Bizarre Technik

Fahrgestell aus Salami: Essbare Drohnen sollen Hunger bekämpfen

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von Michael Springer -

Mit einer scheinbar verrückten Idee will eine britische Firma Menschen in Krisengebieten oder schwer erreichbaren Regionen mit Nahrung versorgen: Eine spezielle Drohne soll nicht nur Lebensmittel und Medikamente zu Bedürftigen transportieren – sie soll selbst essbar sein.

Wenn ganze Landstriche durch bewaffnete Konflikte oder Naturkatastrophen verheert werden, müssen Menschen in Not häufig aus der Luft mit elementaren Gütern versorgt werden. Besonders unwegsames Gelände oder andauernde Kampfhandlungen können die Belieferung über den Landweg unmöglich machen. Hilfsorganisationen setzen in diesen Fällen häufig auf die Versorgung aus der Luft: Hilfsgüter werden aus Flugzeugen abgeworfen und erreichen dank Fallschirm (idealerweise) unbeschadet den Boden.

'Pouncer': Die Drohne, die Hilfe bringt

Die britische Firma Windhorse Aero möchte solche Hilfslieferungen mit Drohnen günstiger, zuverlässiger und präziser machen. Der 'Pouncer', so der Name des neu entwickelten Drohnen-Modells, soll mit einer Ladung 100 Menschen für einen Tag mit Nahrung versorgen können, sagte Firmengründer Nigel Gifford der Financial Times.

Essbare Drohne Pouncer

Teile der 'Pouncer'-Drohne lassen sich als Bau- oder Brennmaterial verwenden, die Kammern sind mit Nahrungsmitteln gefüllt (etwa Reis oder Getreide). Die Entwickler experimentieren nun mit essbaren Konstruktionsmaterialien.  

Quelle:  Windhorse Aero 

Essbare Drohne Pouncer

Teile der 'Pouncer'-Drohne lassen sich als Bau- oder Brennmaterial verwenden, die Kammern sind mit Nahrungsmitteln gefüllt (etwa Reis oder Getreide). Die Entwickler experimentieren nun mit essbaren Konstruktionsmaterialien.  

Quelle:  Windhorse Aero 

Um den Ansatz zu optimieren, testet das Unternehmen verschiedene Ideen. Schon bei jetzigen Prototypen lässt sich die Außenhülle des Flugkörpers für kleine Konstruktionen oder Reparaturen wiederverwenden, der Rahmen kann als Brennmaterial zum Kochen benutzt werden. Je mehr Bestandteile der Drohne die Empfänger sinnvoll verwenden können, desto besser.

Die Entwickler experimentieren darüber hinaus mit Lebensmitteln, die sich zur Herstellung der Drohnen eignen: Rahmenkonstruktion aus gepresstem Gemüse oder Honigwaben seien denkbar, auch über Fahrgestelle aus Salami habe man sich Gedanken gemacht. Die Wurst sei widerstandsfähig, reißfest und gleichzeitig flexibel. Eine essbare Drohne würde mehr Nahrungsmittel bereitstellen als eine herkömmliche. Handfeste Ergebnisse gibt es in dieser Hinsicht allerdings noch nicht.

Kevin Watkins, Chef von 'Save the Children UK', hält diese bizarr anmutenden Versuche für Spinnerei. Medikamente könne man zwar gut mit Drohnen ausliefern, zur Nahrungsversorgung seien die Fluggeräte aber allein wegen der zu transportierenden Mengen absolut ungeeignet.

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