Xiaomi strahlt am meisten

Elektrosmog: China-Handys kratzen am Grenzwert

Geschätzte Lesezeit: ca. 2 Minuten

Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Ob Smartphone-Strahlung für Menschen tatsächlich schädlich ist, ist weder bewiesen noch widerlegt - Empfehlungen und Grenzwerte gibt es aber trotzdem. Doch diese sind vielen Herstellern, insbesondere denen aus Fernost, offensichtlich völlig egal.

Elektrosmog hat medial schon seit einiger Zeit fast keine Aufmerksamkeit mehr bekommen. Das liegt wohl auch daran, dass noch immer umstritten ist, ob die elektrische Strahlung von Elektrogeräten wie Smartphones auch tatsächlich schlecht für die Gesundheit ist. Andererseits: Eindeutig widerlegt ist ein solcher Zusammenhang bislang auch nicht. Und sollte sich herausstellen, dass die von Smartphones abgegebene Strahlung tatsächlich schädlich ist, wären wir wohl alle betroffen. Tagsüber haben die meisten von uns die smarten Geräte permanent in der Nähe, viele nehmen sie sogar mit ins Schlafzimmer und nutzen sie beispielsweise als Wecker.

Elektrosmog: BfS-Empfehlung teils um das Dreifache überschritten

Fest steht, dass elektromagnetische Strahlung tatsächlich beim Telefonieren vom Körper absorbiert wird, fraglich ist nur die Auswirkung. Vorsichtshalber hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) daher einen Grenzwert erlassen: Geräte mit einer geringeren spezifischen Absorptionsrate als 0,6 Watt pro Kilogramm gelten als strahlungsarm und daher unbedenklich. Viele Smartphone-Hersteller scheint dieser Grenzwert allerdings nicht sonderlich zu interessieren, wie jetzt der Google Watch Blog herausgefunden hat. Dieser verweist auf eine Grafik des BfS, in der besonders Hersteller aus Fernost alles andere als gut abschneiden:

Sechs mal Huawei, drei mal Apple: Einige Hersteller von Premium-Geräten scheinen sich um Elektrosmog nicht zu scheren.

Quelle: (Bundesamt für Strahlenschutz)  Statista 

Sechs mal Huawei, drei mal Apple: Einige Hersteller von Premium-Geräten scheinen sich um Elektrosmog nicht zu scheren.  

Quelle: (Bundesamt für Strahlenschutz)  Statista 

Gerade moderne Top-Geräte mit Dual-Sim-Technologie überschreiten die Empfehlung des Bundesamtes fast um das Dreifache. Speziell bei Huawei scheint man sich um Strahlenbelastung nicht wirklich Sorgen zu machen. Auch Apple bekleckert sich nicht mit Ruhm, der Edel-Hersteller taucht in der Tabelle gleich drei Mal auf.

Fairerweise soll an dieser Stelle aber nicht verschwiegen werden, dass die Weltgesundheitsorganisation weit weniger streng zu sein scheint, als das deutsche Bundesamt. Die WHO legt den oberen Grenzwert auf 2 w/kg, den sämtliche Geräte gerade noch so einhalten. Löblich ist, dass viele Hersteller nicht einmal ein Zehntel dieses Wertes erreichen, wie in einer weiteren Tabelle deutlich wird. Spitzenreiter ist Sony mit dem Xperia M5 mit lediglich 0,14 w/kg. Auch Samsung macht eine gute Figur und ist in der Best-of-Tabelle gleich sechs Mal vertreten:

Sony und Samsung machen es vor: Auch High-End-Smartphones können niedrige Strahlungswerte aufweisen.

Quelle: (Bundesamt für Strahlenschutz)  Statista 

Sony und Samsung machen es vor: Auch High-End-Smartphones können niedrige Strahlungswerte aufweisen.  

Quelle: (Bundesamt für Strahlenschutz)  Statista 

Sag uns deine Meinung!
2 Kommentare
Smithe571

Because here is a list of multiplayer games is that the leave was asked daddbegdecbgbafk

Stephan Schall

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) "erlässt" keine Strahlenschutz-Grenzwerte, die "gesundheitlich unbedenklich" sind. Für die Festsetzung von Strahlenschutz-Grenzwerten ist nicht das Amt autorisiert, sondern die Bundesregierung, die ihrer Verpflichtung 1996 mit der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung (26. BImSchV) nachkam. Die Empfehlung 0,6 W/kg geht auf den "Blauen Engel" zurück, den im Juni 2002 die Jury Umweltzeichen, Berlin, zum Ärger der Mobilfunkindustrie als Vorsorgewert beschlossen hat. Die Industrie befürchtete seinerzeit, die Einführung eines Vorsorgewertes würde den amtlich gültigen Grenzwert von 2 W/kg entwerten und ungerechtfertigt mit einem gesundheitlichen Risiko in Verbindung bringen. Ihr irreführender Artikel zeigt: Diese Sorge war nicht unbegründet.