Unabsehbare Folgen

Paradox: KI-Primus Google warnt vor den Folgen von KI

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von Benjamin Krämer -

Google ist spätestens mit dem Kauf von 'DeepMind' zum Weltmarktführer bei künstlicher Intelligenz geworden. Kaum ein Unternehmen setzt in so vielen Bereichen auf hochkomplexe Algorithmen wie der Konzern aus Mountain View und verfügt über so fortschrittliche Programme. Umso paradoxer ist es, dass jetzt ausgerechnet Google-Chef Sergey Brin vor den Folgen warnt.

Google setzt in ganzer Breite auf KIs. Sie sind sozusagen das Hauptgeschäftsmodell des Internet-Giganten: Google Translate übersetzt über 100 Sprachen für uns, Google Photos sortiert automatisch unsere Bildergalerien, Google Maps übernimmt die Navigation, aber auch KIs für selbstfahrende Autos, zum Spielen von 'Go', Diagnostizieren von Krebs oder zur Suche ferner erdähnlicher Planeten gehören zum Repertoire der Vorreiter aus Mountain View. Ausgerechnet einer der beiden Gründer, Sergey Brin, warnte jetzt im jährlich erscheinenden Gründerbrief des Unternehmens vor den Folgen des rasanten Fortschritts in den Bereichen künstlicher neuronaler Netzwerke und Machine Learning. Er steckt in einem Dilemma, da Google auf keinen Fall seine Führungsrolle in der Spitzenforschung aufgeben will (oder sollte), aber trotzdem große Gefahren auf uns warten. Er wurde auch konkret und was er für die Zukunft ausmalt, sollte uns alle hellhörig machen - ganz abseits von Weltuntergangsphantasien.

Google's Sergey Brin sieht die Gesellschaft in Gefahr

Google warnt vor den Folgen des KI-Fortschritts, spricht das eigentliche Problem aber kaum an: Dass niemand Google kontrollieren kann

"Der neue Frühling der künstlichen Intelligenz ist die bedeutendste Entwicklung im Computerwesen in meiner Lebenszeit", eröffnet Brin seinen Brief. "Jeden Monat kommen neue atemberaubende Anwendungen und weltverändernde Techniken ans Licht. Solche machtvollen Werkzeuge haben jede Menge neuer Fragen und Verantwortungen im Gepäck." Laut Brin befinden wir uns in einer technologischen Renaissance, die jeden Aspekt unserer Gesellschaft durchdringen wird und zwar nicht nur auf gute Art und Weise: Alphabet (die Google-Mutter) sehe sich selbst in der Pflicht, darauf zu achten, dass künftige Algorithmen unvoreingenommen und transparent sind, um sie kontrollierbar zu halten.

Auch den massiven Verlust von Arbeitsplätzen in vielen Industriezweigen sieht er kommen. Interessanterweise fallen seine Warnungen in eine Zeit, in der Alphabet dem Pentagon dabei hilft, KIs für die Kameraauswertungen von Militärdrohnen einzusetzen - ein Schritt, gegen den tausende Google-Mitarbeiter vor kurzem protestierten und den Rückzug ihres Unternehmens aus der Kooperation forderten. Eine der größten Gefahren aber nannte Brin nicht: Dass Alphabet mittlerweile so groß und mächtig geworden ist, dass kaum noch eine Kontrolle durch die Öffentlichkeit gewährleistet werden kann.

Quelle: Google's Founders Letter

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