digitale Themen, leicht verständlich.

Das Brain-Team macht's möglich!

Google-KI schreibt selbstständig Wikipedia-Artikel

Geschätzte Lesezeit: ca. 1 Minute

Foto von Benjamin Krämer

von Benjamin Krämer -

KIs könnten bald zu einer Bedrohung werden. Nicht etwa für den Weltfrieden (zumindest noch nicht), sondern für die rege Wikipedia-Community, die eifrig an neuen und alten Artikeln feilt. Einem Team von 'Google Brain' ist es nämlich gelungen, einen Algorithmus zu programmieren, der selbstständig einen Artikel verfasst hat.

Google hat eine Sparte namens 'Google Brain', in der verschiedene Wissenschaftler-Teams neue Ideen ausprobieren können. Ihrer Kreativität sind dort keine Grenzen gesetzt, einzige Einschränkung: Ziel muss es sein, Maschinen intelligenter zu machen. Es handelt sich also um KI-Forschung. Einem dieser Teams ist es jetzt gelungen, einen Algorithmus zu erschaffen, der selbstständig Wikipedia-Einträge verfassen kann (allerdings bisher nur in englischer Sprache). Die Ergebnisse sind durchwachsen, doch da es sich bisher lediglich um einen ersten Schritt handelt, ist mit deutlichen Verbesserungen in naher Zukunft zu rechnen.

Google-KI formuliert nicht selbst, sondern nutzt Textbausteine

Um einen eigenen Artikel verfassen zu können, hat der Algorithmus mehrere Quellen wie eingescannte Bücher, Enzyklopädie-Artikel, Nachrichten und Hintergrundtexte erfasst, um zu einem Thema möglichst viele Informationen zusammenzutragen. Aus diesen Informationen konnte die KI Kernpunkte identifizieren. Diese Kernpunkte werden von dem mittels Machine-Learning trainierten Modells in ihre wesentlichen Bestandteile 'zerlegt' und in logischer Reihenfolge in einen Fließtext übersetzt.

Die künstliche Intelligenz formuliert also nicht selber, sondern nutzt bereits vorhandene Textbausteine, damit die Sprache menschlicher und authentischer wirkt. Im Beispiel ihrer Veröffentlichung ging es um einen Artikel zu einer kleineren Website in Kansas und das Ergebnis ist noch recht holprig, ähnlich wie eine mittelprächtige Google-Übersetzung. Lesbar und verständlich ist er aber trotzdem geworden, weshalb die Forscher davon ausgehen, dass mit mehr eingescannten Informationen und höherer Rechenleistung schon sehr bald bessere Ergebnisse zu erwarten sind, die sich dann nicht mehr von menschlichen Artikeln unterscheiden sollen. Ein Problem bleibt aber noch ungelöst: Die KI kann die Echtheit und Vertrauenswürdigkeit ihrer Quellen nicht einschätzen. Die Wikipedia-Community darf also vorerst beruhigt sein.

Das originale Paper der Google-Wissenschaftler könnt ihr (auf Englisch) hier nachlesen.

Hier erfährst du mehr über: Google und Künstliche Intelligenz

Sag uns deine Meinung!