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Zu 'hohe' Ziele gesetzt ...

Google bläst Mondmission ab: Lunar X-Wettkampf offiziell eingestampft

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Foto von Benjamin Krämer

von Benjamin Krämer -

Vor zehn Jahren hatte Google große Träume: Mit dem 'Lunar X'-Preis rief der Internet-Gigant eine Belohnung von 40 Millionen Dollar aus, heute bläst man in Kalifornien zum Rückzug. Keinem der teilnehmenden Teams gelang es, auf dem Mond zu landen - nicht einmal ins All zu fliegen lag in Reichweite. Darum wandert das ambitionierte Projekt jetzt zu den Akten.

Im Jahr 2007 wollte Google die Raumfahrt wiederbeleben und Teams von Universitäten weltweit die Chance geben, ihre Träume zu erfüllen: Ein Mondrover sollte her, der auf der Oberfläche unseres Trabanten herumfährt und schicke HD-Photos zur Erde zurückschickt. Jenen Tüftlern, die das schaffen, winkten stolze 20 Millionen Dollar Preisgeld. Für das reine Landen und Zurücksenden von Photos sollten immerhin noch fünf Millionen Dollar. Insgesamt kamen die versprochenen Gewinne auf insgesamt 40 Millionen Dollar. Interessant ist der Zeitpunkt des Missionsendes: Insgesamt fünf Raketenstarts von fünf Teams waren Ende letzten Jahres geplant, konnten aber nicht eingehalten werden.

Lunar X: Kein deutsches Team dabei

20 Mio für den Erstplatzierten: Allein ein Raketenstart der günstigsten Trägerrakete, der Falcon 9 von Space X, kostet 60 Mio Dollar

Es schien also eher an den Raumfahrtunternehmen zu liegen, die die Rover der noch im Rennen befindlichen Teams zum Mond bringen sollten. Dabei stellt sich die Frage, ob diese Starts wegen der Finanzierung geplatzt sein könnten. Immerhin ist es zwar dank Space X deutlich günstiger geworden ins All vorzustoßen, doch im Angesicht von nur 20 Millionen Dollar für den Hauptpreis, scheinen die Kosten doch einfach zu hoch gewesen zu sein.

Das scheinen sich auch die deutschen Universitäten und Tüftler gedacht zu haben, denn hierzulande nahm niemand an dem Wettbewerb teil, der schon seit Beginn als zu niedrig dotiert galt. Raumfahrt ist und bleibt ein Feld der Spitzentechnologie und das ist teuer und langwierig. Das Projekt Lunar X wird damit zum offiziellen Auslaufen am 31. März 2018 als ambitioniertester fehlgeschlagener Wettkampf der Neuzeit in Erinnerung bleiben.

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