OpenSignal untersucht Mobilfunk-Anbieter

Latenz bei Telekom, O2, Vodafone: Wer verzögert am meisten?

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Telekom, Vodafone und O2 unterscheiden sich hinsichtlich der Latenz, also der Verzögerungszeit des Netzwerks, teils enorm - für Online-Gamer und Streamer ist aber gerade das ein entscheidendes Kriterium. Wer am meisten verzögert, zeigt ein aktueller Report aus dem Hause OpenSignal.

In puncto Abdeckung und Geschwindigkeit sind die mobilen Netze in Deutschland bekanntlich noch nicht ganz da, wo wir sie gerne hätten. Zu allem Übel unterscheiden sich die Bandbreiten und Verfügbarkeiten der hiesigen Anbieter Telekom, O2 und Vodafone noch immer recht deutlich: Zwar schließt sich das Feld langsam, Vodafone und besonders O2 können in dieser Hinsicht aber noch immer nicht wirklich mit Mobilfunk-Primus Telekom mithalten. Doch wie sieht es in Sachen Latenz aus? Hier zeichnet sich ein anderes Bild ab.

Latenz: Große Unterschiede bei Mobilfunk-Anbietern

Das hat das Londoner Analyse-Unternehmen 'OpenSignal' in einem aktuellen Bericht herausgefunden. Demnach holt der Herausforderer O2 deutlich in Sachen verzögerungsfreier Datenübertragung in den 3G- und 4G-Netzen auf. Vodafone ist der Telekom in dieser Hinsicht sogar überlegen:

O2 holt auf, Vodafone nach wie vor Spitze: In Sachen Latenz gibt es nach wie vor große Unterschiede bei den Mobilfunk-Anbietern.

Quelle:  OpenSignal 

O2 holt auf, Vodafone nach wie vor Spitze: In Sachen Latenz gibt es nach wie vor große Unterschiede bei den Mobilfunk-Anbietern.  

Quelle:  OpenSignal 

Den größten Schritt nach vorne hat der Drittplatzierte O2 gemacht: Während des 90-tägigen Testzeitraums sei die Verzögerungszeit um sieben Prozent auf 50 ms gesunken. Dennoch bleibt die Telefónica-Tochter nach wie vor auch in Sachen Latenz abgeschlagen: Vodafone und die Telekom rangieren nur bei knapp über 40 Millisekunden. Betrachtet man nur die modernen 4G-Netze, ergibt sich ein ähnliches Bild: O2 bewegt sich über der 40-Millisekunden-Marke, die beiden Kontrahenten platzieren sich darunter.

Im 4G-Netz sind die Latenzen der drei Anbieter generell geringer als im langsameren 3G-Netz.

Quelle:  OpenSignal 

Im 4G-Netz sind die Latenzen der drei Anbieter generell geringer als im langsameren 3G-Netz.  

Quelle:  OpenSignal 

Warum ist Latenz wichtig?

Latenz bezeichnet die Zeit, die ein Datenpaket benötigt, um durch das Netzwerk zu reisen - üblicherweise gemessen in Millisekunden: Eure Eingabe ist - am Beispiel von O2 - erst mal 50 Millisekunden unterwegs, bevor euer Befehl für euch sichtbar ausgeführt wird. Beim Telefonieren über das Internet (VoIP) oder Streaming kann hohe Latenz zu Stottern oder oder plötzlichen Ladezeiten führen. Beim Online-Gaming ist eine niedrige Latenz mitunter sogar ein wichtigerer Faktor als die Bandbreite: Eine hohe Verzögerungszeit kann eine spürbare zeitliche Lücke zwischen eurer Eingabe und der tatsächlichen Reaktion im Game verursachen - ein riesen Problem insbesondere bei Multiplayer-Titeln. Es gilt also: Je niedriger die Latenz, desto besser.

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