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Hello Kitty!

‚Kitty Hawk‘: Was ist besser als ein Auto? Ein fliegendes Auto!

Geschätzte Lesezeit: ca. 4 Minuten

Foto von Benjamin Krämer

von Benjamin Krämer -

‚Flying Car‘ heißt ein junges Startup, das aktuell mit dem Prototyp eines ersten fliegenden Autos punkten will. Finanziert wird es unter anderem von Google-Mitgründer Larry Page. Das Gefährt mit dem etwas quietschigen Namen ‚Kitty Hawk‘ soll von jedermann geflogen werden können – nötig ist nicht mehr als eine einstündige Einführung. Ein Konzept mit Zukunft?

Wer erinnert sich nicht gerne an die futuristischen Straßenszenen aus ‚Blade Runner‘, oder an Luc Bessons bonbon-bunte Version ‚Das fünfte Element‘, in denen sich endlose Autokolonnen durch den Nachthimmel schieben? Die Idee fliegender Autos als Mobilitätslösung der Zukunft ist nicht neu, schließlich könnte man damit viele Probleme wie Staus, umständliche Straßenführungen, den teuren Ausbau der Infrastruktur und viele mehr einfach loswerden. ‚Einfach‘ ist das technisch gesehen allerdings nicht. Trotzdem zeigt das von Larry Page unterstützte Startup ‚Flying Car‘ mit seinem Prototyp ‚Kitty Hawk‘ seit vergangener Woche, dass es bereits in Anfängen möglich ist – immerhin konnte Kitty Hawk bereits von ausgewählten Social Media Influencern und Firmenkunden ausprobiert werden.

Kitty Hawk: Safety First

Fliegendes Auto Kitty Hawk

So sieht Kitty Hawk in Aktion aus. Eher wie ein überdimensioniertes Hover-Board. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.  

Quelle: (Kitty Hawk)  Facebook.com 

Fliegendes Auto Kitty Hawk

So sieht Kitty Hawk in Aktion aus. Eher wie ein überdimensioniertes Hover-Board. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.  

Quelle: (Kitty Hawk)  Facebook.com 

Zugegeben, Kitty Hawk (wer hat sich diesen Namen ausgedacht?!) sieht nicht besonders schnittig aus mit seinen zwei riesigen Pontons für Wasserlandungen und den zehn Propellern – kein Vergleich zu den stylischen fliegenden Autos aus Netflix‘ Altered Carbon. Dafür ist bei der Version von Flying Car kein CGI nötig, um damit abzuheben, ebenso wenig wie ein Pilotenschein. Geflogen wird Kitty Hawk lediglich über zwei Joysticks, anders als bei Helikoptern, die neben einem Joystick noch allerlei Pedale und Knöpfe besitzen. Piloten sitzen in dem winzigen Rumpfteil, der an eine Seifenkiste erinnert und können die Steuerung laut Entwickler innerhalb von einer Stunde erlernen – ohne anschließend abzustürzen. Wer sich jetzt allerdings darauf freut, schon bald mit seinem eigenen Kitty Hawk zur Arbeit zu düsen und dem leidigen Stau auf dem Weg zu entgehen, der muss sich noch gedulden: Vorerst gibt es das fliegende Auto, das an eine übergroße Drohne erinnert, nur für die Nutzung über Wasserflächen, die Geschwindigkeit ist auf etwa 30 km/h begrenzt und die Flughöhe auf dreieinhalb Meter.

Das fliegende Auto der Zukunft setzt auf E-Antrieb

Da sich die Industrie besonders im Bereich der Mobilität immer mehr auf Elektro-Lösungen konzentriert, macht auch Kitty Hawk hier keine Ausnahme: Angetrieben wird das fliegende Auto per Elektromotor, der in etwa so laut (oder leise) sein soll wie ein Rasenmäher aus zwanzig Metern Entfernung. Da Lithium-Ionen-Akkus schwer sind und Gewicht eines der größten Hindernisse in der Entwicklung des Verkehrs der Lüfte darstellt, krankt auch Kitty Hawk noch an begrenzter Reichweite: Mit voller Batterieladung sind aktuell lediglich Flugzeiten von etwa zwanzig Minuten möglich. Um den Betrieb so einfach wie möglich zu gestalten (man möchte bei Flying Car auf massentaugliche Lösungen setzen), funktionieren die zehn Rotoren, die von zehn kleinen Motoren angetrieben werden, mit Selbststabilisierung, genau wie bei gängigen Kleindrohnen. Piloten können somit einfach senkrecht starten und landen.

Hat Kitty Hawk Zukunft?

Aktuelle Flugdaten von Kitty Hawk sind noch nicht besonders beeindruckend, werden sich aber mit weiterer Reife des Produkts verbessern. Aber haben von Menschen gesteuerte Flugautos überhaupt eine Chance?

Ob sich ein Prototyp wie Kitty Hawk zu einem ausgereiften Modell für den Massenmarkt entwickeln wird, steht natürlich noch in den Sternen. Selbst wenn die wenig beeindruckenden Geschwindigkeits-, Reichweiten- und Flughöhenangaben deutlich gesteigert werden können, wovon auszugehen ist, gibt es noch einige Stolpersteine für Larry Pages Projekt: Wie soll in Zukunft sichergestellt werden, dass nicht jeder dort herumfliegt, wo es ihm passt? Wie wird in der Luft Vorfahrt geregelt? Wie wird für Sicherheit gesorgt, damit nicht regelmäßig Kitty Hawks auf mein Haus stürzen?

Bessere Antworten auf diese berechtigten Fragen dürften aktuell autonome Flugdrohnen wie die in Entwicklung befindlichen Flugtaxis bieten, die sich in ein Verkehrsleitsystem eingliedern ließen. Immerhin scheint die Zeit des Selbststeuerns langsam aber sicher schon am Boden der Zeit den selbstfahrenden Autos zu weichen. Dass zukünftig Bodenfahrzeuge von KIs gesteuert werden, aber Menschen ausgerechnet in der Luft auf Maschinen losgelassen werden, wo Koordination und die Einhaltung von Regeln deutlich komplexer ausfallen, darf leise angezweifelt werden. Vielleicht hat Kitty Hawk aber eine Zukunft als Freizeitmodell? Dann aber bitte mit einem Namen, der nicht aus der Hello Kitty Ecke stammt.

Und so sieht das fliegende Auto in Aktion aus:

Quelle: Business Insider, Flying Car

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