OSS setzt sich durch

Open Source Software ist in Unternehmen kein Ausnahmefall mehr

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von Sandra Spönemann (@die_spoent_wohl)-

Software nutzen, deren Quellcode öffentlich zugänglich ist - was vor 10 Jahren für die meisten Unternehmen noch undenkbar war, stellt heute längst keinen Ausnahmefall dar. Zunehmend bilden sich außerdem erfolgreiche Geschäftsmodelle, die kommerzielle Zusatzprodukte anbieten.

78% der Studienteilnehmer geben an, dass der Betrieb ihrer Unternehmen teilweise oder ganz auf dem Einsatz von OSS-Komponenten beruht.

Aus einer Umfrage von Black Duck Software, einem Unternehmen das eben solche Zusatzprodukte und Services rund um Open Source Software (OSS) anbietet, geht hervor, dass 78 % der an der Befragung teilnehmenden Firmen auf Anwendungen mit offenem Quellcode setzen. Schon zum neunten Mal führt Black Duck eine solche Studie durch, um die aktuellsten Tendenzen der Open-Source-Software-Nutzung abzubilden. Befragt wurden 1313 Firmen (hauptsächlich technische Unternehmen) aus 64 Ländern weltweit.

Screenshot aus der Präsentation der Studienergebnisse

Open Source Software hat in den letzten Jahren Aufschwung bekommen.  

Quelle: (Screenshot)  Black Duck Software 

Screenshot aus der Präsentation der Studienergebnisse

Open Source Software hat in den letzten Jahren Aufschwung bekommen.  

Quelle: (Screenshot)  Black Duck Software 

"Open Source ist the way applications are developed today"

Vor zehn Jahren, als Lou Shipley, CEO von Black Duck, zum ersten Mal die Befragung durchführte, konnte sich kaum jemand vorstellen, dass OSS Jahre später allgegenwärtig im Business-Bereich zum Einsatz käme. Die vielen Vorteile von frei modifizierbarer Software, die nach Belieben verändert und ergänzt werden darf, haben zu einem Paradigmenwechsel in der Entwicklung geführt.

Kostenpflichtige Betriebssysteme wie zum Beispiel Windows und das populäre Office-Paket sind bei Softwareingenieuren schon längst nicht mehr das Maß der Dinge – ist man doch konstant von dem Anbieter abhängig. Diese Abhängigkeit zeigt sich unter anderem darin, dass Microsoft vorgibt zu welchem Zeitpunkt Updates installiert werden müssen und selbst entscheidet wie die Behebung von Bugs in den Produkten priorisiert wird.

Warum OSS eine gute Sache ist

Weitere Vorteile sind in den Support-Möglichkeiten und dem Kostenfaktor zu finden. Kostenlose OSS kann nach Belieben intensiv ohne ausprobiert werden, bevor man sich dazu entscheidet sie einzusetzen – ganz anders als kommerzielle Produkte bei denen lediglich eine Trial-Periode möglich ist, wenn überhaupt. Da OSS nichts kostet und von einer besonders großen Community auf Herz und Nieren geprüft wird, entstehen viele Foren, Gruppen und Tutorials von engagierten Usern die bei Problemstellungen weiterhelfen können.

Ein umstrittener Punkt ist die Sicherheit. Öffentlich zugängliche Quellcodes stehen natürlich auch Individuen zur Verfügung, die ein System attackieren möchte. Man könnte meinen, damit sei OSS potenziell unsicherer. Jedoch lässt sich das Thema auch von einer anderen Seite beleuchten: Fehler im Code beziehungsweise Sicherheitslücken fallen bei OSS viel schneller auf und können gefixt werden. Bei der Nutzung kostenpflichtiger Software ist man auf die Versprechen des Herstellers angewiesen, sich regelmäßig um Sicherheits-Patches zu bemühen.

Zu der Frage, warum Menschen sich freiwillig ans Keyboard setzen und viele, viele Stunden damit zubringen eine Software zu coden mit der sie eventuell gar nichts verdienen, sei gesagt: Laut Studienergebnis spenden 65 % der Unternehmen freiwillig Gelder an Open Soure Projekte.

Die diesjährige Studie hat noch deutlicher gemacht, wie sehr bei vielen Unternehmen Management und Governance von Open-Source der tatsächlichen Nutzung hinterherhinkt.

Startups kommerzialisieren Zusatzprodukte

Um aus der Freeware doch eine Geldquelle zu machen, haben sich die Silicon Valley Startups wie zum Beispiel MuleSoft, DataStax oder Cloudera einiges einfallen lassen. Cloudera entwickelt beispielsweise Analyse- und Sicherheitskomponenten für Apache Hadoop, einem freien, auf Java basierendem Framework. DataStax nutzt für Datenbanken, die für Cloud-Anwendungen genutzt werden können, Apache Cassandra und MuleSoft widmet sich APIs, SaaS Integration und SOA. Black Duck selbst, entwickelt in erster Linie Sicherheitslösungen für Applikationen und Container.

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