Keine Missverständnisse mehr in WhatsApp und Co.?

Mei: Diese KI will Chats endlich verständlicher machen

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von Julius Zunker -

Kurznachrichtendienste wie der 'Facebook Messenger' oder WhatsApp sorgen für weltweite Kommunikation - doch leider auch für globalen Herzschmerz. Gerade kurze Texte, zumal ohne hilfreiche Emoticons, stiften Verwirrung und werden vom Empfänger falsch interpretiert. Eine KI will nun Abhilfe schaffen - nachdem ihr Vorgänger mit brutaler Ehrlichkeit Beziehungen zu vernichten drohte.

Früher, noch vor der SMS, schrieben sich Menschen Briefe. Über Seiten hinweg wurde sich auf duftwasser- und tränengetränktem Papier die Liebe geschworen. Sicher, auch dort gab es zwischen den Zeilen genügend Raum für Interpretation, allerdings nicht annähernd so viele Missverständnisse wie heute - wobei Goethes Werther dies sicher anders sieht.

Systemgestützte Beziehungen mit 'Mei'

In Chats, ob mit der großen (wie kleinen) Liebe, Freunden, Familie oder Kollegen, werden ständig auch die kürzesten Sätze von der Intention des Absenders her schlicht nicht richtig verstanden. Um dem entgegen zu wirken, entwickelte Es Lee die App 'Crushh'. Aufgabe der App war es zu verstehen und zu analysieren, wie sehr der Gesprächspartner den User mag. Das Ergebnis jedoch war gnadenlos ehrlich. Schlussendlich wollen wir (fast) alle gemocht werden und nicht genau wissen, wie sehr wir eventuell manchmal nur aus Höflichkeit toleriert werden.

'Mei' heißt nun Lees nächster Anlauf für KI-gestütztes Kommunizieren. Wobei "Kommunizieren" 'Meis' Ansatz zu kurz verkauft. Die App ist mehr eine durch künstliche Intelligenz gestützte Management-Lösung für Beziehungen jeder Art. Mei sorgt dafür, dass niemand vergisst sich bei Mama und Papa zu melden, zeigt eigene Stimmungsschwankungen auf, weist sogar auf ungesundes Verhalten hin. Obendrein ist geplant, Micro-Pollings für Gesundheitsfragen von Ärzten beantworten zu lassen.

Sichere Liebesdaten?

Spätestens hier gehen bei den ersten Datenschützern die Alarmglocken an: eine App, die auf Erlaubnis unsere Gespräche analysiert? Das Unternehmen hinter Mei verspricht maximalen Datenschutz. Nur auf den zwei NVIDIA TITAN V GPUs sind während der Analyse die Nachrichten und Account-Inhalte unverschlüsselt.

Damit dies auch in Zukunft so bleibt, sucht Mei nach Kontakten zu diversen Universitäten. Im Austausch gegen Datenspeicher will sich das New-Yorker Startup die Finanzierung zur Expansion sichern.

Crushh ist für Android und ausschließlich für SMS verfügbar, Mei bisher nur für Android, soll aber Anfang 2019 auch für iOs verfügbar sein.

Quelle: blogs.nvidia.com

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