Ausbeutung schlimmer als gedacht

Gefährlicher Smartphone-Kaufrausch: Viele Rohstoffe bald verbraucht

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

10 Millionen Smartphones werden laut einem aktuellen Bericht jeden Monat allein in der EU einfach weggeschmissen. Das hat schlimme Folgen für unseren Planeten: Viele wichtige Elemente aus dem Periodensystem wird es in 100 Jahren nicht mehr geben, wenn wir nichts an unserem Konsumverhalten ändern.

Was haben die Elemente Yttrium, Gallium, Arsen, Silber und Indium gemeinsam? Sie alle sind wichtige Bestandteile in modernen Smartphones - und sie werden in 100 Jahren vielleicht verschwunden sein. Das hat eine Forschergruppe jetzt so anschaulich deutlich gemacht wie selten zuvor. Anlässlich des Jahres des Periodensystems (richtig gelesen: 2019 steht im Zeichen des Schreckens eines jeden Schülers mit Chemie-Unterricht) haben Forscher der 'European Chemical Society' (EuChemS) eine neue Tabelle mit Elementen entworfen, die vielen Handy-Besitzern ein flaues Gefühl bescheren dürfte:

Wenn wir unsere Smartphones weiterhin so häufig wechseln wie bisher, werden wichtige Elemente wohl bald verschwunden sein.

Quelle:  EuChemS 

Wenn wir unsere Smartphones weiterhin so häufig wechseln wie bisher, werden wichtige Elemente wohl bald verschwunden sein.  

Quelle:  EuChemS 

Denn darauf sind nicht etwa sämtliche Elemente in gewohnter Weise aufgeführt. Vielmehr machen die Chemiker farblich deutlich, wie es um die Vorkommen wichtiger Bausteine bestellt ist. Dabei stellt sich heraus: Von den knapp 30 Elementen, aus denen Smartphones heute bestehen, sind über die Hälfte gefährdet - hauptsächlich, weil sie in so vielen High-Tech-Produkten verwendet werden.

Wenn wir keine Lösung finden, riskieren wir viele der natürlichen Elemente zu verlieren, aus denen die Welt um uns herum besteht.

EuChemS

Die Wissenschaftler sehen hier einen direkten Zusammenhang zu unserer Wegwerf-Mentalität: "Etwa 10 Millionen Smartphones werden allein in der EU jeden Monat weggeschmissen", heißt es in dem Bericht. Wir müssten sehr sorgfältig auf unsere Tendenz schauen, Dinge einfach zu entsorgen oder unsachgemäß zu recyclen.

Der an der Untersuchung beteilige Professor David Cole-Hamilton von der schottischen 'University of St Andrews' stellt daher die Frage: "Müssen wir wirklich alle zwei Jahre unser Smartphone wechseln?"

Eine Frage, die Smartphone-Herstellern aus naheliegenden Gründen nicht sonderlich schmecken dürfte. Langfristig sollten allerdings auch die High-Tech-Konzerne umdenken - wenn genante Elemente tatsächlich verschwinden, dürften weniger Smartphones auf dem Markt unser geringstes Problem sein. Ein erster Schritt ist jedoch möglicherweise schon getan - denn inzwischen sind Smartphones derart leistungsfähig, dass immer weniger gekauft werden.

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