Die wichtigsten Infos zum Thema

Freifunk Netzwerke: Mehr als nur kostenloses Internet

Foto von Sandra Spönemann

von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Kommunikationsfreiheit und Internetzugang für alle – das Anbieten von freiem WLAN setzt sich zunehmend durch. Neben kostenlosen Hotspots in Cafés, Restaurants oder gleich für ganze Innenstädte, arbeiten private Freifunker-Gemeinschaften am Aufbau eigener Netzwerke.

Spätestens seitdem die Störerhaftung rechtlich vom Tisch ist – niemand also dafür belangt werden darf, dass zur Verfügung gestelltes WLAN von einem Dritten für strafrechtlich relevante Tätigkeiten missbraucht wird - blühen die Mesh Netzwerke von Freifunkern auf. Während es oberflächlich nur um kostenloses Internet zu gehen scheint, steckt bei näherem Hinsehen wesentlich mehr hinter der Idee ein eigenes, unabhängiges Netzwerk aufzubauen, das niemand so schnell abschalten kann.

Wie funktioniert Freifunk?

Die freifunk-Community ist Teil einer globalen Bewegung für freie Infrastrukturen und offene Funkfrequenzen. Unsere Vision ist die Demokratisierung der Kommunikationsmedien durch freie Netzwerke.

Freifunk.net

Communitys nutzen unterschiedliche Router und diverse Open-Source-Lösungen um ein freies Netz aufzubauen, bei dem Daten von einem Mitglied zum anderen weitergegeben werden, bis sie schließlich ihr Ziel erreichen. Aber schauen wir uns ein konkretes Beispiel an: das Portal freifunk.net.

Das Informationsportal bietet einen guten ersten Anlaufpunkt für alle Interessierten. Um selbst Teil einer Freifunk-Community zu werden, ist es am einfachsten eine existierende Gruppe in der Nähe zu fragen. Manche Gruppen (im Mai 2016 gab es schon über 300) haben sogar lokale Vereine gegründet. Mit Hilfe der 'freifunk'- App von der 'Hamburger AppWerft' ist es ganz einfach, diese Communitys zu finden. Die App zeigt alle deutschsprachigen Freifunker in Deutschland, Österreich und der Schweiz an.

Um sich in ein bestehendes Netz einzuklinken wird ein Freifunk-Router aufgestellt. Jeder darf über die technische Ausgestaltung vollkommen frei verfügen. Damit das Netz funktioniert muss allerdings eine räumliche Nähe gegeben sein, da WLAN bekanntlich eine beschränkte Reichweite hat. Alle im Netz befindlichen Router fungieren quasi als WLAN-Repeater, die die Reichweite des Signals über einzelne Knotenpunkte erhöhen. Als Firmware für den Router existieren unterschiedliche Lösungen, die meisten nutzen 'GLUON'. Als Routingprotokoll ist B.A.T.M.A.N. (Abkürzung für Better Approach To Mobile Adhoc Networking) sehr beliebt.

Lediglich ein einziges Mitglied eines Freifunk-Netzwerks muss über einen kostenpflichtigen Internetzugang verfügen, um alle anderen daran teilhaben zu lassen.

"Das Internet kommt nicht einfach so aus der Wand"

Während böse Zungen behaupten, es gehe nur um die kostenfreie Netzversorgung, sieht das der Freifunk Rheinland e.V. ganz anders. "Menschen dazu befähigen, Netze in Nutzerhand aufzubauen", darum gehe es beim Freifunken. "Freifunk ist gemeinnützig und wird von ehrenamtlichen Helfern in Eigenregie aufgebaut und gewartet." Das Internet wird jeden Tag genutzt, doch wie es funktioniert, das ist der breiten Masse weniger bekannt.

Fazit: Vor allem dann, wenn das Internet gestört ist, ermöglichen unabhängige Mesh Netzwerke trotzdem den kommunikativen Austausch. Das gleiche Prinzip verfolgt übrigens auch die kostenlose Messenger App FireChat, die das Chatten auch ohne Internetverbindung möglich macht.

Sag uns deine Meinung!

Um einen Kommentar zu verfassen, melde Dich an oder registriere Dich jetzt auf Netz.de!

Das könnte dich auch interessieren!
Werbung
Ab ins Netz mit dir