Das Messer ist nur zum Nägel schneiden

KI wird zum Dolmetscher zwischen Bauern und Hühnern

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Foto von Benjamin Krämer

von Benjamin Krämer -

Eine KI hat dies geschafft, eine KI hat das geschafft. Die Nachrichten überschlagen sich, doch noch nie war der Durchbruch so brisant wie jetzt: Ein Algorithmus entschlüsselt die Feinheiten der 'Hühnersprache' und wird so zum Übersetzer zwischen Bauern und Geflügelbestand.

Eine KI kann nicht nur Binärcode, sondern auch "B-Booock, b-booock" - was für eine Erkenntnis! Gut, Zynismus beiseite ist es tatsächlich spannend, dass einer KI jetzt etwas gelungen sein soll, was sich bisher eher im Bauerngemauschel bewegt hatte: Die Entschlüsselung der Hühnerkommunikation. Der Algorithmus, um den es geht, stammt aus den IT-Laboren der Universität Georgia und dem Georgia Institute of Technology. Über fünf Jahre hinweg hat man dort das Gegacker unzähliger Hühner mittels Deep-Learning analysieren lassen. Jetzt hat die KI offenbar den Bogen raus und kann erstaunlich genau sagen, wie sich ein Huhn fühlt und was ihm möglicherweise fehlt.

Chicken-Translate incoming - KI sei Dank!

Hühner im Stall

Was die sich wohl alle zu erzählen haben?  

Quelle: (Sidorov_Ruslan)  Shutterstock.com 

Hühner im Stall

Was die sich wohl alle zu erzählen haben?  

Quelle: (Sidorov_Ruslan)  Shutterstock.com 

Selbstverständlich darf nicht erwartet werden, dass die KI demnächst verkündet, dass der Geflügelbestand eines Hofes gerne eine Gewerkschaft gründen möchte, oder dass auf der Packung Hühnerbrust im Aldi demnächst 'RIP Literaturpreisträger' steht. Doch das Ergebnis ist offenbar gut genug, dass die KI jetzt in mehreren Landwirtschaftsbetrieben der USA eingesetzt wird. Mittels Audiosensoren in Ställen soll rund um die Uhr analysiert werden, in welchem Zustand die Tiere sich befinden und was ihnen fehlen könnte. Herauslesen kann das Programm unter anderem, ob es den Hühnern zu warm oder zu kalt ist, ob sie Atemwegsinfektionen haben, geschwächt sind, oder unterernährt.

Verbessern dürfte sich das Einkommen der Farmer

Der Gedanke liegt natürlich nahe, dass diese Art der KI-Anwendung besonders im 'Hühnerknast', den riesigen Ställen der Massentierhaltung, anzufinden sein wird. Ganz einfach, weil es dort so viele Hühner gibt, dass einzelne Begutachtungen kaum möglich sind und es ihnen von vorneherein schlechter geht auf engem Raum.

Die Situation der Hühner wird sich also nicht unbedingt verbessern, denn das in Kooperation mit der Geflügelindustrie entstandene Projekt widmete sich vor allem der höheren Effizienz in der medikamentösen Behandlung erkrankter Tiere. Denn je später die Behandlung, desto breiter müssen Antibiotika und Co. im Stall gestreut werden. Das ist natürlich unangenehm teuer! Es bleibt also nur zu hoffen, dass die KI auch andersherum übersetzen und den Flattermännern möglichst schnell das Konzept eines Streiks erläutern kann.

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