Der US-Konzern in Davos

Google teilt seine Weltsicht: Daten sind wie Sonnenlicht

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von Julius Zunker -

Nur einen Tag nachdem Google von der französischen Datenschutzbehörde CNIL zu einer Strafe von rund 50 Millionen Euro verdonnert wurde, malt Google-CFO Ruth Porat, das Geschäft mit Daten betreffend, ein durchweg positives Bild. "Daten sind wie Sonnenlicht," so ihre Kernaussage.

In Davos tagt derzeit das Weltwirtschaftsforum. Die Themen kreisen dort um alle nur erdenklichen Belange der weltweiten Wirtschaft: Krisenmanagement, Umweltschutz, Data-Mining, Globalisierung, die Welt von Morgen. Politiker, Wirtschaftsvertreter und internationale Fachleute geben sich auf Vorträgen, in Hinterzimmern und bei öffentlichen Diskussionen die Klinken in die Hände. Google darf dabei natürlich nicht fehlen - und der Suchmaschinen-Titan gibt sich ganz entspannt. Das Unternehmen hat auch allen Grund dazu, fiel die gestrige Strafe durch die CNIL doch eher harmlos aus.

Google: Daten werden für positive Ziele eingesetzt

Für Porat ist eines klar: Googles Praktiken zur Datensammlung haben keinen finsteren Ansatz, sie dienen dem Wohle aller. Als Beispiel zieht sie heran, dass mit dem Sammeln von Daten positive Ziele erreicht werden können. Konkret bezieht sie sich darauf, dass Googles KI Brustkrebs verlässlicher diagnostizieren kann als jeder menschliche Mediziner.

Google möchte nicht mit den alten Ölbaronen verglichen werden.

Mehr noch versucht Porat im Auftrag ihres Brötchengebers das Bild aus der Welt zu schaffen, Konzerne wie Google seien die geistigen Nachfolger der alten Ölbarone. Nicht nur steht Öl als fossiler Brennstoff im Ruf, einen gewaltigen Anteil an globaler Umweltverschmutzung zu haben - historisch betrachtet haben Ölfirmen auch eine Menge Schmutz und sogar Blut an ihren Händen. In den Augen mancher aber sind die Magnaten der Datenwelt noch skrupelloser als ihre Vorgänger: Sie hätten einen nicht unwesentlichen Anteil daran, dass sich das Internet zum Schlechteren wandle.

Daten, eine saubere Ressource

"Daten sind wie Sonnenlicht", so beschreibt Porat Daten als sich ständig selbst erneuernde Ressource, die sich in allen Belangen von Öl abhebt. Bewusst sucht sie damit eine Abgrenzung zur bekannten Phrase "Daten sind das neue Öl", mit der unterstrichen werden will, dass die von uns allen jeden Tag bereitgestellten Informationen der wohl wertvollste Rohstoff weltweit sind.

Daten sind der vielleicht wertvollste Rohstoff unserer Zeit.

Im gleichen Atemzug lobt Porat, wenn auch nicht direkt, die Arbeit von Behörden zur Regulierung von Datennutzung, wie dies durch die neue europäische Datenschutz-Verordnung DSGVO möglich geworden ist. In der Zukunft könnten solche Regulierungen und Strafen für manche der "Barone" des Silicon Valley zu schmerzhaften Hindernissen in ihren Geschäftspraktiken werden. Für Porat aber ist die Sache klar: "Vertrauen (in den Umgang mit Daten im Hause Google, Anm. d. Red.) kommt an erster Stelle."

Quelle: BusinessInsider

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