Konzept-Robo zeigt, was möglich ist

Nach Fisch und Biene kommt jetzt die Roboter-Fliege - mit Lasern!

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Foto von Benjamin Krämer

von Benjamin Krämer -

Vor ziemlich genau einem Jahr sorgte ein Drohnen-Fisch für Furore, der mit 4K-Auflösung Unterwasservideos drehen kann. Es folgte der Versuch, eine Robo-Biene fliegen zu lassen, die allerdings aufgrund ihres Akkus zu schwer war. Nun zeigen Forscher der University of Washington, wie man eine Robo-Fliege antreiben kann - mit Lasern!

Es klingt absurd: Forscher der University of Washington haben eine Roboter-Fliege gebaut, die ein kleines Solarsegel trägt, das mit Lasern beschossen wird, um dem Robo Strom zu verschaffen. Sie haben damit (zumindest im Grundsatz) ein Problem der Mikrorobotik gelöst, nämlich das Gewicht der Batterien.

Um zu fliegen - oder wie der Robo-Fisch zu schwimmen - benötigt es Energie, und zwar eine ganze Menge. Ein Konzept-Brummer wie die Robo-Biene wurde darum schließlich an ein winziges Kabel angeschlossen - die Batterie war zu schwer um abzuheben. Dass das nicht wirklich ein Konzept für fliegende Tech-Insekten ist, war offenbar auch den Forschern aus Washington klar, die daraufhin abseits der ausgetretenen Pfade nachgedacht haben. Herausgekommen ist eine winzige Solarzelle, kaum größer als ein Stecknadelkopf, die mit Laserimpulsen beschossen wird. Die wiederum transformieren ihre Energie über einen internen Schaltkreis so, dass die Fliege mit ihren künstlichen Flügeln wackeln kann - und zwar sehr schnell.

Bisher nur ein paar Hüpfer der Robo-Fliege

Noch sieht das nicht besonders beeindruckend aus, zugegeben. Aber die Technik dahinter könnte richtungsweisend sein. Aktuell dient die Fliege noch als Beweis dafür, dass die Energieversorgung mittels Laser Zukunft hat. Die weiteren Schritte des Projekts umfassen Verbesserungen der Sensorik- und Telemetrieauswertung, damit der Roboter sich selbstständig durch die Luft bewegen kann. Ein Laser am Boden muss dann immer in der Lage sein, die Solarzelle zu beschießen und die Fliege so in der Luft zu halten.

Damit wird sie übrigens eine Schwachstelle von ihren organischen Vorbildern erben, die fliegen nämlich auch nicht gerne bei Regen, weil Regentropfen sie abstürzen lassen. Bei der Robo-Fliege wird dann der Laser zur Problem, der durch Wassermoleküle in der Luft gebrochen wird. Außerdem dürfte der Bewegungsradius deutlich eingeschränkt sein. Was das Projekt aber in jedem Fall zeigt ist, wie winzig Mikrochips mittlerweile geworden sind und was mit ihnen möglich ist.

Hier gibt es die ersten Flugversuche der Fliege zu sehen:

Quelle: Washington.edu

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