Google-Entwicklerkonferenz 2016

Google I/O: Alle News zu Google Assistent, Android N, Allo und Duo

Foto von Vera Kußmann

von Vera Kußmann -

Die Gerüchte haben ein Ende: Auf der diesjährigen Entwicklerkonferenz Google I/O gab der Internet-Riese technische Neuerungen preis. Präsentiert wurden zwei neue Chat-Apps, ein smarter Lautsprecher mit Sprachassistent für das automatisierte Eigenheim sowie Googles Android-Pläne für die Trendtechnik VR. Wie das "Kind" Android "N" nun vollständig heißen soll, darf die Öffentlichkeit entscheiden.

Vorreiter oder doch bloß Nachahmer?

Mit großem Interesse und unter allerlei wilden Spekulationen im Vorfeld wurde die gestern gestartete Entwicklerkonferenz Google I/O erwartet. Die Kulisse zur Keynote erinnerte auch gleich an ein mediales Popkonzert-Spektakel: Als Veranstaltungsort wurde für die Google I/O das Shoreline Amphitheater – sonst Showbühne für Musiker und Künstler unter freiem Himmel - nahe der Unternehmenszentrale in Mountain View ausgewählt.

Die Konferenz, bei der es aber um Software, neue Technologien und das Internet geht, startete gegen 19 Uhr unserer Zeit und wurde per Livestream im Internet übertragen. Googles Topmanager und -CEO Sundar Pichai präsentierten im ersten für Verbraucher interessanten Teil der Keynote zwei Stunden lang Produkte und technische Neuerungen, mit denen Google die Konkurrenz wie Amazon, Microsoft & Co. in den Schatten stellen will. Doch einige "Neuheiten" in den Bereichen Big Data und Mobile – trotz angekündigtem "Wendepunkt in Googles Geschichte" - erinnerten dann leider stark an bereits existierende Anwendungen anderer Anbieter. Der WOW-Effekt blieb aus.

Ein bunter Strauß an Tech-Produkten

Aber jetzt zu den harten Tech-News-Fakten der Google I/O: Welche Neurungen wurden vorgestellt? Wichtiges Thema war "Smart Home". Hier stellte das Unternehmen "Google Home", einen intelligenten WLAN-Lautsprecher für die Heimautomatisierung, vor. Auf dem App-Sektor wurden zwei neue Messenger, "Allo" und "Duo", in den Chat-Ring geworfen. Zur heiß ersehnten Namensenthüllung des neuen Betriebssystems Android "N" gab es keine Auflösung - dazu später mehr.

Mein Haus, mein Handy, mein Google

Hier sind alle Highlights der Entwicklerkonferenz:

Allo und Duo

Mit Allo und Duo kommen zwei neue Messenger auf den Markt, die laut Google persönlich, assistierend und lernfähig sein sollen. Allo ist eine Chat-App wie auch der Facebook Messenger und WhatsApp. Über die Kontakte-Verknüpfung und die Emoji-Unterstützung hinaus ist ein Slider zur Veränderung der Schriftgröße geplant, der emotionale Äußerungen in unterschiedlichen Größen senden kann. Als Ergänzung wurde auch die Videochat-App Duo angekündigt, die einem schon vor dem Annehmen eines Anrufs, das Video-Bild des Anrufers zeigt - mit dem Augenmerk auf hohe Bildqualität und kurzer Verzögerungszeit. Durch die Verbindung mit dem Sprachassistenten Google Assistant sollen die beiden Apps noch smarter werden.

Google Assistant

Der neue virtuelle Assistent ist ein wichtiger Baustein für die eben erwähnten Messenger Allo und Duo. Er spricht mit dem User und soll Fragen interaktiv im Gespräch beantworten können. So kann der Google Assistant – der geräte- und kontextunabhängig agiert - beispielsweise im Kontext der Chatnachrichten ein passendes Restaurant für den Abend finden und im nächsten Schritt aus dem Chatfenster heraus die Reservierung vornehmen können. Darüber hinaus lernt der Assistent von seinem Nutzer und bekommt automatisch Antworten auf häufig eingetippten Text oder erhält durch die (letztes Jahr vorgestellte) Bilderkennung Antworten zum Foto oder Kunstwerk. Ein tolles Tool, erinnert aber ein wenig an Apples Siri und den neuen Chatbot von Microsoft – Cortana.

Google Home

Für Herbst dieses Jahres ist auch ein intelligentes Home-System geplant, das unterschiedliche Geräte im Eigenheim miteinander vernetzen kann. Der smarte, ausschließlich sprachgesteuerte Lautsprecher funktioniert über WLAN und soll die Heizung, die Lichttechnik und das Smart TV steuern können. Klingt erstmal wie die Smart Home-Technologie vieler anderer Anbieter – wie zum Beispiel Amazon Echo. Bei der Vorstellung des neuen Google–Gerätes im Rahmen der Google I/O äußerte sich Pichai auch dahin gehend und dankte dem Team bei Amazon für ihren Ansatz, um im gleichen Satz Google Home als "natürlich" besser darzustellen. Der Unterschied zu Echo: Es können mehrere Lautsprecher gleichzeitig im Haus miteinander agieren und zusammenarbeiten.

Mit der Chat-App Allo kann man z.B. Emojis per Slider vergrößern.

Mit der Chat-App Allo kann man z.B. Emojis per Slider vergrößern.

(Google Developers)  Google Developers - YouTube 

Google Assistant spricht mit dem User antwortet interaktiv

Google Assistant spricht mit dem User antwortet interaktiv

(Google Developers)  Google Developers - YouTube 

Google Home ist ein smarter Lautsprecher - er vernetzt Geräte im Haus.

Google Home ist ein smarter Lautsprecher - er vernetzt Geräte im Haus.

(Google Developers)  Google Developers - YouTube 

Mit der Chat-App Allo kann man z.B. Emojis per Slider vergrößern.

Mit der Chat-App Allo kann man z.B. Emojis per Slider vergrößern.

(Google Developers)  Google Developers - YouTube 

Google Assistant spricht mit dem User antwortet interaktiv

Google Assistant spricht mit dem User antwortet interaktiv

(Google Developers)  Google Developers - YouTube 

Google Home ist ein smarter Lautsprecher - er vernetzt Geräte im Haus.

Google Home ist ein smarter Lautsprecher - er vernetzt Geräte im Haus.

(Google Developers)  Google Developers - YouTube 

Daydream - Virtual Reality

Nach dem Erfolg der günstigen Pappbrille Cardboard aus dem Hause Google wurden auch die weitergehenden Pläne in Bezug auf die Trendtechnik VR erwartet. Vorgestellt wurde das System Daydream, das die virtuelle Realität in erster Linie auf Smartphones optimieren soll. Eine Plattform, die sowohl Entwicklern als auch Smartphone-Herstellern ein Referenzdesign für VR-Brillen und VR-Controller, Spezifikationen für Smartphones und Vorgaben für VR-Apps an Hand gibt. Kommende Smartphones mit dem neuen Betriebssystem Android N sollen schon auf die Daydream-Vorteile zugreifen können – ein Wink, dass App-Entwickler & Co. mehr VR-Apps liefern werden.

Android N

Es wurde viel spekuliert, wie das neueste Kind unter den Android-Betriebssystemen - bislang Rufname "N" - denn nun vollständig heißen wird. Nougat oder auch Nutella waren im Gerüchtetopf, hießen doch die Vorgängerversionen immer nach einer Süßigkeit. Doch wer glaubte, Google würde auf der Entwicklerkonferenz den Namen preisgeben, wurde überrascht. Die Namensgebung überlässt Google den Nutzern: Es wurde eine Webseite eingerichtet, auf der jeder Vorschläge für "N" einreichen kann. Ansonsten wurde viel Bekanntes zum neuen Android gesagt, das im Sommer 2016 veröffentlicht werden soll: schnelleres Betriebssystem, schnellere Installation von Apps, besseres Abspielen von Spielen etc.

Android Wear 2.0

Googles Smartwatches werden noch smarter: Auf der Entwicklerkonferenz wurde ein großes Update für die Wearable-Plattform vorgestellt. Die Software Android Wear 2.0 macht eine stärkere Personalisierung der Benutzeroberfläche der Smartwatches möglich und soll die Beantwortung von Nachrichten über die Uhr leichter gestalten. Auch die Fitness-Funktionen werden durch das Update verbessert. Interessant: Die Wear-Apps funktionieren dann eigenständig, völlig autark vom Smartphone.

Instant Apps

Waren die Ankündigungen für Entwickler bis kurz vor Ende noch unspektakulär, sorgten doch die "Instant Apps" für Furore. Statt eine App aus dem Google Play Store installieren zu müssen, um beispielsweise einem Werbe-Angebot eines Online-Portals per Link folgen zu können, lädt die Instant App nur die gewünschten Inhalte - streamt sie sozusagen. Mit dieser Entwicklung folgt Google einer aufkommenden App-Müdigkeit unter den Usern und weicht gleichzeitig die Grenze zwischen Webseite und App auf.

Details zum Projekt Tango, einer innovativen 3D-Smartphone-Kamera, oder zum Google Auto Koala wurden der Öffentlichkeit nicht vorgestellt. Vielleicht bleiben diese Informationen den Entwicklern vorbehalten, für die es heute und noch morgen zahlreiche Workshops geben wird.

Sag uns deine Meinung!

Um einen Kommentar zu verfassen, melde Dich an oder registriere Dich jetzt auf Netz.de!

Das könnte dich auch interessieren!
Werbung
Ab ins Netz mit dir