Zu viele offene Fragen

KIs in der Medizin: US-Ärzte dämpfen Erwartungen

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von Benjamin Krämer -

In den letzten Monaten überschlugen sich die Erfolgsmeldungen aus den KI-Laboren der Welt: Beinahe wöchentlich wurden neue erfolgreiche Tests bekannt, in denen Algorithmen menschliche Ärzte übertrafen. Jetzt tritt die American Medical Association (AMA) allerdings auf die Bremse und hält KIs in Arztpraxen für unpraktikabel.

Die American Medical Association (AMA) hat sich in einem seitenlangen Report mit dem Thema künstliche Intelligenz in der Medizin beschäftigt. Das wurde auch Zeit, schließlich hatten sich die neuesten Algorithmen mit rotem Kreuz bereits angeschickt, Onkel Doktor bald zu ersetzen. Da wäre die Psychotherapie-KI der Zukunft, die bereits ausgerufen wurde, der Super-Algorithmus, der Lungenkrebs fünfmal besser diagnostiziert als Ärzte, oder die japanische KI, die Gedanken lesen kann - um nur einige wenige Beispiele zu nennen.

Nicht wenige Menschen haben sich bereits vorgestellt, wie in den nächsten Jahren immer mehr KI-Assistenzsysteme oder vielleicht sogar Roboter Einzug in die Arztpraxen halten und uns sagen, ob wir an einer bestimmten Krankheit wie Krebs, Diabetes oder degenerativen Rückenmarkserkrankung leiden. Die AMA weist in ihrem Report jetzt aber daraufhin, dass dieser Entwicklung noch viele Probleme entgegenstehen, für die es aktuell keine Lösung gibt - und ihre Argumente sind stichhaltig.

KIs im Arztzimmer: Das Problem mit der Rechtslage

Arzt hält MRT-Aufnahmen in der Hand und betrachtet sie

KIs werden wohl eher als Diagnose Assistenten Anwendung finden, allerdings nicht im großen, oder gar eigenständigen Rahmen.  

Quelle: (Milles Studio)  Shutterstock.com 

Arzt hält MRT-Aufnahmen in der Hand und betrachtet sie

KIs werden wohl eher als Diagnose Assistenten Anwendung finden, allerdings nicht im großen, oder gar eigenständigen Rahmen.  

Quelle: (Milles Studio)  Shutterstock.com 

Konkrete Hindernisse sieht die US-Ärztekammer allem voran bei rechtlichen Fragen: Wenn eine KI eine Diagnose gestellt hat, die sich hinterher als falsch herausstellt, wer ist dann haftbar? Das Unternehmen, dass sie verkauft? Oder der Arzt, der sie in seiner Praxis eingesetzt hat? Was, wenn ein Algorithmus gar in die Behandlung eingebunden wird und einen möglicherweise folgenschweren, gar tödlichen Fehler produziert? Wer wird haftbar gemacht? Für solche Fragen gibt es in unseren aktuellen Rechtssystemen keinerlei Grundlagen.

Ein weiteres Problem stellt laut der AMA die Kostenfrage dar. Die Anschaffung von KI-Assistenten, seien es Roboter, intelligente Maschinen oder lediglich Software, würde mit Sicherheit viel Geld kosten, da es sich aktuell um Spitzentechnologie handelt. All dieses viele Geld könne aber besser in weitere Forschung oder die Beschaffung von Medikamenten investiert werden, argumentieren die US-Ärzte der AMA. Für sie ist klar: In Zukunft wird es sicherlich künstliche Intelligenzen geben, die sie gezielt in ihrer Arbeit unterstützen - dass sie aber in der Breite Anwendung finden, oder gar Onkel Doktor ersetzen, gilt für sie als sehr unwahrscheinlich.

Quelle: theregister.co.uk

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