Hühner-Tracking

Gesichtserkennung für Hühner: Chinesische Firma will Bio-Qualität belegen

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von Michael Springer -

Bio-Siegel sollen die regulierte und überwachte Produktion von ökologisch nachhaltigen Lebensmitteln belegen. Doch können Verbraucher den Etikettierungen blind vertrauen? Eine chinesische Firma will Zweifel mit Transparenz beantworten – dazu plant sie unter anderem den Einsatz von Gesichtserkennungs-Software für Hühner.

Bio boomt: Immer mehr Menschen, die es sich leisten können, bevorzugen Nahrung, die nach strengen Vorgaben in ökologischer Landwirtschaft produziert wird – China ist in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Im Gegensatz zu konventionell hergestellten Lebensmitteln gelten Bio-Produkte als höherwertig und gesundheitlich unbedenklich. Im Regelfall sollen bestimmte Symbole und Etiketten die Einhaltung der Bio-Vorgaben belegen. Die chinesische Firma ZhongAn Technology möchte allerdings einen Schritt weitergehen: Mit GPS-Tracking und Gesichtserkennung sollen Kunden den "Werdegang" des gekauften Hühnchens nachvollziehen können – sozusagen vom Ei bis auf den Tisch.

"Jedes unserer Hühner trägt von Geburt an einen Fußring", sagt Chen Wei, der CEO von ZhongAn Tech. Die smarten Ringe seien mit GPS ausgestattet, mit einer Datenbank verbunden und "senden in Echtzeit Informationen über den Aufenthaltsort und die Bewegungsmuster" des Tieres. Wer im Lebensmittelgeschäft auf ein Hühnchen aus der Produktion des Projekts 'GoGo Chicken' stoße, könne via Smartphone-App nachvollziehen, wo es geboren wurde, welche Nahrung es zu sich genommen hat und wie viele Schritte es in seinem Leben gelaufen ist. Das Ganze erinnert ein wenig an smarte Fitness-Tracker – nur eben für Hühner.

Gesichtserkennung soll Identifizierung erleichtern

Sogar der Einsatz von Gesichtserkennungs-Software sei denkbar. Denn Kunden können das Tier ihrer Wahl schon als Küken kaufen und im Anschluss sein Wachstum verfolgen. Gesichtserkennung soll dabei helfen, einzelne Tiere auf Monitoren zu identifizieren. Die Technik dahinter sei keinesfalls neu: Google Fotos könne Hunde und Katzen etwa ihren Besitzern zuordnen. Wer sein Hühnchen also beim Picken beobachten möchte, bevor es einige Woche später auf dem Teller landet, der ist herzlich dazu eingeladen.

Noch operiert 'GoGo Chicken' nur mit rund 100.000 Hühnern – in drei Jahren könnten es aber schon 23 Millionen sein, gibt das Unternehmen an. "Wir sehen [für dieses Projekt] großes Potential in China, denn Lebensmittelsicherheit ist ein bedeutsames Thema und die wachsende Mittelschicht ist bereit, mehr Geld für gesundes und sicheres Fleisch zu zahlen." Die Idee ist ganz sicher nicht abwegig: In China gab es in den letzten Jahren wiederholt Skandale um verdorbenes Fleisch in Lebensmitteln. Mehr Transparenz kann also auf keinen Fall schaden.

Quelle: South China Morning Post

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1 Kommentar
Kai Sturm

Wie wird den solch ein GPS-Ring geladen? Klingt ja interessant aber stelle mir die Umsetzung sehr kompliziert vor.