Wo er recht hat ...

Huawei-Chef sorgt mit Ausraster für Höhepunkt der CES

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von Benjamin Krämer -

Da kann einem schon einmal die Galle hochkommen: Nachdem Huawei endlich den Verkaufsstart seiner Smartphones in den USA bekanntgeben wollte, kündigt US-Zulieferer AT&T in letzter Minute den Deal. Grund genug für Huawei-CEO Richard Yu sich auf der Bühne gehörig Luft zu machen.

Huawei ist mittlerweile überall auf der Welt ein Begriff, wenn es um High-End Smartphones von guter Qualität geht. In Asien finden sich heute schon deutlich mehr Huaweis in den Händen der Menschen als iPhones. In den USA sieht man die schicken China-Exporte noch nicht, da es noch keine Deals mit dortigen Zulieferern gibt. Dann wurde mit AT&T ein Deal geschlossen: Der US-Zulieferer sollte die Geräte aus Übersee an die Amerikaner ausliefern. Doch daraus wurde nichts: AT&T kündigte den Deal kurz vor der CES auf und ließ den chinesischen Konzern im Regen stehen. Richard Yu, CEO der Verbraucher-Sparte von Huawei hielt gestern einen einstündigen, langweiligen Vortrag, bei dem man schon genau hinhören musste, ob er nun gerade Chinesisch oder Englisch spricht. Bis dann die letzten fünf Minuten seiner Zeit eingeläutet waren und er sich über den geplatzten Deal echauffierte.

Der Huawei-Ausraster wurde dringend benötigt

Der Ausraster war bitter nötig - nicht nur, um die gähnende Langeweile unter den Zuschauern zu vertreiben, sondern auch um zu zeigen, wie protektionistisch die amerikanische Wirtschaft mittlerweile geworden ist. Yu merkte in seiner Wutrede zu Recht an, dass seine Firma hart daran gearbeitet habe, die Lücke zwischen Produkten von Apple und Samsung in den Bereichen Technologie, Sicherheit und Usability zu schließen und mittlerweile zur Spitze gehöre. Trotz der auch bei Tech-Reviewern beliebten Geräte verweigere sich der amerikanische Markt mit einer Abschottungspolitik, die sonst immer seinem Land vorgeworfen würde. Er nannte es 'enttäuschend', dass seine Firma, die sich in besonderer Weise der Kundenzufriedenheit verschrieben habe, nicht mit demselben Respekt behandelt werde wie andere. Nach seinen speziellen fünf Minuten erntete Richard Yu denn auch ordentlich Applaus. Die langweiligste Keynote der Messe war immerhin gerade zur vielleicht aufregendsten geworden.

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