zu übersetzen. Pilot kommt übrigens in schwarz, rot oder weiss daher und übersetzt im Basis-Paket Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch und Englisch. Weitere Sprachen müssen hinzugekauft werden. Hier hat Google die Nase vorn, denn durch die Verbindung zu bereits vorhandenen Diensten habt ihr mit den Pixel Buds Zugriff auf über 40 Sprachen - ohne Aufpreis.

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