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Code-Petze gegen Petzen

Funktioniert nur mit Word: US-Militär will KI gegen Leaks einsetzen

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von Benjamin Krämer -

Das US-Militär will offenbar den Aufschwung der künstlichen Intelligenz nicht verpassen und sie genau da einsetzen, wo es weh tut: Bei den Leaks. Brisante Informationen, wie sie Chelsea Manning durchstach, könnten in Zukunft von einem Algorithmus klassifiziert, freigegeben und überwacht werden - wenn er mit Microsoft Office kompatibel ist.

Im Jahr 2010 gab Chelsea Manning, eine US-amerikanische Whistleblowerin und IT-Expertin bei der US-Army tausende vertraulicher Dokumente an WikiLeaks weiter. Dadurch wurden über 300 Fälle von Folter und Gefangenenmisshandlung öffentlich, die von amerikanischen GIs im Verlauf des Irakkriegs begangen wurden. Sie saß eine vierjährige Haftstrafe ab, die nur deshalb so kurz ausfiel, weil Barack Obama sie von 35 Jahren auf eben jene Vier reduziert hatte.

Trotz des vielen Zuspruchs, den Manning auch erhalten hat, fürchtet sich das Pentagon sehr vor neuerlichen Datenlecks, die geheime und unangenehme Informationen ans Licht der Öffentlichkeit bringen könnten. Da man im Jahr 2018 so ziemlich jedes Problem mit KIs zu lösen versucht, will auch das Verteidigungsministerium mitspielen und prüft deshalb die Möglichkeit, einen Algorithmus einzusetzen, der künftige Leaks à la Manning unterbinden kann, bevor sie gefährlich werden können.

Anti-Leak-KI: Kompatibel mit Office oder gar nicht

Bekannt wurden die Pläne des Pentagons, weil sie entsprechende Anfragen an IT-Zulieferer richteten und um Informationen zu Einsatz- und Programmiermöglichkeiten entsprechender KIs baten

Ein großes Problem aus Militärsicht war beim Fall Manning, dass sie Zugang zu sensiblen Daten hatte und sie ohne Probleme auf CDs und SD Karten übertragen konnte. Viele der Akten waren nicht mit einer ausreichenden Geheimhaltungsstufe versehen und konnten so ohne große Bemühungen unauffällig von ihr herausgeschmuggelt werden. Die Einsatzmöglichkeiten einer KI sehen laut Militäranalysten so aus, dass sie die Einstufung von Geheimhaltungsstufen vornimmt und auch entsprechende Freigaben an Mitarbeiter erteilt oder verwehrt.

Dafür muss sie allerdings mit gängigen MS Office Lösungen kompatibel sein, um die entsprechenden Dokumente, die mit Word, Powerpoint und Co. erstellt wurden, auslesen und analysieren zu können. Es würde also um eine Art Erweiterung der Microsoft-Produkte gehen, was eventuell die Kooperation des Unternehmens aus Redmond erforderlich machen könnte. Ob und wenn ja wann das der Fall wäre, steht allerdings in den Sternen. Bis dahin gilt womöglich noch der beste Tipp fürs US-Militär: Keine Rechtsverstöße begehen, die von integren Soldaten durchgestochen werden könnten.

Quelle: theregister.co.uk

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