13 Milliarden Euro!

Jetzt doch: Apple zahlt Steuermilliarden an Irland nach

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von Benjamin Krämer -

Apple ist keine Ausnahme, wenn es darum geht, dass die größten Konzerne am wenigsten abgeben wollen: Nachdem bekannt geworden war, dass der Konzern aus Kalifornien zwischen 2003 und 2014 nur 0,005 Prozent Steuern gezahlt hatte, schob die EU der Praxis in Irland einen Riegel vor. Nach langem Hin und Her scheint Apple jetzt endlich bereit, die Forderungen von 13 Milliarden Euro zu begleichen.

Es mutet schon verrückt an, was da die letzten Jahre im EU-Parlament vor sich ging: Es wurde bekannt, dass Apple über ein Jahrzehnt auf sämtliche EU-Profite quasi keinerlei Steuern in Irland zahlte! Das kleine Land wollte sich als Steueroase attraktiv machen und große Firmen zu sich locken. Das Spiel ging auf, da dank EU-Regelungen Steuern nicht in jedem Land einzeln abgedrückt werden müssen, sondern EU-weit in dem Land des europäischen Hauptsitzes. Bei Apple kam dabei ein Steuersatz von gerade einmal 0,005 Prozent heraus - und das in einem der weltweit größten Absatzmärkte.

"Apple, bitte behalte dein Geld!"

Die EU hat gegen Irlands vehementen Protest dann durchgesetzt, dass diese Steuerpraktiken geändert werden müssen und nun, nachdem 2016 bereits entschieden wurde, dass Apple zahlen muss, ist es endlich so weit. Nun zahlt das wertvollste Unternehmen der Welt also satte 13 Milliarden Euro aus der Portokasse an ein Land, das dieses Geld gar nicht haben möchte. Paradoxer geht es wahrscheinlich nicht, immerhin wehrt sich die Republik gegen eine Summe, die etwa 20 Prozent des eigenen Staatshaushaltes entspricht. Da bleibt nur zu sagen: Schade, dass Apple seine Steuern nicht in Deutschland nicht bezahlt hat. Wir könnten diese kleine Finanzspritze sicher gut gebrauchen. Zum Beispiel, um bei der Digitalisierung mit Irland mithalten zu können ...

Einen gelungenen Beitrag im EU-Parlament zu der Affäre findet ihr in diesem Video:

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