Sie programmiert schon jetzt besser

Google programmiert KI, die KIs entwickeln soll - weil es kaum Fachkräfte gibt

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Foto von Benjamin Krämer

von Benjamin Krämer -

Viel wird in letzter Zeit von der bevorstehenden KI-Revolution gesprochen und die ersten Vorboten lassen sich schon blicken. Trotzdem sind wir von selbstfahrenden Autos, medizinischen Robotern und automatisierten Fabriken noch einen Schritt entfernt. Die Lücke in der KI-Forschung sollen jetzt ausgerechnet KIs schließen - weil es nicht genug menschliche Fachkräfte gibt. Das ist ein Zeichen.

Unsere Zukunft wird von KIs dominiert werden. Ob es sich dabei um fiese Roboter handelt, die uns auslöschen wollen, überlassen wir vorerst den Autoren in Hollywood. Fest scheint für Experten allerdings zu stehen, dass die KI-Revolution fast die Hälfte des aktuellen Arbeitsmarktes obsolet machen wird. Schon in naher Zukunft werden Maschinen und sie steuernde künstliche Intelligenzen die meisten Jobs schlicht und einfach schneller und effizienter erledigen können als wir. Immerhin brauchen sie keine Pausen, keinen Schlaf und keine Verpflegung, um nur die naheliegendsten Gründe zu nennen. Doch schon heute zeigt sich anhand einer Entscheidung von Google, dass der Punkt bereits erreicht sein könnte. Zumindest in ersten Fachbereichen.

Ausgerechnet in der KI Forschung ersetzen KIs den Menschen zuerst

Roboter packen Pakete ein

KIs, die uns Arbeitsplätze wegnehmen - kein Zukunftsszenario, sondern Realität  

Quelle: (Phonlamai Photo)  Shutterstock.com 

Roboter packen Pakete ein

KIs, die uns Arbeitsplätze wegnehmen - kein Zukunftsszenario, sondern Realität  

Quelle: (Phonlamai Photo)  Shutterstock.com 

Googles neuester Mitarbeiter heißt 'AutoML' (für Auto Machine Learning). Was er kann? Komplexe KIs programmieren und selbstständig komplizierte Daten auswerten. Kurz gesagt kann AutoML genau das, was weltweit lediglich etwa 10.000 Experten beherrschen - nur besser. Grund für diesen Schachzug ist nicht etwa, das Google sich von Algorithmen in der Forschung mehr versprochen hat, sondern, dass kaum geeignete Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt verfügbar sind. Das gesamte Forschungsfeld künstlicher Intelligenz ist dermaßen komplex, dass der Konzern zwar genau wie die Konkurrenz um Microsoft, Facebook oder Apple viele Millionen in die Hand nimmt, aber nicht ausgeben kann. Wenn es also keine Fachkräfte gibt, die bezahlt werden können, beschafft man sich die Intelligenz im wahrsten Sinne eben künstlich.

Vielversprechende Ergebnisse

Erste Versionen des neusten Mitarbeiters geben Grund zur Hoffnung: Er kann Code programmieren, analysieren, reparieren und verbessern - selbstständig innerhalb weniger Stunden. Für dieselben Tätigkeiten würde ein menschlicher Experte Wochen oder Monate brauchen, mit mehr Fehlern. Beispiel gefällig? Die Bilderkennungsrate von AutoML liegt aktuell bei 82 Prozent und der Algorithmus kann mit 42-prozentiger Genauigkeit mehrere Punkte in einem Bild markieren, der beste Mensch bloß mit 39 Prozent Genauigkeit. Der Sprung zu ähnlichen Programmen in allen möglichen Anwendungsbereichen ist darum nicht mehr weit. Stellen wir uns nur vor, dass Programme auf unseren Computern und Smartphones sich selbst updaten und verbessern, selbstständig Sicherheitslücken schließen oder Hacker angreifen. Es ist auch wahrscheinlich, dass es von KIs erschaffene Programme geben wird, die einfach neue Programme für auftauchende Probleme schreiben und zwar in kürzester Zeit.

"Computer, öffne alle Lootboxen."

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