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5 Millionen Mammographien benötigt

Mit einer KI gegen Brustkrebs: So könnt ihr helfen

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von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Mit Hilfe einer künstlichen Intelligenz und dem Grafikkarten-Hersteller Nvidia will ein ehrgeiziger Wissenschaftler die Brustkrebs-Vorhersage einen riesigen Schritt voranbringen. Damit das klappt, ist er auf die Unterstützung von Frauen und Männern weltweit angewiesen.

Fast 70.000 Neuerkrankungen mit Brustkrebs werden allein in Deutschland jedes Jahr diagnostiziert. Bei Frauen ist dieses Leiden die mit Abstand häufigste Form der heimtückischen Krankheit. Und entgegen landläufiger Meinung sind auch Männer keineswegs davor gefeit. Mit einer Art Röntgenverfahren, der sogenannten Mammographie, versuchen Ärzte und Wissenschaftler diese Krebsform deshalb möglichst früh zu erkennen, damit entsprechende Schritte eingeleitet werden können - allerdings nur mit mäßigem Erfolg, wie das U.S. National Cancer Institute (via Nvidia) jetzt feststellt.

Forscher: Mammographie funktioniert nicht richtig

Der Gedanke ist, Brustkrebs früher zu erfassen, als wir es bisher können.

Dr. Dexter Hadley, via Nvidia

Demnach wird einer von fünf Tumoren mit dieser Methode gar nicht erst erkannt. Auch Diagnosen, die fälschlicherweise einen Brustkrebs feststellen, kommen regelmäßig vor. In beiden Fällen hat das denkbar fatale Folgen für den Patienten.

Ein Professor der University of California in San Francisco kommt daher jetzt zu dem Schluss: "Nachdem wir 20 Jahre lang (digitale) Mammogramme gesammelt haben, wissen wir, dass sie nicht so funktionieren, wie sie sollen." Der Physiker und Ingenieur hat sich deshalb jetzt daran gemacht, an dieser Situation etwas zu ändern.

Erreichen will er sein ehrgeiziges Ziel mit einem Deep-Learning Algorithmus, den das Forschungsteam mit 30.000 Kranken-Berichten und über 70.000 Mammographie-Bildern gefüttert hat. Das neurale Netzwerk, das mit mehreren Titan X GPUs des Grafikkarten-Herstellers Nvidia angetrieben wird, soll Brustkrebs weitaus präziser identifizieren, als die ungenaue Röntgen-Methode. Auch wollen die Wissenschaftler so Fehldiagnosen bei eigentlich gesunden Menschen verhindern.

Helft den Forschern beim Trainieren der KI

Hadley will aber noch weiter gehen und dem Algorithmus sogar beibringen, eine exakte Diagnose zu stellen: Handelt es sich beispielsweise um einen gutartigen Tumor oder um eine Zyste? Oder hat der Tumor gar gestreut? Dummerweise braucht der Wissenschaftler für dieses Vorhaben Unmengen an Daten, und das US-Gesetz verbietet ihm den Zugriff auf die 40 Millionen archivierten Mammogramme. Hier kommt ihr ins Spiel.

Denn damit er seine Forschung fortsetzen kann, ist er auf die Hilfe von Patienten angewiesen: Auf seiner Webseite 'BreastWeCan' kann jeder Patient seine oder ihre Mammographie-Bilder hochladen. Dabei kommt quasi jeder in Frage, der schon einmal zur Vorsorgeuntersuchung war und seine Unterlagen noch beisammen hat. Ab fünf Millionen eingereichten Datensätzen, so Dr. Hadley, könne seine KI bereits zutreffende Diagnosen stellen. Also: Ob gesund oder nicht, jede eingesendete Datei hilft!

Quelle: Nvidia

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