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Komfortabel bewerben

Jobsuche im Facebook Messenger - Chatbot Mr. Hokify macht's möglich

Geschätzte Lesezeit: ca. 3 Minuten

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Den Traumjob mittels Chatbot finden - ein österreichisches Startup möchte die Jobsuche und den Bewerbungsprozess bequemer gestalten und integriert den eigenen Service in den Facebook Messenger. Wir haben uns mit Mr. Hokify unterhalten und getestet, wie gut sich der Chatbot als Assistent macht.

Verschiedene Systeme um Kandidaten mit potenziellen Arbeitgebern zu matchen, verifizierte Headhunter, Spezialisierung auf ein bestimmtes Klientel - Jobbörsen-Betreiber lassen sich einiges einfallen, um in den Fokus von Arbeitssuchenden zu rücken. Stellt sich also als Erstes die Frage:

Was macht 'Mr. Hokify' anders?

Im Gegensatz zur herkömmlichen Online-Jobsuche beginnt die Reise bei Mr. Hokify mit ein paar einfachen Fragen im Facebook Messenger Chat: "In welcher Stadt suchst du denn einen Job?", "Nach welcher Art von Job suchst du?" Am unteren Bildschirmrand werden euch Antwort-Optionen angeboten, eine freie Texteingabe ist aber ebenfalls möglich. Nach dem ihr geantwortet habt, macht sich Mr. Hokify auf die Suche und präsentiert euch passende Stellenangebote in einem Slider, durch die ihr euch klicken könnt. Ist etwas adäquates dabei, stehen die Schaltflächen "bewerben" und "mehr Informationen" zur Verfügung.

Hokify Chat-Fenster zum Bewerben auf eine Stellenausschreibung

Statt der Erstellung eines Kontos und dem standardmäßigen Ausfüllen eines Profils, fragt Mr. Hokify relevante Bewerberdaten im Chat ab.  

Quelle: (Screenshot)  JobSwipr GmbH 

Hokify Chat-Fenster zum Bewerben auf eine Stellenausschreibung

Statt der Erstellung eines Kontos und dem standardmäßigen Ausfüllen eines Profils, fragt Mr. Hokify relevante Bewerberdaten im Chat ab.  

Quelle: (Screenshot)  JobSwipr GmbH 

Ein Klick auf "bewerben" führt zum Hokify-Portal. Klickt ihr dort auf "Jetzt bewerben" kommt nicht die übliche Bitte, die man von anderen Jobbörsen kennt, ein vollständig ausgefülltes Profil zu hinterlegen. Stattdessen öffnet sich ein Chat-Fenster und es werden Fähigkeiten, die vom Arbeitgeber spezifiziert wurden, und Fähigkeiten abgefragt (siehe Bild). Darüber hinaus werdet ihr um den Upload typischer Bewerbungsdokumente (Foto, Lebenslauf, etc.) gebeten. All das läuft komplett im Chat-Fenster ab.

Statt in einem formellen Anschreiben zu erklären, warum ihr euch für die Stelle interessiert, könntet ihr schlicht gefragt werden: "Warum bist du für den Job geeignet?" "Könntet" deshalb, weil für denselben Job nicht automatisch jedes Mal die gleichen Fragen gestellt werden - der Chat verläuft bei wiederholten Versuchen immer etwas anders. "Je nachdem, welche Fragen zum automatischen Job-Interview bei einer Position hinterlegt wurden, werden diese an die BewerberInnen gestellt. Hat ein potentieller Kandidat nun eine oder mehrere dieser Fragen bereits in einem vorherigen Bewerbungsprozess beantwortet, wird diese nicht nochmals gestellt, sondern die bereits vorhandene Antwort auch für die neue Bewerbung übernommen. Natürlich kann man hier nochmals in der Bewerbungsübersicht die Antworten adaptieren, falls gewünscht, bevor die Bewerbung tatsächlich versandt wird", erklärt Carina Wolfram, Customer Relationship Managerin bei Hokify.

Laut Aussage des Co-Founders Karl Edlbauer wurden seit dem Launch des Chatbots am 19. März über 22.700 Nachrichten an 600 Jobsuchende versendet. Ein Grund für den noch bescheidenen Zulauf könnte sein, dass der Bot bisher noch nicht im großen Stil, sondern lediglich über eigene Kanäle beworben worden ist.

Online-Battle um die Aufmerksamkeit der Jobsuchenden

Zudem ist die Jobbörsen-Konkurrenz groß: Stepstone, Yourfirm, Kalaydo oder Kimeta sind feste Online-Größen für Bewerber auf der Suche nach einem neuen beruflichen Wirkungskreis. Über Kimeta als Jobsuchmaschine sind beispielsweise über 1,8 Millionen Stellenausschreibungen zu finden und auch dieses Web-Portal verfügt selbstverständlich über eine App-Version. Neben der JobSwipr Gmbh, dem Unternehmen hinter Hokify, beschäftigen sich auch jede Menge anderer Startups damit, die Suche nach einer neuen Tätigkeit zu optimieren. Wir berichteten bereits über die App 'Job Today', die speziell für Gelegenheitsarbeit entwickelt worden ist. Die Entwickler benutzen zwar keinen Chatbot, bieten aber ebenfalls die Möglichkeit sich aus der App heraus zu bewerben und den Ansprechpartner des ausschreibenden Unternehmens per Chat zu kontaktieren. Allerdings hat ein erneuter Check der App ergeben, dass für den deutschen Arbeitsmarkt nach wie vor kaum Stellen angezeigt werden.

Hier erfährst du mehr über: ChatbotKünstliche IntelligenzFacebook und Instant Messenger

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