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Spion am Handgelenk

Mithören verboten: Bundesnetzagentur geht gegen Kinder-Smartwatches vor

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von Michael Springer -

Einige Eltern lindern die Sorge um ihre Kinder mit technischen Mitteln. Beliebt sind etwa Smartwatches, die per GPS die konstante Ortung des eigenen Nachwuchses erlauben. Doch die meisten dieser Uhren können noch viel mehr – zu viel, findet die Bundesnetzagentur.

Früher mussten sich Eltern mit wenigen Informationen begnügen: "Wir gehen zum Sportplatz", haben wir gerufen und schon waren wir weg – das "Spätestens um sieben bist du wieder hier!" flog uns halbgehört hinterher. Wenn sie uns bis dahin erreichen wollten, mussten sie zum Sportplatz kommen. Handys gab es keine.

Smartwatches für Kinder: Abhörfunktion in Deutschland verboten

Dieses "früher" existiert nicht mehr. Die Kinder von damals sind die Eltern von heute geworden – und viele von ihnen wollen ganz genau wissen, was der eigene Nachwuchs gerade treibt. Sei es nun aus Sorge oder weil sie sich mehr Kontrolle wünschen. Moderne Technik macht es jedenfalls möglich: Dank günstiger Smartphones sind die eigenen Kinder heute immer erreichbar. Doch einigen Eltern reicht das offenbar nicht aus. Sie setzen deshalb zum Beispiel auf Smartwatches, die mit GPS-Sensoren ausgestattet sind und sich jederzeit orten lassen. Ganz ohne Zutun der Kinder können die Eltern sozusagen im Live-Ticker verfolgen, wo sich die Kleinen befinden.

Über eine App können Eltern solche Kinderuhren nutzen, um unbemerkt die Umgebung des Kindes abzuhören. Sie sind als unerlaubte Sendeanlage anzusehen.

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur

Von dieser Praxis mag man persönlich halten, was man will – von Rechtswegen spricht nichts dagegen. Nach Ansicht der Bundesnetzagentur werden die Grenzen der Legalität jedoch von solchen Kinder-Smartwatches überschritten, die deutlich mehr als eine bloße Ortung erlauben. Dazu zählen Uhren, die wie abgespeckte Smartphones fungieren: Ausgestattet mit einer SIM-Karte und rudimentären Telefonie-Funktionen lassen sie sich via separater App ansteuern. Eltern können diese Smartwatches aus der Entfernung aktivieren und eine Verbindung zum eigenen Smartphone aufbauen lassen. Die in der Uhr verbauten Mikrofone erlauben es somit, dass Eltern die Gespräche und Umgebungsgeräusche des Uhrenträgers belauschen – und zwar unbemerkt.

"Eine derartige Abhörfunktion ist in Deutschland verboten", stellt die Bundesnetzagentur fest. Sie verbietet deshalb nun den Verkauf solcher Smartwatches mit Abhörfunktion und sei schon gegen entsprechende Angebote vorgegangen. Käufer solcher Uhren werden von der Bundesnetzagentur aufgefordert, diese Geräte zu zerstören.

Quelle: Bundesnetzagentur

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