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Im Kindergarten schon coden können

MatataLab: Dieser Roboter will Kindern Programmieren beibringen

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

MatataLab, ein Lernroboterkit für das Kinderzimmer, will schon Vierjährige an schwierige Themenfelder wie Mathe, Logik und Programmierung heranführen. Möglich machen soll das eine betont spielerische Herangehensweise.

Nicht wenige Eltern sind heute dankbar, wenn gewisse Erziehungsaufgaben von intelligenten Spielzeugen vorbereitet oder gar ganz übernommen werden. Und sofern die um pädagogische Gimmicks erweiterten Mini-Roboter die elterliche Fürsorge nicht gänzlich ersetzen, ist das sicher nicht der schlechteste Ansatz. Der chinesische Hersteller 'MatataLab' hat jetzt ein solches Spielzeug / Erziehungswerkzeug vorgestellt, das diese Aufgabe für Vier- bis Neunjährige übernehmen soll - und das in Fachbereichen, die vielen noch im Erwachsenenalter einiges an Kopfzerbrechen bereiten.

MatataLab will Kindern Logik, Kunst und Musik schmackhaft machen

Neben dem Verständnis einfacher Musiktheorie und Kunst soll das Lernroboter-Kit insbesondere die 'MINT'-Disziplinen (also Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) fördern. Dazu gehören auch die Schulung logischen Denkens und sogar Grundlagen der Programmierung. Ziemlich starker Tobak also, der Kleinkinder ja eigentlich schnell überfordert. Damit dies nicht passiert, präsentieren die Entwickler ihre Lektionen anschaulich und mit viel Haptik: Ein Programmcode-Block beispielsweise ist bei MatataLab ein tatsächlicher Block, also ein echter Gegenstand zum Anfassen, Herumschieben und Austauschen.

Auch Musiknoten werden einfach per Hand auf dem Kontrollboard angeordnet, woraufhin der 'MatataBoT' die entsprechende Melodie wiedergibt. Insgesamt besteht MatataLab aus 244 solcher Komponenten (Pro Set), wobei auch abgespeckte Versionen mit 129 (Advanced Set) oder nur 47 (Starter Set) Einzelteilen angeboten werden sollen. Der bewegliche MatataBot und der Kommando-Turm sind allerdings immer enthalten. Viele der Spiele, so der Hersteller, sollen Kinder zudem auch mit einem Freund spielen können.

Damit all das auch vor pädagogischem Hintergrund Hand und Fuß hat, hat der Hersteller laut eigenen Aussagen "eng mit Experten im Bildungsbereich zusammengearbeitet." Ein maßgeblicher Einfluss sei beispielsweise der niederländische Erziehungspädagoge Dr. Jef van Kuyk gewesen, der aufgrund seiner 'Pyramiden-Methode' einen respektablen Ruf in der Fachwelt genießt.

Datenschutz: MatataLab ist offline

Wer einen solchen intelligenten Roboter zu seinem Nachwuchs ins Kinderzimmer stellt, der hat verständlicherweise Bedenken bezüglich des Datenschutzes. Erst jüngst musste Mattel aufgrund massiver Proteste einen Rückzieher machen und die eigentlich für diesen Sommer geplante Kinderzimmer-KI 'Aristotle' wieder einstampfen. Ein Sprecher von MatataLab versicherte uns auf Nachfrage aber, dass diese Sorge unbegründet sei: "Die derzeitige Version von MatataLab ist nicht mit dem Internet verbunden. Also braucht man sich bezüglich der Privatsphäre keine Gedanken zu machen", sagt er.

MatataLab wird über Crowdfunding finanziert und befindet sich derzeit noch am Anfang der Kampagne auf Kickstarter. Das Ziel von 50.000 Dollar war allerdings schon nach wenigen Stunden erreicht. Spender bekommen einen Rabatt auf die Verkaufsversion und sparen so bis zu 100 Dollar gegenüber dem Verkaufspreis. MatataLab, so der Sprecher des Unternehmens, habe bereits einen Vertriebspartner für Deutschland. Im zweiten Quartal wird das Lernroboter-Set also auch bei uns erscheinen.

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