CES sorgt für einige Überraschungen

Kommentar: Die Gewinner und Verlierer der CES

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Foto von Benjamin Krämer

von Benjamin Krämer -

Die Consumer Electronics Show in Las Vegas ist vorbei, der Rummel hat sich gelegt. Nachdem es viele Überraschungen, Enttäuschungen und Wow-Momente gab, ist es an der Zeit für ein kurzes Fazit.

Es gab einige Gewinner auf der diesjährigen CES, die so vorher wahrscheinlich niemand auf dem Schirm hatte. Da wäre zum einen der Google Assistant, lange Zeit eine Art KI-Gollum im Schatten der übermächtigen Alexa von Amazon. Die Sprachassistentin war auf scheinbar jedem noch so kleinen Gadget zu finden und in aller Munde - da muss sich Amazon auf harte Konkurrenz einstellen, denn Gollum greift nach dem Ring! Zu den weiteren Gewinnern gehörten außerdem Haushaltsroboter: Niedlich, gut gelaunt und erstaunlich marktreif präsentierten sie sich als wirklich notwendige Gegenentwürfe zur jüngsten KI-Hysterie und der Angst vor der drohenden Robokalypse. Dritter Gewinner ist ganz klar die Wireless-Technologie. Es gab fast alle Gadgets als Wireless-Variante und sogar ein kabelloses Akku-Ladegerät wurde vorgestellt!

Wo ist Apple? Wo die Hardware?

Google Assistant

Dieses Bild werden wir auf Geräten bald häufiger sehen. Google Assistant holt zur Aufholjagd aus!  

Quelle: (Screenshot)  Google Inc. 

Google Assistant

Dieses Bild werden wir auf Geräten bald häufiger sehen. Google Assistant holt zur Aufholjagd aus!  

Quelle: (Screenshot)  Google Inc. 

Nun zu den Verlierern. Wie immer blieb Apple der Messe fern und zum ersten Mal blieben auch große Ankündigungen und Geräte fern, die auf Apples Hard- und Software setzen. Insgesamt wurde so wenig über Apple gesprochen wie noch nie in Las Vegas. Ganz ähnlich verhält es sich mit Smartphones: Keine großen Ankündigungen, keine neuen Technologien in Sicht und bis auf eine kleine Wutrede des Huawei-CEO war es um die kleinen Alleskönner sehr, sehr still. Wahrscheinlich sind sie mittlerweile so sehr Mainstream-Tool geworden, dass sich mit dem Thema kaum noch jemand hinter dem Ofen hervorlocken lässt. Oder wann habt ihr das letzte Mal gejauchzt, weil die Kamera des neuesten Modells jetzt einen Megapixel mehr hat?

Zwei Erkenntnisse, die nachdenklich stimmen

Zu den Verlierern gehörten außerdem Drohnen und Augmented Reality. Drohnen, vor einigen Jahren noch das nächste große Ding, sind offenbar tot. Kaum Neuigkeiten und wenn, dann geht es um negative: Beispielsweise stampfte GoPro sein eigenes Drohnenprojekt ein und der Markt hat sich auf einen überdominanten Marktführer eingespielt.

Die nächste Erkenntnis ist, dass Augmented Reality noch einen weiten Weg vor sich hat. Vielleicht liegt es an dem Google Glass-Desaster, vielleicht an der schlechten Integrierbarkeit in den Alltag, doch AR glänzte auf der CES ähnlich wie Apple durch Abwesenheit. Bleibt nur zu hoffen, dass sich in diesem Sektor bis zur nächsten Show noch einiges tut.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Es gab auch noch eine Erkenntnis über die Infrastruktur der USA: Stromausfall bei einer Consumer 'Electronic' Show - vielleicht könnte das Weiße Haus doch noch mal etwas ins marode Stromnetz investieren, statt in Visaverbote. Nur so ein Vorschlag.

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