Mehr Präsenz im Westen

Kirin OS: Huaweis Schritt in die Unabhängigkeit

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von Julian Richter -

Huawei ist momentan dabei, sein hauseigenes Betriebssystem als mögliche Alternative zu Android zu entwickeln. Um dies zu realisieren, hat Huawei die frühere Apple-Designerin Abigail Brody eingestellt, sowie mit dem asiatischen Hersteller ZTE kooperiert.

Kirin OS: Huawei möchte mehr Präsenz und Unabhängigkeit

Huawei ist hinter Samsung und Apple der drittgrößte Handyanbieter der Welt. Zwar ist der Hersteller in westlichen Gebieten nicht ganz so erfolgreich, dafür aber in seiner Heimat umso mehr. Laut arstechnica wird Huawei oft als eine unausgereifte Samsung-Version angesehen. Nicht zuletzt, weil sich der chinesische Konzern an Samsungs Komponenten bedient, um seine eigene Android-Alternative namens "Kirin" zu bauen. Größte Intention dahinter ist, sich im Westen eine stärkere Präsenz zu verschaffen, aber ebenfalls von Google unabhängig zu werden.

Samsungs internes Betriebssystem nennt sich Tizen und ist Linux-basiert. Dennoch funktioniert es ähnlich wie Android, obwohl ihm das App-Ökosystem und die Android-Entwicklerunterstützung fehlen. Genau darin besteht die Herausforderung, eine Android-Alternative zu kreieren: Etwas so viel besser zu machen, dass die Einbußen dafür akzeptabel werden.

Wird Huawei aus den Fehlern der Konkurrenz lernen?

Mit dem Tizen OS konnte Samsung keine wirklich großen Erfolge feiern und die Entwicklung des Bada OS wurde sogar eingestellt. Daher kommt die Frage auf, ob Huawei aus den Fehlern seiner Konkurrenten gelernt hat und es tatsächlich schaffen wird, diese auszubügeln. Erfolg verspricht sich die Firma durch die Kooperation mit ZTE, einem ebenfalls einflussreichen, asiatischen Hersteller. Beide Unternehmen haben großes Ansehen im Raum Asiens, versuchen aber zurzeit, mehr westliche Präsenz zu erwirtschaften.

Huaweis Benutzeroberfläche "Emotion UI 3.0", welche in Grundzügen an die Oberfläche von Apple iOS erinnert, weicht stark von Googles Android-Oberfläche ab und könnte als Vorlage für die Kirin OS dienen. Tatsächlich arbeitet Huawei bereits drei Jahre an diesem Projekt. Denkbar wäre, dass es sich dabei nicht um ein grundsätzlich neues Betriebssystem handelt, sondern eine Android-Abspaltung, die ohne Google-Apps auskommt.

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