Mehr Spenden durch weniger Bargeld

God Pay statt Google Pay: Kirche stellt digitalen Klingelbeutel vor

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Das bargeldlose Bezahlen hält wohl bald auch in Gotteshäusern Einzug: Der "digitale Klingelbeutel" soll Kirchgängern künftig ermöglichen, ihre Spende auch jenseits (pardon) des Münzeinwurfs zu entrichten. Ein entsprechendes Patent ist bereits eingereicht. Gerade auf dem Land, so die Hoffnung der Kirche, könnte die neue Technik den Spendenertrag erhöhen.

"Seid nicht geldgierig, und lasst euch genügen an dem, was da ist." So oder so ähnlich heißt es irgendwo im neuen Testament. Das, was da ist - nämlich Münzgeld in den Taschen von Gottesdienstbesuchern - wird aber immer weniger. Und das nicht nur, weil die Kirche seit Jahren Schwierigkeiten hat, ihre Mitglieder bei der Stange zu halten. Sondern auch deshalb, weil die in fast allen Lebensbereichen mittlerweile etablierte Möglichkeit des bargeldlosen Zahlens das Mitführen von Klimpergeld immer überflüssiger macht.

Das aber wirkt sich überaus ungünstig auf die Kollekte während eines Gottesdienstes aus, wird diese doch bislang mit dem Klingelbeutel vollzogen - einer Art Sack mit Griff und Glöckchen, der ausschließlich für den Einwurf besagten Münzgeldes geeignet ist. Eine neue Erfindung soll dieses Problem jetzt beseitigen: Der "digitale Klingelbeutel."

Der Digitale Klingelbeutel ist ein zusätzliches Angebot zur Barspende.

Dr. Jörg Antoine, Präsident

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz hat das Patent dafür jetzt eingereicht und sogar schon einen Prototypen vorgestellt, den ihr im Aufmacherbild sehen könnt. Um weiterhin Münzgeld einsammeln zu können, hat dieser zwar nach wie vor einen Beutel.

Das Besondere an dem Patent aber ist die Möglichkeit, die Kirche auch per Giro- oder Kreditkarte unterstützen zu können. Kontaktlos und ohne Eingabe einer PIN soll das vonstattengehen, schreibt die Evangelische Kirche in einer Meldung. Die dafür nötige Technik sei in das Gehäuse integriert und die Nutzung intuitiv möglich. Somit füge sich der digitale Klingelbeutel "nahtlos in die bestehende Liturgie ein."

Digitaler Klingelbeutel soll Spendenertrag auf dem Land erhöhen

Gerade auf dem Land, so die Hoffnung der Kirche, könne der Spendenertrag auf diese Weise merklich erhöht werden. Dort komme es zunehmend zu Schwierigkeiten Bargeld bei Banken abzuheben: "Lange Wege zu den Annahmestellen, Fahrkosten, Einzahlungsgebühren und Verwaltung – all das schmälert jeden Kollektenbetrag empfindlich", meint Fabian Kraetschmer, Leiter des IT-Referats des Konsistoriums in Berlin.

Bis der digitale Klingelbeutel deutschlandweit in Gotteshäusern die Runde macht, kann es allerdings noch eine Weile dauern. Noch ist erst das Patent angemeldet und ein Antrag auf Gebrauchsmusterschutz gestellt worden. Im Herbst will sich dann die Synode der Landeskirche mit der Angelegenheit befassen. Für die Zukunft gibt es aber jetzt schon Ideen, wie man Gottesfürchtigen das Spenden noch mehr erleichtern kann. So sei eine Kollekten-App und Stationen für bargeldloses Spenden im Ausgangsbereich der Kirchen bereits angedacht.

Quelle: EKBO

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