Klingt paradox

Fribo: Ein Roboter, der Menschen wieder menschlicher machen soll

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von Benjamin Krämer -

Technologie kann zu Vereinsamung führen und wird deshalb häufig kritisiert. Ausgerechnet ein etwas gruselig aussehender Roboter aus Korea soll dieses Problem jetzt lösen, indem er Menschen sozialer und aktiver macht. Ob das funktioniert, bleibt noch abzuwarten, spannend ist das Projekt aber allemal.

Einsamkeit macht krank und führt zu einer geringeren Lebenserwartung. Das sind nur zwei Erkenntnisse, auf die Mediziner immer wieder gerne hinweisen. Einer der beliebtesten TedX-Talks auf YouTube hat gar Einsamkeit als Thema und zeigt, wie präsent es in unserer Gesellschaft ist. In den USA steigen die Zahlen der allein lebenden Menschen dramatisch an - sie folgen damit einem Trend in Asien, wo besonders fortschrittliche Industrienationen wie Japan und Südkorea mit hohen Suizid- und Depressionsraten zu kämpfen haben.

Darum ist es kein Wunder, dass der Retter einsamer US-Youngster jetzt von dort kommen soll: Fribo, der kleine Katzenroboter, der junge Menschen dazu ermuntert, wieder mehr raus zu gehen, sich mit Freunden und Familie zu treffen und generell ein aktiveres, sozialeres Leben zu führen. Technologie als Heilung von Problemen, die durch Technologie entstehen quasi. Das klingt paradox, aber auch vielversprechend.

Fribo ist nicht sozial, sondern macht sozial

Anders als bisherige Anti-Einsamkeits-Roboter ist Fribo (ein Südkoreaner) selbst nicht sozial. Er spricht nicht mit uns, versucht nicht, uns zu erheitern oder zu unterhalten, sondern will uns mit echten Menschen vernetzen. Und das geht so: Mehrere Fribos werden in einem Freundes- und Verwandtenkreis untergebracht und durch Mikrophone und Sensoren bekommen sie mit, was in einem Haus passiert. Wenn ihr beispielsweise den Fernseher anschaltet, erkennt Fribo das und weist eure Fribo-Freunde darauf hin: "Hey, dein Freund schaut gerade Fernsehen! Was guckt er wohl", könnte das dann klingen.

Diejenigen, die diese Nachricht erhalten, können dann entweder in einem Gruppen-Chat direkt auf Fribos Monitor etwas schreiben oder einfach in die Hände klatschen, damit der andere Fribo bei dem Fernsehenden "viel Spaß" wünscht. Das klingt erst einmal nach einem weiteren Datenschutz-Alptraum in Zeiten von Datenschutz-Alpträumen, doch die Gruppe, in der Fribo eingesetzt wird, ist sehr klein und vertraut. Ob er sich durchsetzt, wird sich zeigen. Internetnutzer, die dem aktuellen Datenskandal von Facebook folgen, dürften aber zumindest vorsichtig besorgt sein.

Und so sieht Fribo 'in Aktion' aus:

Quelle: theverge.com

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