CeBIT 2016

Gesundheitsmarkt der Zukunft: Taktile Navigationsgeräte

Foto von Sandra Spönemann

von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Nur durch Vibrationen den richtigen Weg finden – das soll laut Susan Wache von feelSpace die kognitiven Ressourcen schonen und vor allem für Menschen mit Einschränkungen der Seh- und Hörfähigkeit eine Verbesserung der Lebensqualität darstellen. Wir haben mit der jungen Unternehmerin auf der CeBIT gesprochen und uns den Navigationsgürtel näher angeschaut.

Navigieren nach dem Bauchgefühl

Ursprünglich als wissenschaftliches Projekt am Institut für Kognitionswissenschaft der Universität Osnabrück gestartet, möchte die feelSpace GmbH den "Gürtel zur Sinneserweiterung" noch in diesem Jahr auf den Markt bringen. Über Vibrationen zeigt der taktile Gürtel im Zusammenspiel mit dem Smartphone die richtige Route zum gewünschten Ziel an. Dazu muss man sich lediglich in die Richtung des Vibrationspunktes bewegen. Praktischer Vorteil: Hände, Ohren und Augen können sich auf den Verkehr konzentrieren.

Die kontinuierlichen Signale geben den Trägern ein Gefühl der Orientierungssicherheit und mindern somit auch die Risiken im Straßenverkehr. Navigationsinformationen fühlbar zu machen, gründet auf die bereits zehnjährige Erforschung von taktilen Gürteln an der Universität Osnabrück.

feelSpace GmbH Stand auf der CeBIT 2016

Geschäftsleiterin Susan Wache führt uns den taktilen Navigationsgürtel vor  

Quelle: (Hannover, CeBIT 2016) Netz.de 

feelSpace GmbH Stand auf der CeBIT 2016

Geschäftsleiterin Susan Wache führt uns den taktilen Navigationsgürtel vor  

Quelle: (Hannover, CeBIT 2016) Netz.de 

"Eine Firma zu gründen, gehörte zunächst gar nicht zu unserem Plan", verrät uns Susan Wache, Geschäftsleiterin von feelSpace. Im Verlauf des Forschungsprojektes – in dem eigentlich die menschliche Orientierungsfähigkeit in Bezug auf den magnetischen Norden getestet wurde – begeisterten sich die Versuchspersonen jedoch so stark für den Navigationsgürtel, dass dieser in Serie gehen soll. "Vor allem blinde Personen fragten uns, ob sie den Gürtel behalten dürfen", so Wache.

Der Gesundheitsmarkt der Zukunft ist ein Thema, das auf der CeBIT mehrfach in verschiedenen Erscheinungen zu Tage tritt. Digitale Dienstleistungen, Apps und Wearables zum Zwecke der Gesundheitsförderung und Dokumentation sind sowohl für Patienten, Krankenkassen als auch für Ärzte interessant. So nutzt zum Beispiel Glasschair, ein ehemaliges Studentenprojekt der TU München, Smart Glasses um Rollstühle ohne Zuhilfenahme der Hände fortbewegen zu können. Um den aktuellen Trends gerecht zu werden, findet 2016 erstmals die Konferenz "Wearables Technologies & Digital Health" mit Live-Vorträgen und Startup-Vorstellungen statt.

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