Rhapsody firmiert um

Napster-Comeback! Musik-Streaming-Dienst Rhapsody ändert seinen Namen

Foto von Sebastian Hardt

von Sebastian Hardt (@hardtboiled)-

Rhapsody tauft sich um: Fortan wird der Musik-Streaming-Dienst unter dem Namen Napster firmieren. Zu den Beweggründen äußerste sich das Unternehmen bisher nicht. Es liegt aber nahe, dass ein cleverer Marketing-Schachzug dahintersteckt.

Rhapsody heißt bald Napster. Mit nur wenigen Worten teilt der Musik-Streaming-Dienst in einem Blog post mit, dass man fortan unter dem neuen Namen weitermachen wird. Für Kunden soll sich dadurch indes nicht viel ändern: Playlisten, Favoriten, Service und auch der Preis: Alles soll bleiben wie gewohnt. Bleibt die Frage: Warum bloß der neue Name?

Rhapsody: Neuer Name, mehr Kunden?

No changes to your playlists, favorites, albums, and artists. Same music. Same service. Same price. 100% the music you love. Stay tuned!

Rhapsody Blogpost

Auf dem Markt der Musik-Streaming-Dienste ist Spotify die ungeschlagene Nummer eins. Noch letztes Jahr konnten die Schweden gut 20 Millionen Nutzer weltweit für sich verbuchen. Gemeinsam mit anderen Diensten versauert Rhapsody hingegen mit seinen verhältnisweise mageren 3,5 Millionen Abonnenten derzeit noch weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Eine plausible Annahme ist, dass sich Rhapsody mit dem neuen Markennamen einen Popularitätsschub verspricht - denn gerade den Älteren unter euch dürfte der Name Napster durchaus noch ein Begriff sein.

Gut zu wissen

Die Metal-Band Metallica hatte Napster im Jahr 2000 wegen Urheberrechtsverletzung verklagt. Nachdem es zwischenzeitlich nach einer gütlichen Einigung aussah, musste Napster am Ende des Verfahrens im Jahr 2001 die Segel streichen - vorerst!

Das Unternehmen Napster, das hauptsächlich wegen massiver Klagen aus der Musikindustrie zwischenzeitlich insolvent war und 2011 von Rhapsody aufgekauft wurde, war maßgeblich beteiligt am Filesharing-Boom gegen Ende der 90er Jahre.

Gerade viele der heute 29-34-Jährigen dürften sich wohlig an lange Abende vor einem Bildschirm voller langsam voranschreitender Ladebalken erinnern - und an das triumphale Gefühl, nach einer gefühlten Ewigkeit seine Lieblingskünstler durch die enge ISDN-Leitung gesogen zu haben.

Namenswechsel womöglich cleverer Schachzug

Dass sich all das bestenfalls in einer rechtlichen Grauzone abspielte, machte bisweilen nur einen zusätzlichen, sonderbaren Reiz aus. Aus Marketing-Sicht könnte sich die Namensänderung also als cleverer Schachzug entpuppen, die nostalgischen Assoziationen oben genannter Zielgruppe jedenfalls dürften geweckt werden. Dass im Laufe der Kampagne auch das Rhapsody-Logo gegen das altbekannte Katze-mit-Kopfhörer-Visual ausgewechselt wird, ist wahrscheinlich und dürfte die vermeintlich entstehende Markenbindung noch verstärken. Ob das allerdings ausreicht, um dem Streaming-Giganten Spotify im großen Stil User abzuluchsen, wird sich zeigen.

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