EU mal wieder Schlusslicht

Experten schlagen Alarm: Die EU verliert den Anschluss in KI-Technologien

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von Benjamin Krämer -

Keine technologische Trendwende oder Innovationswelle geht um den Globus, die Europa nicht verschläft. Die Kanzlerin einer der vier größten Volkswirtschaften der Welt sagt selbst 2013 noch Sätze wie "das Internet ist für uns alle noch Neuland." Vor ähnlichen Attitüden warnen jetzt Europas führende Informatiker in einem Brandbrief und fordern Millioneninvestitionen in KI-Forschung.

Es sind führende Informatiker Europas, die Alarm schlagen: Vertreter der Max-Planck-Gesellschaft, der ETH Zürich und renommierten Universitäten wie jenen aus Cambridge, Paris, Jerusalem oder Amsterdam wenden sich in einen Brandbrief an Europas Politiker und drängen zu deutlich höheren Investitionen mindestens im dreistelligen Millionenbereich. Wie immer geht es um den Anschluss in Zukunftsfragen, die vom europäischen Kontinent im Allgemeinen und der EU im Speziellen gerne mal verschlafen werden, bis es zu spät wird und andere Länder im Eiltempo an uns vorbeiziehen. Bisher waren das zumeist die Amerikaner, die als echte Innovationskünstler gelten, wenn es um monetarisierbare Dinge geht, seien es Smartphones, E-Autos oder das Internet selbst. Doch die Konkurrenz beim 'nächsten großen Ding', der künstlichen Intelligenz, ist heute weitaus größer, denn auch China macht Riesenfortschritte auf dem Gebiet, bei denen wir Europäer bloß staunend daneben stehen können.

Die Lösung: "European Lab for Learning & Intelligent Systems"

KIs werden die Welt von morgen dominieren. Wer jetzt keine Grundlagen dafür schafft, wird morgen in der Welt von gestern leben.

Die Informatikexperten heben aber nicht bloß den Zeigefinger und geben sich als Mahner, sondern machen auch konkrete Vorschläge, wie Europa den Anschluss an den IT-Weltmarkt behalten kann: Sie schlagen ein "European Lab for Learning & Intelligent Systems" (kurz Ellis) vor, wie die FAZ berichtet. Dabei handelt es sich um ein Forschungszentrum ähnlich früherer Initiativen aus den 1970er Jahren, als Europa sich durch massive Investitionen in die Molekularbiologie, damals ein Zukunftsfeld, an die Weltspitze investierte und viel Geld verdienen konnte.

Bei KIs sieht es allerdings noch düster aus: Den Großteil des Forschungswettrennens machen die USA und China unter sich aus, aber auch Russland und Japan sind deutlich weiter als wir, obwohl die EU der größte und stärkste Wirtschaftsraum der Welt ist. Diese Stärke müsste allerdings auch genutzt werden, denn sonst werden die Produkte der Zukunft, für die KIs eine zentrale Rolle spielen werden, nicht 'made in Germany' oder 'made in France' sein, sondern 'made in the US' oder 'made in China' - und solch ein Label hat hierzulande noch niemanden glücklich gemacht.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

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